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Arbeitskreis Unternehmensführung: Landwirtschaft und Beratung 2030

Zukunftsthemen standen auf dem Programm der diesjährigen Seminarwoche des Arbeitskreises Unternehmensführung, der in Hohenroda tagte. Neben der jährlichen Auswertung der Jahresabschlüsse und der Betriebszweigabrechnungen wurden Themen wie das  Nährstoffmanagement, die Perspektiven an den Märkten, neue Haltungssysteme, Wetterkapriolen, das Tierschutzrecht, Möglichkeiten der Digitalisierung bis hin zu aktuellen Rechtsprechungen im Steuerrecht behandelt. 

Am Beginn der Seminarwoche stellte Ruth Beverborg, Leiterin des Sachgebietes Betriebswirtschaft bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Einkommensentwicklung und die Vollkostenrechnungen der Betriebszweige des abgeschlossenen Wirtschaftsjahres 2016/2017 im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt und im Vergleich zum Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe in Niedersachsen vor. Die kollegiale Beratung im Arbeitskreis ist ein Erfolgsmodell, so liegen die Ergebnisse und die Größen der teilnehmenden Betriebe um ein Vierfaches höher als die Durchschnittsergebnisse der Haupterwerbsbetriebe in Niedersachsen.

Die Neuerungen der Agrarförderung 2018 wurden von Herrn Franz-Josef Schoo, Wirtschaftsberater an der Außenstelle Bersenbrück vorgestellt. Es gibt viele Änderungen im Detail. So werden in diesem Jahr keine ANDI-DVD's verschickt, sondern die Antragsdaten stehen ab dem 17. März 2018 zum Download beim SLA Niedersachsen bereit. Beratungstermine zur Antragerstellung Agrarförderung sollten bereits jetzt vereinbart werden. Flächen in anderen Bundesländern müssen mit dem Antragsprogramm des Belegenheitslandes beantragt werden. Ein weiteres Beispiel: Bislang wurde die Junglandwirteprämie je Betriebsinhaber (nicht älter als 40 Jahre im Jahr der Antragstellung) für einen Höchstzeitraum von fünf Jahren gewährt, wobei sich der Zeitraum um die Anzahl der Jahre verkürzte, die zwischen der erstmaligen Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebes und der ersten Antragstellung auf eine Zahlung für Junglandwirte vergangen waren. Ab dem 01.01.2018 wird die Zahlung der Junglandwirteprämie für die ersten fünf Jahre der Antragstellung gewährt. Es ist unerheblich, wann erstmals ein Betrieb übernommen wurde. Hat ein Junglandwirt beispielsweise bereits in 2012 eine gewerbliche Tierhaltung übernommen und stellt erst in 2018 erstmals einen Flächenantrag, kann die Junglandwirteprämie für die Jahre 2018 bis 2022 gewährt werden. Diese Neuregelung beinhaltet auch, dass ein Junglandwirt, der in 2015 erstmals Junglandwirteprämie erhalten hat und in den Folgejahren nicht oder teilweise nicht mehr, weil bereits mehr als fünf Jahre seit der Übernahme eines Betriebes vergangen waren, jetzt wieder in 2018 und 2019 Junglandwirteprämie erhält.

Ergänzt wurde der Vortrag von Herrn Schoo um aktuelle Themen aus der Agrarpolitik von Herrn Dr. Holger Hennies, Mitglied im Arbeitskreis Unternehmensführung und Vizepräsident im Landvolklandesverband Niedersachsen. Einen ganzen Nachmittag nahm die Diskussion anlässlich der vielen Änderungen im Nährstoffmanagement durch die neue Dünge- und Stoffstrombilanzverordnung ein. Vorbereitend hatten Herr Schoo und Frau Anna-Lena Niehoff, Unternehmensberaterin der LWK Niedersachsen, je einen Betrieb aus der Ackerbau-, Futterbau- und Veredelungsgruppe nach den neuen Vorgaben berechnet. Die intensive Diskussion brachte ein höheres gegenseitiges Verständnis der Wirtschaftsdünger abgebenden Viehhalter und der Wirtschaftsdünger aufnehmenden Ackerbaubetriebe. Eine vergleichende Betrachtung von verschiedenen Fruchtfolgen auf das Bilanzsaldo stellte dazu Herr Dr. Christoph Wedde, Berater Pflanzenbau und Pflanzenschutz an der Bezirksstelle Braunschweig vor. Letzlich wurde dieser Themenbereich durch die Betrachtung technischer Innovationen in der Nährstoffaufbereitung durch Herrn Dr. Horst Cielejewski von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen abgerundet.

Zur Zukunft der Beratung 2030 diskutierten unter der Moderation des Arbeitskreisvorsitzenden Friedrich-Wilhelm Trumann Herr Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Herr Philipp Schulze-Esking, DLG Vizepräsident und Herr Ottmar Ilchmann, Vorsitzender der AbL Niedersachsen. Alle Diskutanten waren sich einig, dass landwirtschaftliche Familien Beides: Offizial- und Privatberatung, benötigen. Die Fachberatung, die sich zum Beispiel mit der Produktionstechnik oder der Betriebswirtschaft beschäftigt, wird ihre Bedeutung behalten. Daneben wird aber die systemische Beratung, zum Beispiel in Form eines Coachings, bedeutender. 

Viele weitere Zukunftsthemen wie die Perspektiven auf den Agrarmärkten (Dr. Albert Hortmann-Scholten, LWK Unternehmensbereichsleiter Betrieb, Dr. Christian Bickert, stellv. Chefredakteur der DLG Mitteilungen, Ludwig Börger DBV), die TA-Luft Friedrich Arends, LWK Sachgebietsleiter Immissionsschutz), die Entwicklungen im Tierschutzrecht, der Umgang mit Ermittlungsbehörden (Heíner Thölke, Rechtsanwalt in Visbek), neue Tierhaltungssysteme (Landwirt Ralf Remmert, Prignitzer Landschwein), die Möglichkeiten der Digitalisierung (Clemens Delatreè, Greenspin) , die weitere Entwicklung der Unternehmen, die Generationsnachfolge und aktuelle Rechtsprechungen im Steuerrecht (Daniel Blömer, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Lohne) standen auf der Tagesordnung. Den größten Nutzen, da sind sich die Mitglieder des Arbeitskreises Unternehmensführung einig, bringen die kollegialen Gespräche und Beratungen. 


Haben wir Ihr Interesse geweckt? Hier der Link zu unserem Angebot: Beratungsangebot Arbeitskreis Unternehmensführung.

 

 

 

 

 


Kontakt:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 15.03.2018