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Getreidemarkt: USDA-Bericht September 2021

Am 10. September 2021 wurde vom US-Agrarministerium die aktuelle Einschätzung zur Angebots- und Nachfrage-Situation am globalen Getreide- und Ölsaatenmarkt veröffentlicht. Die Weizenkurse an der Börse tendierten anschließend schwächer, denn es zeichnet sich eine leichte Entspannung der Versorgungslage ab.

Weizen

Versorgungslage entspannt sich

Im aktuellen September-Bericht haben die US-Analysten ein größeres Angebot an Weizen gemeldet. Während für Kanada, die EU und Indien erhöhte Anfangsbestände genannt wurden, haben sich die Produktionsprognosen für Australien, Indien und China verbessert. Bereits in der vergangenen Woche korrigierte das australische Landwirtschaftsamt ABARES die Ernteerwartung für Weizen und Raps nach oben. Günstiges Wetter und hohe Preise haben die Farmer dazu veranlasst, ihre Wintergetreideflächen auf ein Rekordniveau zu vergrößern und dementsprechend wurde die Weizenmenge auf 32,6 Mio. t geschätzt. Das USDA zeigt sich nicht ganz so optimistisch und nennt im aktuellen Bericht eine Weizenernte in Höhe von 31,5 Mio. t. Dennoch wäre das die dritthöchste Erntemenge seit Aufzeichnungsbeginn. Weitere Erhöhungen gab es für Indien und auch China, doch diese Mengen spielen für den Weltmarkt kaum eine Rolle, denn die Produktion wird weitgehend im eigenen Land verbraucht. Weniger Weizen wird für Kanada und Argentinien erwartet.

Endbestände steigen, bleiben jedoch unter Vorjahresniveau

Das größere Weizenangebot steht jedoch auch einem höheren Verbrauch gegenüber. Dieser steigt im Vergleich zum Vormonat um 3 Mio. t auf 789,63 Mio. t an. Unterm Strich überwiegt aber der Angebotszuwachs und die globalen Endbestände klettern auf 283,22 Mio. t. Damit wird die Analysten-Schätzung in Höhe von 279 Mio. t noch übertroffen, die Vorjahresmenge wird dabei allerdings noch um knapp 9 Mio. t verfehlt.

Reaktionen an der Börse: Mit den höheren Endbeständen setzte sich die schwächere Tendenz der Vortage fort. An der US-Börse tendierten die vorderen Kontrakte schwächer. Der Dezember-Kontrakt fiel auf 688,50 ct/bu zurück und landete auf dem tiefsten Stand seit ca. 6 Wochen. Schwäche zeigten auch die Matif-Kontrakte. Der September-Kontrakt verabschiedete sich mit 235,75 EUR/t aus dem Handel. Dezember-Weizen gab auf 237,75 EUR/t nach.

Mais

Mehr Mais in den USA und China

Wie beim Weizen sorgten auch beim Mais höhere Anfangsbestände und eine größere Produktion für eine entspanntere Marktlage. Sowohl die Anfangsbestände als auch die Erntemenge wurde für die USA, Argentinien und China nach oben korrigiert. In China haben nach Angaben der Analysten verbesserte Witterungsbedingungen für Ertragssteigerungen sorgen können. Trotz des höheren Angebots bleibt der Importbedarf weiterhin bei 26 Mio. t. Für die USA beläuft sich die Erntemenge 21/22 auf 380,93 Mio. t und übersteigt damit die Vorjahresmenge um deutliche 20 Mio. t.

Verbrauch steigt, aber nicht so stark wie Produktion

Der globale Verbrauch steigt im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Mio. t auf 1,186 Mrd. t. Ausschlaggebend sind dafür die Erhöhungen für die USA und Kanada. Dennoch übersteigt die Aufwärtskorrektur der globalen Produktion den Mehr-Verbrauch und damit erhöhen sich die globalen Endbestände auf 297,63 Mio. t. Das entspricht einem Plus von 13 Mio. t zum Vormonat.

