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Getreidemarkt: USDA- Bericht April 2021

Das Geschehen an den Warenterminbörsen ist ebenfalls ausschlaggebend für die Entwicklung der Erzeugerpreise in Niedersachsen. Hierbei findet insbesondere der monatliche Bericht des US-Agrarministeriums über die globale Angebots- und Nachfrage-Situation Beachtung bei den Marktteilnehmern, u. a. auch bei den hiesigen Erfassern. Diese nutzen häufig die Preisabsicherung über die Warenterminmärkte für ihr Risikomanagement. Damit wirken sich die Gegebenheiten auf dem internationalen Markt auf die Preisentwicklung vor Ort aus. Die Ergebnisse des aktuellen Berichtes haben wir für Sie im Folgenden zusammengefasst. 

Weizen: Sinkende globale Endbestände trotz Rekord-Produktion 
Welt: Auf globaler Ebene fällt das Weizen-Angebot als Summe aus Anfangsbeständen und Produktion kleiner aus als im Vormonatsbericht. Trotz einer leichten Reduzierung der Produktion wird mit 776,5 Mio. t jedoch immer noch eine globale Rekordernte erwartet. Doch gleichzeitig steigt der Verbrauch, insbesondere durch einen höheren Futterbedarf für China um 5,1 Mio. t auf 781 Mio. t. In China wird der Weizen zunehmend interessanter für die Futterindustrie, da der Maispreis dort deutlich gestiegen ist. Alleine in diesem Land erhöhte sich der Weizenbedarf für die Verfütterung um 5 Mio. t auf 40 Mio. t. Der Gesamt-Verbrauch Chinas steigt dementsprechend von 145 Mio. t auf 150 Mio. t. Als Folge sinken die globalen Endbestände um 5,7 Mio. t auf 295,5 Mio. t. Die durchschnittliche Markterwartung lag im Vorfeld bei 301,59 Mio. t. Ausschlaggebend für das deutliche Minus sind dabei die Bestände in China, die sich das erste Mal seit acht Jahren auf 145,43 Mio. t verringern. 
USA: Ein kleineres Angebot aufgrund geringerer Importe sowie sinkende US-Verbrauchszahlen führten beim Weizen zu einer Erhöhung der US-Endbestände von 22,76 Mio. t auf 23,18 Mio. t. Die Markterwartungen wurden dabei sogar überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich aber ein Minus von 17%.
Reaktion an den Börsen: Sowohl an der Matif als auch in Chicago reagierten die Kurse positiv auf die aktuellen Zahlen. Mai-Weizen kletterte an der Börse in Paris auf 212,75 EUR/t und der US-Kontrakt legte in Chicago um knapp 1,6% auf 638,75 ct/bu zu.


Mais: Hoher Futterbedarf sorgt für geringere Endbestände 
Welt: Auf globaler Ebene steigt der Verbrauch stärker als die Produktion. Die Produktionsmenge beläuft sich auf 1,137 Mrd. t und steht einem Verbrauch von 1,156 Mrd. t gegenüber. Die Steigerung des Verbrauchs in Höhe von 4,4 Mio. t ergibt sich zum Großteil aus einem höheren Bedarf für die Fütterung. Chinas Bilanz blieb dabei jedoch unverändert. Vielmehr erhöhten sich die Verbrauchs-Zahlen für die USA, die Ukraine, Brasilien und Europa. Die Weltendbestände fallen dementsprechend um 3,8 Mio. t auf 283,85 Mio. t. Bereits im Vorfeld hatten die Analysten mit einer Abwärtskorrektur gerechnet. Doch diese fiel noch stärker aus als erwartet. Für Brasilien blieb die Produktionsmenge unverändert bei 109 Mio. t. Eine Reduzierung wurde für Argentinien um 500.000 t auf 47 Mio. t vorgenommen. 
USA: Im Vorfeld des USDA-Berichtes gingen die Marktteilnehmer bereits davon aus, dass sich US-Endbestände deutlich reduzieren werden. Diese Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Ein höherer Verbrauch in den USA für Futter und die Ethanol-Herstellung erhöhte den Bedarf um knapp 2 Mio. t auf 307,35 Mio. t. Gleichzeitig stieg die Exportmenge um ca. 1,9 Mio. t auf 67,95 Mio. t. Damit wird ein neuer Rekord erreicht. Verantwortlich dafür ist hauptsächlich der Aufbau der Viehbestände in Südostasien. Neben China werden als weitere Hauptabnehmer Mexiko, Japan, Kolumbien, Südkorea und Taiwan genannt. Unterm Strich ergibt sich für die USA eine Abwärtskorrektur der Endbestände um ca. 4 Mio. t auf 34,34 Mio. t.
Reaktionen an der Börse: Kurz nach der Veröffentlichung des Berichtes erfolgte an der CBoT ein Anstieg auf 585 ct/bu. Aufgrund von Gewinnmitnahmen landete der Schlusskurs des Frontmonats jedoch im Minus bei 577,25 ct/bu. Die hinteren Kontrakte schlossen mit einem leichten Plus. An der Matif erreichte der Mai-Kontrakt mit 217 EUR/t den höchsten Stand seit gut zwei Wochen.


Ölsaaten: Höhere Soja-Bestände aufgrund von erwarteter Rekordernte in Brasilien und geringerem Verbrauch in China
Welt: Trotz der witterungsbedingten Verzögerungen bei der Sojaernte wird für Brasilien mit 136 Mio.t eine Rekordernte erwartet. Die globale Produktionsmenge erhöht sich entsprechend um 1,4 Mio. t auf 363,19 Mio. t. Demgegenüber steht ein Verbrauch von 369,55 Mio. t. Im Vergleich zum Vormonat wurde eine Abwärtskorrektur um ca. 1,8 Mio. t vorgenommen. Ein deutlich geringerer Verbrauch wurde dabei für China genannt. Dieser sinkt um 2 Mio. t von 116,7 Mio. t auf 114,7 Mio. t. Analysten vermuten, dass sich hier schon die zweite ASP-Welle in China bemerkbar macht. Während Chinas Importbedarf unverändert bei 100 Mio. t bleibt, sinkt die Verarbeitungsmenge um 2 Mio. t auf 94 Mio. t. Gleichzeitig steigen die Endbestände im Reich der Mitte ebenfalls um 2 Mio. t auf 31,6 Mio. t und auf globaler Ebene um 3,1 Mio. t auf 86,87 Mio. t 
USA: Entgegen den Erwartungen der Analysten blieben die US-Endbestände unverändert zum Vormonat. Die leichte Aufwärtskorrektur der Exporte auf 62,05 Mio. t wurde durch eine Reduzierung der Verbrauchsmenge auf 62,47 Mio. t nahezu ausgeglichen, sodass keine Änderungen an den Endbeständen vorgenommen wurden. Diese belaufen sich weiterhin auf 3,25 Mio. t.
Reaktionen an der Börse: Die Sojabohnen rutschten an der CBoT im Tiefpunkt auf 1.400,75 ct/bu zurück und gingen mit 1.403 ct/bu aus dem Handelstag. Der Rapskontrakt an der Matif folgte der schwächeren Tendenz und gab leicht auf 510,50 EUR/t nach. 


Quelle: www.usda.gov


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Stand: 12.04.2021