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Corona - Antworten auf Fragen von Direktvermarktern und Hofgastronomen

Was ist noch erlaubt? Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel übertragen werden? Welche Vorsichtsmaßnahmen sind sinnvoll, wenn ich ein Hofcafé betreibe? Sollen frische Produkte wie Obst- und Gemüse nur noch in Bedienung verkauft werden? Diese und andere Fragen haben das Beraterteam für Direktvermarktung und Hofgastronomie in den letzten Tagen erreicht. Antworten finden Sie auf dieser Seite.

Aktuelle Vorschriften der Landesregierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus

In den Vorschriften (Stand 08.052020) heißt es u.a.:

  • Verkaufsstellen sind verpflichtet, einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kundinnen und Kunden sicherzustellen. Darüber hinaus haben Sie sicherzustellen, dass sich nur so viele Kunden in den Verkaufsräumen befinden, dass durchschnittlich 10 Quadratmeter je anwesende Person gewährleistet sind.
     
  • Kunden und Kundinnen haben beim Betreten der Hofläden wie im gesamten Einzelhandel eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Auch auf Bauern- und Wochenmärkten besteht diese Verpflichtung. Das Personal ist nicht grundsätzlich zum Tragen einer Maske verpflichtet. Je nach Tätigkeit gibt es allerdings Regelungen der jeweiligen Berufsgenossenschaften. Auch der Arbeitgeber hat die Möglichheit das Tragen einer Alltagsmaske im Interesse des Infektionsschutzes anzuordnen.
     
  • Hofcafés dürfen wie alle gastronomischen Betriebe wieder öffnen, dabei müssen Kontakte zwischen Personen auf ein Minimum begrenzt werden. Es dürfen maximal 50 Prozent der Sitzplätze gleichzeitig belegt werden. Im Gastraum muss zwischen den Tischen ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Außerdem müssen sowohl Personal als auch Gäste darauf achten, den Mindestabstand von 1,5 Metern zu Personen, die nicht zum selben oder einem weiteren Hausstand gehören, einzuhalten. Das Service-Personal ist verpflichtet, Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für Gäste besteht diese Verpflichtung hingegen nicht. Weitere Informationen und Vorgaben finden Sie auf der Seite des Niedersächsichen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung unter Fragen und Antworten.

 


 

Vorsichtsmaßnahmen – Was muss ich als Direktvermarkter oder Hofgastronom beachten?

Die Gute-Hygiene-Praxis bei der Herstellung und Verarbeitung sowie dem Verkauf von Lebensmitteln ist nun wichtiger als je zuvor.

  • Erinnern Sie Ihre Kunden mit einem freundlichen Hinweis im Eingangsbereich, an den Abstand zum Mitmenschen, das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung und die Einhaltung einer guten Händehygiene.
     
  • Verkaufstresen im Hofladen, Türgriffe an der Ladeneingangstür, Griffe an Einkaufswagen und die Bedienelemente der Verkaufsautomaten sind engmaschiger zu reinigen.
     
  • Falls möglich stellen Sie Händedesinfektionsmittel im Eingangsbereich und vor den Kundentoiletten zur Verfügung. Die Kontrolle und Reinigung der Kundentoiletten inklusive der Türgriffe sollte engmaschiger erfolgen. Seife in Spendern und Papierhandtücher sind großzügig bereitzustellen.


In der Gastronomie gilt:

  • Bedienen Sie Ihre Gäste nur am Tisch, damit sie nicht an der Kuchentheke miteinander in Kontakt kommen.
  • Die Tische in den Hofcafés sollten nach jedem Kunden gereinigt und ggf. desinfiziert werden.
  • Auf den Tischen sollten zurzeit keine Gegenstände, wie z.B. Salzstreuer stehen, die die Kunden in die Hand nehmen können.
  • Statt der Speisekarten werden Tagesangebote auf Zettel gedruckt, die kein zweites Mal verwendet werden oder auf Tafeln geschrieben.

 


 

Ihre Fragen, unsere Antworten ...

 

Felder zum Selbstpflücken
Dürfen Verbraucher Erdbeeren und andere Früchte auf den Feldern selber pflücken?

Das Betreten der Felder, zum Beispiel Erdbeerfelder zum Selbstpflücken, ist unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregelungen erlaubt. Wie auch beim Einkaufen im Supermarkt sollten aber möglichst nur Einzelpersonen (nicht ganze Familien) auf die Felder gehen. Mehr....

