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Klimaschutzziele für die Landwirtschaft sind unrealistisch

Vom 06. – 17.11.2017 findet in Bonn die 23. Weltklimakonferenz statt. Die Vereinten Nationen beraten dort über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Im Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015 haben sich die Nationen auf das Ziel verständigt, dass die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts um maximal zwei Grad C° im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung steigen soll.

 

Die EU und Deutschland sind dem Pariser Klimaabkommen beigetreten. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 mindestens 80 % weniger Treibhausgasemissionen auszustoßen als im Referenzjahr 1990. Im deutschen Klimaschutzplan sind für verschiedene Wirtschaftsbereiche konkrete Treibhaushausgasminderungsziele und zu ergreifende Maßnahmen genannt. Laut Klimaschutzplan betragen die Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft etwa 72 Mio. t CO2e im Jahr 2014. Dabei sind die Emissionen aus der sogenannten Quellgruppe Landwirtschaft CRF3 und die Emissionen aus dem Kraftstoffeinsatz zusammengefasst. Im Jahr 2030 soll die deutsche Landwirtschaft aus diesen Quellen etwa 12 Mio. t weniger Treibhausgasemissionen verursachen.

Im Klimaschutzplan sind folgende Maßnahmen genannt, mit denen eine Treibhausgasminderung realisiert werden soll:

  1. Verringerung der Ammoniakemissionen
  2. Verringerung der Stickstoffüberschüsse
  3. Stärkung der Wirtschaftsdüngervergärung
  4. Verringerung des Kraftstoffeinsatzes
  5. Ausbau der ökologisch bewirtschafteten Fläche
  6. Intensivierung der Forschung

Die im Klimaschutzplan für die Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 vorgesehene Treibhausgasminderung um 12 Mio. t CO2e in der Quellgruppe Landwirtschaft und dem Kraftstoffeinsatz ist mit gesicherten Klimaschutzmaßnahmen voraussichtlich nicht zu erreichen. Mit der Reduzierung der Ammoniakemissionen, der Verringerung der Stickstoffüberschüsse, der Stärkung der Wirtschaftsdüngervergärung und der Verbrauchsminderung bei fossilen Kraftstoffen lassen sich in 2030 maximal 7 Mio. t CO2e einsparen. Die verbleibenden 5 Mio. t CO2e sind nach derzeitigem Kenntnisstand wohl nur durch Senkung der Produktionsmengen, zum Beispiel durch Ausweitung der Ökolandbaufläche oder Bestandsabstockungen, einzusparen. Durch diese Maßnahmen werden zwar die deutschen Treibhausgasemissionen gesenkt, bei einer Verlagerung der Produktion wird damit aber kein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Wer es ernst meint mit dem Klimaschutz, kann das nicht ernsthaft wollen. Mit dem Klimaschutzplan kann der Landwirtschaft trotz ihrer Klimaschutzleistungen der schwarze Peter untergeschoben werden. Die Landwirtschaft hat ein berechtigtes Interesse daran, von der Politik eine Korrektur des Einsparziels einzufordern oder Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt zu bekommen, mit welchen konkreten Maßnahmen der nationale Treibhausgasausstoß nicht nur schöngerechnet, sondern ein echter Beitrag zur globalen Treibhausgasminderung geleistet wird.

Weitergehende Informationen können Sie dem Downloadbereich entnehmen.


Kontakt:
Ansgar Lasar
Klimabeauftragter
Telefon: 0441 801-208
Telefax: 0441 801-315
E-Mail:


Stand: 08.11.2017