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Ergebnisse der Landessortenversuche Öko-Körnermais 2019

Der Anbau von Ökomais ist anspruchsvoll. Vogel- und Drahtwurmfraß können erhebliche Probleme bereiten. Sehr große Aufmerksamkeit verlangt zudem die mechanische Beikrautregulierung. Im Frühjahr 2019 lagen dafür, aufgrund der trockenen Wetterbedingungen, überwiegend ideale Bedingungen vor. So konnten in der Praxis vielfach gute Regulierungserfolge erzielt werden.

Körnermais ist eine gefragte Komponente im Biokraftfutter. Bio-Marktfruchtbetriebe haben in den letzten Jahren deshalb den Anbau von Öko-Körnermais ausgedehnt. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Ertragspotential vom Öko-Körnermais. Erträge über 80 dt/ha sind unter Praxisbedingungen keine Seltenheit. Dadurch konnten in den letzten Jahren durchaus stabile Deckungsbeiträge erzielt werden. Durch die zunehmende Anzahl an Neuumstellern wurde der Öko-Körnermaisanbau weiter ausgedehnt was dazu geführt hat, dass die Erzeugerpreise gegenwärtig unter Druck geraten sind. Die Vermarktung sollte deshalb stärker im Blick behalten werden.

Der Landessortenversuch Öko-Körnermais steht auf einem langjährig ökologisch bewirtschafteten Versuchsstandort in Wehnen-Ofen im Landkreis Oldenburg. Es handelt sich um einen sandigen Boden mit einer Ackerzahl von 30. Gedüngt wurden rund 90 kg N/ha über Rindergülle und als Unterfußdüngung rund 28 kg N/ha über organische Pelletdünger. Der Nmin-Gehalt (0-90 cm) lag bei 26 kg N/ha. Zu beachten ist, dass die relative Grenzdifferenz des Versuchs in diesem Jahr trotz sechsfacher Wiederholung vergleichsweise hoch ausfällt. Dadurch ist die Aussagekraft eingeschränkt. Zumindest lässt sich bei den meisten mehrjährig geprüften Sorten durchaus ein Trend bei den Relativ-Ergebnissen ableiten.

Neben Ertragsstabilität, sichere Abreife und Standfestigkeit sind auch die Frohwüchsigkeit und die Blattstellung der Maissorten nicht zu unterschätzende Auswahlkriterien. Frohwüchsige Sorten mit breiten und herabhängenden Blättern (planophil) lassen, aufgrund besserer Beschattung und früheren Reihenschluss, ein besseres Beikrautunterdrückungsvermögen erwarten als Sorten mit schmalen und steil stehenden Blättern (erectophil). In den Öko-Sortenversuchen werden diese Parameter erfasst.

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Körner- und Silomais der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können.  

Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, von ökologisch vermehrten Sorten das Leistungspotential in Öko-Sortenversuchen zu überprüfen. Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

Die aktuellen Ergebnisse unserer Öko-Landessortenversuche Körnermais 2015-2018 (Empfehlung für 2020) stehen am Ende des Beitrages zur Verfügung.

Informationen zur mechanischen Unkrautregulierung im Mais finden Sie unter

Mechanische Unkrautregulierung im Öko-Mais

Mais als Dammkultur

Ergebnisse zu weiteren Versuchen im Ökologischen Landbau, bzw. Sortenversuche der zurückliegenden Jahre finden Sie unter: ISIP 


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:
Florian Rohlfing
Berater Ökologischer Pflanzenbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 3665-994378
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Stand: 18.12.2019