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Ökologische Vorrangflächen: Freigabe zur Futternutzung

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des sich daraus ergebenden Futtermangels hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass im Jahr 2018 Brachen als ökologische Vorrangflächen (öVF) für Futterzwecke freigegeben sind. Diese Freigabe gilt ab sofort auch für ÖVF- Zwischenfrüchte (52) und ÖVF-Untersaat (53).

Nutzung Brache

Der Aufwuchs der Bracheflächen (Nutzungscode 062) darf bereits ab dem 16. Juli 2018 landesweit für Futterzwecke genutzt werden. Eine andere Verwendung, zum Beispiel in einer Biogasanlage, ist allerdings nicht zulässig. Die Nutzung umfasst die maschinelle Ernte wie auch die Beweidung von ökologischen Vorrangflächen mit dem Nutzungscode 062 (Brache ohne Erzeugung).

In gleichem Maße genutzt werden können ab dem 1. Juli von jeher ÖVF mit den Nutzungscodes 058 (Feldrändern), 056 (Pufferstreifen-Ackerland), 057 (Pufferstreifen-Grünland) und 054 (Streifen am Waldrand). Die Regelung bezieht sich nur auf das Entfernen des vorhandenen Aufwuchses. Das bedeutet: Bearbeitungsschritte darüber hinaus oder eine Aussaat sind nicht erlaubt und auch die anderen Vorgaben für ÖVF, zum Beispiel bezüglich Düngung und Pflanzenschutz, gelten weiterhin (Pressestelle ML).

 

Freigabe ÖVF- Zwischenfrüchte (52) und ÖVF-Untersaat (53)

Der Bundesrat hat den geplanten Änderungen des §  31 Abs. 4  DirektZahlDurchfV zugestimmt. Das bedeutet für Niedersachsen und Bremen, dass die ÖVF- Zwischenfrüchte (52) und ÖVF-Untersaat (53)  ab sofort für Futterzwecke genutzt werden können.  Auf ein Anzeige- oder Genehmigungsverfahren wird verzichtet. Die Nutzung ist beschränkt auf Futterzwecke in Form von Beweidung oder Schnittnutzung und auch die sonstigen Auflagen für ÖVF-Zwischenfrüchte sind einzuhalten. Das umfasst u.a. die Aussaat vor dem 1. Oktober, die Verwendung spezieller Saatgutmischungen sowie die Vorgabe, dass die Zwischenfrüchte und Untersaaten auch bei einer Nutzung bis zum 15.02.2019 stehen bleiben müssen.

 

Beratungshinweise:

  1. Sobald die Witterung es zulässt, kann die für die Zwischenfrucht ausgewiesene Fläche bis spätestens zum 30.09. zur Erzeugung von Futter, z.B. Ackergras, genutzt werden (Achtung: keine öVf-Zwischenfruchtnutzung). Ab dem 01.10. ist diese Fläche allerdings spätestens mit einer öVf-Zwischenfruchtmischung zu bestellen.
     
  2. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die leer geräumten Getreideflächen, die als öVf-Zwischenfrucht gemeldet sind, mit einer Ackergrasmischung zu bestellen. Wohin mit der öVf-Verpflichtung? Aller Voraussicht nach, werden die trockenen Maisbestände in diesem Jahr vor dem 01. Oktober abgeerntet sein. Mittels eines Modifikationsantrag  können die Verpflichtungen zur öVf-Zwischenfrucht auf die geernteten Maisflächen umgelegt werden. Dieser Antrag muss bis zum 01.10. eines Jahres bei der zuständigen Bewilligungsstelle vorliegen.
     
  3. Bestellen Sie die öVF Zwischenfruchtflächen mit einer Futtermischung (Kulturartenkatalog Zwischenfrucht beachten, siehe Anlage!). Eine Futternutzung ist möglich. Es bleibt aber dabei, dass die Zwischenfrüchte auch nach Nutzung bis zum 15.02.2019 stehen bleiben müssen. D. h. eine frühzeitige einarbeitung nach der Nutzung ist nicht erlaubt.

Verfahren zur Neueinsaat von Dauergrünland

In diesem Jahr gibt es aufgrund der langahnhaltenen Trockenheit ein beschleunigtes Verfahren zur Neueinsaat von Dauergrünland. Benutzen Sie dafür die benötigen Vordrucke. Zeigen Sie zunächst die geplante Nerbenerneuerung bei der bei der unteren Naturschutzbehörde bzw. unteren Wasserbehörde ihres Landkreises (UNB/UWB) mit dem Vordruck an und stellen Sie nach dieser Anzeige bei der UNB/UWB sofort den Antrag auf Pflügen von Dauergrünland bei Ihrer zuständigen Bewilligungsstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Diesem Antrag ist der Nachweis für die Anzeige beizufügen (z.B. Kopie der „Anzeige-Mail“ an die UNB/ UWB).


Kontakt:
Anna-Lena Niehoff
Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
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Stand: 25.09.2018