Webcode: 01034953

Nur noch bis 31. März: Rente rückwirkend bis zum 1. September 2018 beantragen und Rentenzuschläge sichern

Die Landwirte, die rentenberechtigt sind, also die Jahrgänge 1953 oder älter, und bis heute keine Rente beziehen, können sich den in der Vergangenheit erworbenen Rentenzuschlag von 0,5 % pro Monat nur sichern, wenn sie bis zum 31.3.2019 einen Rentenantrag stellen. Danach verfällt dieser Anspruch. Auch die Möglichkeit, die Rente noch rückwirkend bis frühestens 1. September 2018 zu erhalten endet mit Antragstellung bis zum 31.3.2019.

Bis vor kurzem konnten Landwirte nur in den Genuss der Altersrente der Landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK) kommen, wenn sie ihren Betrieb abgegeben haben. Das führte dazu, dass einige Landwirte auch weit über die Regelaltersgrenze hinweg keine Rente beantragten. Für jeden Monat späterer Inanspruchnahme gab es dafür einen dauerhaften Rentenzuschlag von 0,5 %.

Mit Abschaffung der Hofabgabeklausel im letzten Jahr wurde allerdings auch der Rentenzuschlag wegen späterer Inanspruchnahme der Regelaltersrente abgeschafft. Durch Antragstellung der Rente bis zum 31.3.2019 kann dieser Zuschlag noch gesichert werden.

Auswirkungen hat der Rentenbezug jedoch auf den Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag. Unabhängig vom Alter des Landwirts besteht weiterhin die Versicherungspflicht als landwirtschaftlicher Unternehmer, solange die Mindestgröße des Betriebes erreicht bzw. überschritten wird. Das bedeutet, dass der pflichtversicherte landwirtschaftliche Unternehmer weiterhin Beiträge aus seinem landwirtschaftlichen Betrieb zahlt und zwar, wie gehabt, über die Einstufung nach Beitragstabelle. Sobald der Landwirt aber Rente bezieht, werden zusätzliche Beiträge fällig, und zwar aus:

  • Versorgungsbezügen
  • Renten der Deutschen Rentenversicherung
  • Renten der Landwirtschaftlichen Alterskasse
  • außerlandwirtschaftlichem Arbeitseinkommen, wozu z.B. gewerbliche Einkünfte aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen ebenso gehören, wie Arbeitnehmereinkünfte von mehr als 450 € pro Monat.

Die Höhe der Beiträge liegt bei 15,5 % (14,6 % + 0,9 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag) der Einkünfte für die Kranken- und 3,05 % für die Pflegeversicherung (bei Kinderlosen 3,3%). Eine Ausnahme bilden die gesetzlichen Renten. Hierfür teilen sich Rentner und Rentenversicherungsträger die Beiträge zur Krankenkassenversicherung, so dass der Rentner nur 7,75 % selber trägt. Der Beitrag für die Pflegeversicherung muss hingegen komplett vom Rentner übernommen werden.

Im ungünstigen Fall können die Versicherungsbeiträge insgesamt also höher ausfallen als die zu erwartende Rente. Die Beitragsbemessungsgrenze, also die Obergrenze für alle Beiträge, liegt bei 621,27 € für die Krankenversicherung und 108,72 € für die Pflegeversicherung (117,67 € für Kinderlose). Das entspricht den Beiträgen zur Landwirtschaftlichen Krankenkasse in der höchsten Beitragsklasse 20. Eine Empfehlung der LAK ist, sich vor der Antragstellung von der Krankenkasse beraten zu lassen.

Der Rentenantrag selber kann formlos gestellt werden, woraufhin die Landwirtschaftliche Alterskasse die Antragsunterlagen zuschickt. Es besteht aber auch nach Zugang des Rentenbewilligungsbescheids immer noch die Möglichkeit, den Antrag innerhalb einer Frist von 4 Wochen zu widerrufen.

Voraussetzung zum Bezug einer Altersrente ist das Erreichen der Regelaltersgrenze, die je nach Geburtsjahr zwischen 65 und 67 Jahren liegt, und die Erfüllung der Wartezeit von 15 Jahren bei der Landwirtschaftlichen Alterskasse (LAK). Die Beiträge zur Alterskasse in Höhe von 253 €/Monat fallen mit Erreichen der Regelaltersgrenze, bzw. dem Bezug einer Rente weg.

Ehegatten können die Altersrente bis zu zehn Jahre vor Erreichen der Regelaltersgrenze vorzeitig in Anspruch nehmen, wenn die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt ist und der Ehegatte bereits Anspruch auf eine Regelaltersrente hat. Bei zusätzlichen Einkünften von mehr als 450 € / Monat können Hinzuverdienstgrenzen allerdings zu Rentenkürzungen führen.


Kontakt:
Eva-Maria Asmussen
Sozioökonomische Beratung
Telefon: 0441 801-814
Telefax: 0441 801-819
E-Mail:


Stand: 14.03.2019