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Ökologische Vorrangflächen: Freigabe zur Futternutzung

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des sich daraus ergebenden Futtermangels hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass im Jahr 2018 Brachen als ökologische Vorrangflächen (öVF) für Futterzwecke freigegeben sind. Nun sollen auch die bundesrechtlichen Vorgaben zum Zwischenfruchtanbau auf ökologischen Vorrangflächen für eine Futternutzung gelockert werden.

Der Aufwuchs der Bracheflächen (Nutzungscode 062) darf bereits ab dem 16. Juli 2018 landesweit für Futterzwecke genutzt werden. Eine andere Verwendung, zum Beispiel in einer Biogasanlage, ist allerdings nicht zulässig. Die Nutzung umfasst die maschinelle Ernte wie auch die Beweidung von ökologischen Vorrangflächen mit dem Nutzungscode 062 (Brache ohne Erzeugung).

In gleichem Maße genutzt werden können ab dem 1. Juli von jeher ÖVF mit den Nutzungscodes 058 (Feldrändern), 056 (Pufferstreifen-Ackerland), 057 (Pufferstreifen-Grünland) und 054 (Streifen am Waldrand). Die Regelung bezieht sich nur auf das Entfernen des vorhandenen Aufwuchses. Das bedeutet: Bearbeitungsschritte darüber hinaus oder eine Aussaat sind nicht erlaubt und auch die anderen Vorgaben für ÖVF, zum Beispiel bezüglich Düngung und Pflanzenschutz, gelten weiterhin (Pressestelle ML).

Nun sollen auch die bundesrechtlichen Vorgaben zum Zwischenfruchtanbau auf ökologischen Vorrangflächen (öVF-Typ-52) gelockert werden: Derzeit sind zwei Veränderungsentwürfe der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung und der Agrarzahlungen-Verpflichtungsverordnung im Gesetzgebungsverfahren, so dass Zwischenfrüchte für Futterzwecke genutzt werden dürfen. Diese Verordnungen sehen vor, dass die Länder in Gebieten mit ungünstigen Witterungsbedingungen im Jahr 2018 im Einzelfall auf Antrag einen Zeitraum von acht Wochen festlegen können, in dem die ÖVF mit Zwischenfruchtmischungen bestellt sein müssen. Normalerweise gilt ein Zeitraum von 1. Oktober bis 31. Dezember. Nach dem Ablauf der Frist soll der Aufwuchs uneingeschränkt für Futterzwecke genutzt werden können. Der Acht-Wochen-Zeitraum beginnt am Tag nach der Aussaat der letzten ÖVF-Zwischenfrucht durch den Betriebsinhaber. Landwirte, die interessiert sind, diese geplante Möglichkeit zu nutzen, sollten daher vorsorglich die Aussaat sowie bereits erfolgte Aussaaten auf ihren Flächen mit ÖVF-Zwischenfruchtmischungen in geeigneter Weise dokumentieren, zum Beispiel durch Fotos mit automatischer Ort- und Datumsangabe.  (Pressemitteilung BMEL).

Beratungshinweise:

  1. Sobald die Witterung es zulässt, kann die für die Zwischenfrucht ausgewiesene Fläche bis spätestens zum 30.09. zur Erzeugung von Futter, z.B. Ackergras, genutzt werden (Achtung: keine öVf-Zwischenfruchtnutzung). Ab dem 01.10. ist diese Fläche allerdings spätestens mit einer öVf-Zwischenfruchtmischung zu bestellen.
     
  2. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die leer geräumten Getreideflächen, die als öVf-Zwischenfrucht gemeldet sind, mit einer Ackergrasmischung zu bestellen. Wohin mit der öVf-Verpflichtung? Aller Voraussicht nach, werden die trockenen Maisbestände in diesem Jahr vor dem 01. Oktober abgeerntet sein. Mittels eines Modifikationsantrag  können die Verpflichtungen zur öVf-Zwischenfrucht auf die geernteten Maisflächen umgelegt werden. Dieser Antrag muss bis zum 01.10. eines Jahres bei der zuständigen Bewilligungsstelle vorliegen.
     
  3. Bestellen Sie die öVF Zwischenfruchtflächen mit einer Futtermischung (Kulturartenkatalog Zwischenfrucht beachten, siehe Anlage!). Eine Futternutzung wäre nach Inkrafttreten der geänderten Verordnungen und nach Ablauf des betriebsindividuellen Zeitraums von acht Wochen möglich. Es bleibt aber dabei, dass die Zwischenfrüchte auch nach Nutzung bis zum 15.02.2019 stehen bleiben müssen. D. h. eine frühzeitige einarbeitung nach der Nutzung ist nicht erlaubt.

 


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Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
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Stand: 16.08.2018