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Verkaufs- und Eiertouren: Dürfen Sie weitergefahren werden und wie sollten Landwirte vorgehen - Ware abstellen, klingeln und gehen, die Bezahlung erfolgt per Rechnung?

Statt die Produkte persönlich zu überreichen, sollten die Fahrer die Lebensmittel bzw. die Speisen nur noch vor der Tür abstellen und klingeln. Die Bezahlung könnte bei Stammkunden per Rechnung erfolgen. Anderen Kunden könnte man Lieferung bei Vorkasse anbieten. Sobald die Zahlung eingegangen ist, wird die Ware ausgeliefert - bis vor die Haustür.

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Und was ist mit den klassischen Verkaufswagen oder an Wochenmarktständen, an denen die Kunden ihre Waren aussuchen und bar bezahlen?

Hier gilt das gleiche wie im Hofladen. Abstand halten ist das Gebot der Stunde und wer diesen nicht einhält, sollte umgehend darauf hingewiesen werden. Hierbei helfen auch Hinweisschilder oder Markierungen auf dem Boden im 2 m Abstand. Der konsequente Weg über eine Warteschlange erleichtert das Abstand halten. Wenn Verkäufer nur Kunden aus der Warteschlange bedienen, halten sich Kunden erfahrungsgemäß auch besser an die Regel.

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Viele Händler nehmen Kleingeld in Schalen über die Theke, z.T. sind diese mit in Desinfektionsmitteln getränkten Tüchern ausgelegt. Wie sinnvoll ist diese Maßnahme?

Die Infektionsgefahr durch Bargeld wird eher gering eingestuft, dennoch ist eine Übertragung durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, nicht gänzlich auszuschließen.

In Desinfektionsmitteln getränkte Tücher desinfizieren die Münzen nicht vollständig und sind deshalb nicht wirklich zielführend.

Empfohlen wird momentan das bargeldlose Zahlen. Neben den klassischen Kassenlösungen bieten inzwischen auch Unternehmen wie SumUp, GASTROFIX und iZettel interessante Lösungen an. Auch das mobile Zahlen mit Smartphone oder Smartwatch ist heute möglich. Lässt sich dies nicht umsetzen, könnte man Stammkunden anbieten ein Konto einzurichten und die Einkäufe anzuschreiben oder auf Rechnung zu kaufen.

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Wie sollte mit dem Verkauf am Automaten umgegangen werden. Knöpfe und Bildschirme werden ja von vielen Personen angefasst. Desinfektionsmittel bereit zu stellen funktioniert nicht. Das wurde sofort gestohlen, berichtet uns eine Direktvermarkterin.

Das Berühren von Oberflächen durch zahlreiche Menschen wird in diesen Tagen zum Problem und gilt für den Automaten beim Direktvermarkter genauso, wie für Einkaufswagen, Bankautomaten und Türgriffe.

Die Übertragung von Viren durch Schmierinfektion ist möglich, wenn viele Kunden dieselben Knöpfe und Bildschirme bedienen. Die Bedienelemente der Verkaufsautomaten sind daher engmaschiger zu reinigen als üblich. Ebenfalls sinnvoll: Informieren Sie Ihre Kunden über Hinweistafeln und fordern Sie sie auf, sich nicht mit den Händen ins Gesichts zu fassen und sofort nach dem Einkauf die Hände gründlich zu reinigen. Verbraucher können sich schützen, indem sie vorsorgen und z.B. mit Einweghandschuhen einkaufen gehen und / oder etwas zur Desinfektion mitführen.

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Sollte man die Zahl der Kunden, die sich gleichzeitig im Hofladen aufhalten, begrenzen? Und wie findet man dafür ein gutes Maß?

Um die Gefahr einer Infektion zu minimieren, sind die o.g. Vorgaben einzuhalten. Sobald es zu eng wird, gilt die Maßgabe, für jeden den Hofladen verlassenden Kunden, kann ein weiterer Kunde eintreten. Informieren Sie Ihre Kunden über Aufsteller vor dem Geschäft und wenn dies nicht klappt über einen „Türsteher“.

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Muss ein Hofladen schließen, wenn jemand aus dem Team erkrankt ist?

