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Allgemeinverfügung für Verwendung von nichtökologischen/nichtbiologischen Raufuttermitteln

Wegen extremer Trockenheit: Erlass ab 01.08.2018 zur Verwendung nichtökologischer Raufuttermittel in ökologisch zertifizierten viehaltenden Betrieben ohne voherigen Antrag möglich

Allgemeinverfügung des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) für die Verwendung nichtökologischer Raufuttermittel in Bio-zertifizierten tierhaltenden Betrieben in Niedersachsen gemäß Artikel 47 c) Verordnung (EG) Nr. 889/2008:

Die außergewöhnliche Trockenheit, die seit dem Frühjahr 2018 in weiten Teilen Niedersachsens vorherrscht, könnte bei tierhaltenden Betrieben im Ökolandbau teilweise zu großen Verlusten oder Beschränkungen in der Futterproduktion geführt haben oder noch führen. Das LAVES hat bereits Kenntnis von vielen Betrieben mit Futtermangel erlangt und hat daher eine Allgemeinverfügung für die Verwendung nichtökologischer Raufuttermittel in Bio-zertifizierten tierhaltenden Betrieben in Niedersachsen gemäß Artikel 47 c) Verordnung (EG) Nr. 889/2008 veröffentlicht.

Mit der Allgemeinverfügung vom 01.08.2018 wurde bekannt gegeben, dass aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit die Verwendung von nichtökologischen/nichtbiologischen bereits geernteten Raufuttermitteln für Bio-zertifizierte tierhaltende Betriebe zugelassen wird.

Die betriebsbezogene Futtersituation aufgrund von Verlust oder Beschränkung der Futterproduktion ist dem LAVES nach Zukauf der Futtermittel mit der Anlage zur Allgemeinverfügung nachvollziehbar darzustellen und die Knappheit an ökologisch erzeugtem Raufutter zu begründen. Ebenso ist eine Nichtverfügbarkeitsbescheinigung in Form einer Bestätigung eines Bio-Anbauverbandes, eines Ergebnisses eigener Suchanfragen oder eines Auszugs aus der Bio-Warenbörse vorzulegen, dass der Erwerb ökologisch erzeugter Raufuttermittel nicht vollumfänglich oder nicht zu vertretbaren Bedingungenmöglich war.

Auf die Vorlage dieser Unterlagen kann nicht verzichtet werden, da es sich hier um eine Ausnahmeregelung handelt, die immer grundsätzlich eng auszulegen und stets anhand des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit zu prüfen ist. Sie gilt nur für die Betriebe, die auch tatsächlich von den außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen entsprechend betroffen sind.

Die Allgemeinverfügung mit verfügendem Teil und Begründung wurde am 01.08.2018 öffentlich bekannt gemacht und gilt ab sofort als bekannt gegeben und wirksam.

Quelle: http://www.laves.niedersachsen.de/lebensmittel/oekologischer_landbau/information_vordrucke/verluste-in-der-futterproduktion-161279.html

Zu beachten gilt es, wie Ihr Verband und Ihre Molkerei zu den nichtökologischen Futtermitteln steht. Bitte halten Sie mit den Zuständigen Rücksprache.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen zur Verfügung.


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Beraterin Ökologische Tierhaltung, Umstellungsberatung
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Stand: 06.08.2018