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Ergebnisse der Öko-Landessortenversuche Blaue und Weiße Lupine 2019

Neben den bekannten Körnerleguminosen Ackerbohne und Erbse gehört auch die Süßlupine zu der Gruppe der Hülsenfrüchte. Unterschieden wird zwischen der Gelben, Weißen und Blauen Lupine. Gegenüber Ackerbohne und Erbse erreichen sie höhere Rohproteingehalte und besitzen zudem eine ausgesprochen hohe Eiweißwertigkeit. Für den Einsatz in der Fütterung sind sie demnach sehr interessant. Daneben finden die Süßlupinen zunehmend auch den Weg in die menschliche Ernährung. Insbesondere die Weiße und die Blaue Lupine werden für die Verarbeitung nachgefragt. Von Lupinenmehl über Brotaufstriche bis hin zum Lupinendessert lassen sich zahlreiche Produkte aus diesen Süßlupinen herstellen.

Das Lupinen-Netzwerk im Rahmen der Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung ist Ende 2019 ausgelaufen. Von 2015 bis 2019 lief das Projekt in Niedersachsen sowie angrenzenden Bundesländern mit der Zielstellung, den Anbau der Lupine auszuweiten und zu verbessern.

Trotz der trockenen Witterung brachten die Lupinen in diesem Jahr durchschnittliche Erträge auf den meisten Standorten. Die Anbaufläche in Niedersachsen ging 2019 bedauerlicherweise um 50 ha zurück und betrug in diesem Jahr lediglich 590 ha. Nicht berücksichtigt sind allerdings Lupinen die im Gemenge angebaut wurden, da diese separat erfasst werden. Auffällig ist der generelle Rückgang der Anbaufläche von heimischen Leguminosen in Niedersachsen. Dafür ist der Anbau von Leguminosen mit Getreide im Gemenge in diesem Jahr um über 900 ha angestiegen.

Gegenüber Ackerbohnen und Erbsen erreichen Lupinen höhere Rohproteingehalte und besitzen zudem eine hohe Eiweißwertigkeit. Für den Einsatz in der Fütterung sind sie demnach sehr interessant. Besonders in der Wiederkäuerfütterung hat die Lupine durch ihre hohen Rohprotein- und Energiegehalte immer mehr Relevanz.

Zur Verwendung in der Lebensmittelproduktion wird insbesondere die Weiße Lupine zunehmend nachgefragt. Im Anbau sind die variierenden Standortansprüche der unterschiedlichen Lupinenarten zu beachten. Die Gelbe Lupine gedeiht auf sehr leichten sandigen Böden, hat allerdings derzeit in Deutschland durch die hohe Anthraknoseanfälligkeit keine Bedeutung. Die Blaue Süßlupine wächst auf leichten bis mittleren Standorten mit einem pH-Wert von max. 6,5. Die Weiße Lupine benötigt lehmigere Böden mit guter Wasserführung und höheren pH-Werten.

Öko-Sortenprüfung Lupine

Im Jahr 2019 wurden wieder zwei Öko-Sortenversuche mit blauen Lupinen angelegt, zusätzlich kam ein Standort mit weißer Lupine hinzu. Im westlichen Niedersachsen fand die Prüfung für Blaue und Weiße Lupine auf dem Versuchsstandort Hellern der Hochschule Osnabrück statt, im östlichen Niedersachsen wurde die Blaue Lupine auf dem Bauckhof in Klein Süstedt bei Uelzen geprüft.

Die Ergebnisse der Öko-Landessortenversuche Blaue und Weiße Lupine auf Grundlage der Versuche 2019 finden Sie am Ende dieser Seite zum herunterladen.

Öko-Saatgut ist vorgeschrieben

Beim Saatgutbezug sind Blaue und Weiße Lupinen der Kategorie I zugeordnet. Die Eingruppierung in Kategorie I besagt, dass ausreichend Öko-Saatgut dieser Kultur zur Verfügung steht und deshalb keine Ausnahmegenehmigungen zur Verwendung von konventionell erzeugtem Saatgut gemäß Art. 45 (5) der VO (EG) 889/2008 oder eine allgemeine Genehmigung gemäß Art. 45 (8) der VO (EG) 889/2008 erteilt werden können.  Eine Übersicht zu den verfügbaren ökologisch vermehrten Sorten finden Sie unter: www.organicxseeds.de

 


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Stand: 03.02.2020