Wenn Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter am Coronavirus erkrankt sind oder der Verdacht einer Erkrankung besteht, muss das zuständige Gesundheitsamt in Kenntnis gesetzt werden. Das Gesundheitsamt ist dann sowohl für den Meldeweg als auch für die Verhängung von weiteren Maßnahmen wie Betriebsschließungen zuständig.

Auch Hofläden dienen der öffentlichen Grundversorgung, daher kommt nach derzeitigen Stand eine vollständige Schließung des Geschäfts nicht automatisch in Frage. Es könnte zum Beispiel sein, dass der Hofladen desinfiziert, das Personal ausgetauscht und der Betrieb weitergeführt werden kann. Hierüber entscheidet die Behörde.

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Sollten frische Produkte wie Obst und Gemüse jetzt nur noch in Bedienung verkauft werden?

In vielen Fällen wird diese Maßnahme nicht umsetzbar sein. Der Verkauf von Obst und Gemüse in Bedienung kann aber eine zusätzliche hygienische Maßnahme sein, die die Übertragung der Viren durch fehlerhaftes Verhalten von Kunden eingrenzt.

Grundsätzlich können Coronaviren durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Obst und Gemüse gelangen. Zudem können sich die Erreger auch auf den Händen einer infizierten Person befinden und beim Berühren von Lebensmitteln übertragen werden.

Generell schützen die allgemeinen Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln zum Schutz vor Infektionskrankheiten, wie z.B. das sorgfältige Waschen der Lebensmittel, am besten unter fließendem Wasser, vor der Zubereitung oder vor dem Verzehr. Da die Viren hitzeempfindlich sind, lässt sich das Infektionsrisiko durch ein Erhitzen der Lebensmittel auf mindestens 70°C für mindestens zwei Minuten, zusätzlich verringern.

Ein Informationsblatt für Sie und Ihre Kunden mit Verbrauchertipps zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen hat das Bundinstitut für Risikobewertung (BfR) bereitgestellt.

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Sollte Bedienen und Kassieren von verschiedenen Personen durchgeführt werden?

Da Geld durch viele Hände geht, ist es eine allgemeine hygienische Vorgabe, dass Hände, die mit Geld in Berührung gekommen sind, nicht direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen dürfen. Dies lässt sich umsetzen, wenn für das Bedienen und Kassieren unterschiedliche Personen eingesetzt werden. Andernfalls muss nach dem Kassieren eine Reinigung der Hände und ggf. eine Desinfektion der Hände durchgeführt werden. Alternativ ist auch der Einsatz von Einweghandschuhen möglich, die nach dem Kassieren verworfen werden.

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Sollten Hofläden von den Kunden mitgebrachte Dosen und Behältnisse nicht mehr befüllen?

Im Verkauf von empfindlichen Lebensmitteln, wie Fleisch, Wurst oder Käse, ist das Befüllen von mitgebrachten Dosen und Behältnissen aus hygienischen Gründen untersagt. Es spricht jedoch nichts dagegen, Kartoffeln oder Äpfel in mitgebrachte Beutel zu füllen.

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Dürfen Hofläden und Hofcafés Lebenmittel, Speisen und Getränke außer Haus verkaufen?

Ein Direktvermarkter und ein Hofgastronom kann, wie andere Lieferdienste auch, Kunden und Gäste auch mit Lebensmitteln beliefern. Wenn Menschen ihr Zuhause nicht mehr verlassen wollen oder können, bietet sich hier die Möglichkeit Kunden und Gästen die Ware ins eigene Heim zu liefern.

 

 


Corona: Hygiene-Spezial

Hier finden Sie Informationen über hygienische Maßnahmen, die die Verbreitung des Corona Virus verhindern bzw. eingrenzen. Informieren Sie sich und Ihre Mitarbeiter, um die Gefahr einer Ansteckung zu mindern und eine weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Die Einhaltung der allgemeinen "Guten-Hygiene-Praxis" ist dabei ein guter Anfang.

 


Weitere Informatonen ...

 


Kontakt:
Sabine Hoppe
Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte, Bauernhofgastronomie
Telefon: 0441 801-809
Telefax: 0441 801-819
E-Mail:
Gudrun Göppert
Ernährung, Lebensmittelqualität, Verbraucher
Telefon: 0441 801-808
Telefax: 0441 801-819
E-Mail:


Stand: 19.05.2020