Die Schätzungen für die Ukraine blieben unverändert zum Vormonat bei 39 Mio. t. Dementsprechend hält sich auch die Exportmenge bei 32 Mio. t. Veränderungen gab es dagegen für Argentinien. Eine Aufwärtskorrektur der Produktion und gleichzeitig steigende Exporte halten die Endbestände jedoch unverändert. Für die EU werden 65,5 Mio. t erwartet, die Importe bleiben auf dem Stand des Vormonats bei 15 Mio. t.

Reaktionen an der Börse: Höhere Endbestände ließen die Börsenkurse zunächst etwas schwächer tendieren. An der Matif rutschte der Frontmonat auf 211,50 EUR/t, US-Mais für Dezember gab zunächst nach und rutschte im Tiefpunkt unter die 5-Dollar-Marke. Zum Börsenschluss hangelte er sich jedoch auf 517,50 ct/bu zurück.

Soja

Globale Ölsaatenproduktion sinkt; Sojabohnen-Endbestände steigen

Höhere Anfangsbestände und eine größere US-Produktion heben die US-Endbestände der Sojabohnen auf 5,04 Mio. t. Auf globaler Ebene erfolgte für die Ölsaaten ebenfalls eine Erhöhung der Endbestände, doch die Produktion fiel für die Hauptanbauländer außerhalb der USA geringer aus als im Vormonat. Sie sank um 1,5 Mio. t auf 499,8 Mio. t. hauptsächlich verursacht durch geringere Rapsernten in Kanada und der EU. Für Kanada wird eine Rapsernte in Höhe von 14 Mio. t erwartet. Das kanadische Statistikamt ging zuletzt von 14,7 Mio. t aus. Marktbeteiligte rechnen jedoch aufgrund der Dürre mit weiteren Abwärtskorrekturen. Eine höhere Rapsernte zeichnet sich dagegen in Australien ab. Das Landwirtschaftsamt ABARES aktualisierte die Schätzung auf eine neue Rekordmenge von über 5 Mio. t.

Sojabohnen-Produktion in 21/22 deutlich über Vorjahr

Die globalen Sojaendbestände steigen aufgrund höherer Anfangsbestände Chinas sowie höherer Endbestände in den USA. Die Welt-Produktion erhöht sich im Vergleich zum Vormonat auf 384,42 Mio. t. Das entspricht einem Plus von über 20 Mio. t in der Saison 20/21. Die Endbestände belaufen sich nach Meinung der US-Analysten auf 98,9 Mio. t nach 95,8 Mio. t im Vorjahr. Auch die Erwartungen im Vorfeld wurden damit übertroffen. Chinas Importe erhöhen sich in dieser Saison auf 101 Mio. t nach 99 Mio. t in 20/21.

Reaktionen an der Börse: Trotz der geringeren Rapsproduktion schloss der Frontmonat an der Matif mit 570,75 EUR/t nur moderat im Plus. Die Sojabohnen rutschten angesichts der höheren Endbestände zwischenzeitlich auf 1.262,75 ct/bu zurück. Zum Ende des Handelstages drehte sich jedoch die Stimmung und der Dezember-Kontrakt ging mit 1.286,50 ct/bu ins Wochenende.

 

Globale Getreide- und Sojabestände (Quelle: USDA/BQCI, August 2021)
 

USDA September 21

Erwartungen

USDA August 21

Weizen

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

283,20 (+)

279,03

279,06

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,615 0,616 0,627

Mais

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

297,60 (+) 286,01  284,63

US-Endbestände 20/21 (bn bu)

1,187 (+) 1,169 1,117

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

1,408 (+) 1,382 1,242

Soja

Weltendbestände 21/22 (Mio. t)

98,90 (+) 96,89 96,15

US-Endbestände 20/21 (bn bu)

0,175 (+) 0,166 0,160

US-Endbestände 21/22 (bn bu)

0,185 (-) 0,190 0,155

(-) unter Erwartungen

(+) Über Erwartungen

 

Quelle: USDA/BQCI


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Stand: 13.09.2021