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Ergebnisse der Landessortenversuche-Öko-Silomais 2019

Silomais zeichnet sich durch seine hohe Energiekonzentration aus, die von kaum einer anderen Futterpflanze erreicht wird. Auch Öko-Milchviehbetriebe schätzen Silomais als energiereiches Grundfutter, weshalb er eine willkommene Komponente bei der Rationsgestaltung in der Rindviehfütterung ist. Weitere Vorteile liegen beispielsweise in der guten Konservierbarkeit. Allerdings ist der Anbau von Ökomais anspruchsvoll. Vogel- und Drahtwurmfraß können Probleme bereiten. Sehr große Aufmerksamkeit verlangt zudem die mechanische Unkrautregulierung.

 

Für nicht wenige Betriebe, die den Mais etwa Anfang Mai gelegt hatten, traten allerdings ganz andere Probleme auf. Von Anfang bis etwa Mitte Mai (bis zum Ende der Eisheiligen) kam es zu einem deutlichen Kälteeinbruch. Das führte zu einem verlangsamten Keimprozess und im weiteren Verlauf zu einem deutlich verzögerten Aufgang, bis hin zu starken Pflanzenausfällen, die auch Umbrüche erforderten.

Der weitere Witterungsverlauf von Juni bis September ähnelte dem des Jahres 2018 und war geprägt von langanhaltender Trockenheit und Hitzeperioden mit geringen regionalen Niederschlägen, die wenn, nur in weiten zeitlichen Abständen fielen. Als C4-Pflanze vermag Mais effizienter als die meisten unserer heimischen Kulturpflanzen mit dem Bodenwasservorrat umzugehen. Doch bei der diesjährigen Dürre hat auch der Mais vielerorts stark gelitten. Insbesondere während der Maisblüte fehlte das Wasser, was die Kolbenausbildung negativ beeinflusste. Teilweise führte das zu deutlichen Ertragsausfällen.

Auf dem niedersächsischen Versuchsstandort Bissendorf war die Wasserversorgung offensichtlich weniger angespannt. Der tiefgründige Standort mit seinem gutem Wasserspeichervermögen hat sicherlich dazu beigetragen. Dass die Wasserverfügbarkeit nicht der begrenzende Faktor war, spiegeln auch die hervorragenden Trockenmasseerträge von rund 200 dt/ha bei einer Energiedichte von 6,9 MJ NEL wieder.

Neben Ertragsstabilität und Futterqualitäten sind auch die Frohwüchsigkeit und die Blattstellung der Maissorten nicht zu unterschätzende Auswahlkriterien. Frohwüchsige Sorten mit breiten und herabhängenden Blättern (planophil) lassen, aufgrund besserer Beschattung und früherem Reihenschluss, ein besseres Beikrautunterdrückungsvermögen erwarten als Sorten mit schmalen und steil stehenden Blättern (erectophil). In den Öko-Sortenversuchen werden diese Parameter erfasst.

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Silomais 2019 stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Körner- und Silomais der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können.  

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, von ökologisch vermehrten Sorten das Leistungspotential in Öko-Sortenversuchen zu überprüfen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Informationen zur mechanischen Unkrautregulierung im Mais finden Sie unter

Mechanische Unkrautregulierung im Öko-Mais

Mais als Dammkultur

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:
Florian Rohlfing
Berater Ökologischer Pflanzenbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 3665-994378
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Stand: 18.12.2019