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Dürrehilfe ab sofort zu beantragen!

Innerhalb von vier Wochen, vom 01.11.2018 bis zum 30.11.2018, können Sie die Dürrebeihilfe 2018 beantragen, falls Sie einen 30%igen-Ertragsausfall in der Bodenproduktion sowie die Existenzgefährdung Ihres Betriebes nachweisen können. Lesen Sie hier, was es zu beachten gilt!

 

Folgende Kriterien sind für die Dürrebeihilfe zu erfüllen (hier geht es zu den Antragsformularen):

 

1. Kriterium: 30%iger-Ertragsausfall in der Bodenproduktion

Um Dürrehilfe erhalten zu können, muss im ersten Schritt ein 30%iger-Ertragsausfall (Naturalertrag) in der Bodenproduktion nachgewiesen werden. Dafür sind die Kulturen  des Schadjahres 2018 (Betriebsspiegel aus dem Antrag für Agrarförderung) den Jahren 2014 bis 2016 gegenüberzustellen. Errechnet sich ein mindestens 30iger-Ertragsausfall (siehe Antragsformulare) ist die erste Hürde zur Erlangung der Dürrebeihilfe genommen. Für Grünland, Silomais etc. werden regionsspezifische Durchschnittswerte zur Verfügung gestellt. Für Betriebe ohne Buchführung werden für die Kulturen ebenfalls Durchschnittswerte zugrunde gelegt. Für die Berechunung des Ertragsrückgangs sollten vorrangig betriebseigene Daten genutzt werden.

 

2. Kriterium: Existenzgefährdung

Eine Dürrebeihilfe können nur Betriebe erhalten, die als existenzgefährdet eingestuft werden. Eine Weiterbewirtschaftung der Betriebe im nächsten Wirtschaftsjahr wäre somit fraglich. Um dieses Kriterium prüfen zu können, bedarf es des Nachweises anhand von Unterlagen.

 

a. Prosperitätsgrenze

 Für die Prüfung der Prosperitätsgrenze wird die durchschnittliche Summe der positiven Einkünfte der letzten drei Jahre herangezogen. Wird bei Ledigen eine Grenze von 90.000 € und bei Ehepartner die Grenze von 120.000 € überschritten, erfolgt eine 100 %-ige Kürzung. Bei Gesellschaften wird nach %-Gesellschafteranteil gekürzt, bei demjenigen Mitgesellschafter, der die Prosperitätsgrenze überschreitet. Prüfen Sie die Einhaltung bzw. Überschreitung dieser Grenze anhand Ihrer Steuerbescheide. Sollten Sie diese Grenze überschreiten, so kann bei einem Einzelunternehmen kein Antrag auf Dürrebeihilfe gestellt werden.

 

b. Summe der Gesamteinkünfte aus gewerblicher Tätigkeit (Biogas, PV, Windkraft, gewerblicher Tierhaltung) darf 35% an den Gesamteinkünften nicht überschreiten

Überprüfen Sie anhand der Steuerbescheide, ob Ihre Einkünfte aus gewerblichen Tätigkeiten (Biogas, PV. Windkraft, etc.) nicht die 35%-Grenze an den Gesamteinkünften (Summe aller 7 Einkunftsarten) überschreiten.

Wird diese Grenze überschritten, so kann kein Antrag auf Dürrehilfe gestellt werden.

Achtung: Nach Entscheidung der Bund-Länder Arbeitsgruppe vom 16.11. gilt diese Grenze nur für Betriebe mit einer Summe der Gesamteinkünfte > 70.000 € oder einer Summe der gewerblichen Einkünfte > 70.000 €.

Die Gesamteinkünfte von 70.000 Euro werden auf das Unternehmen bezogen. Die gewerblichen Einkünfte selbst dürfen nicht über 70.000 Euro liegen, da dann davon ausgegangen werden kann, dass das Unternehmen nicht in der Existenz gefährdet ist. Eine Antragsstellung ist in diesem Fall nicht möglich.

 

c. Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand > 25%

Die Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand darf nicht größer als 25% sein. In diesem Fall kann kein Antrag auf Dürrebeihilfe gestellt werden.

 

d. Ø-Cashflow III < errechneter Schaden

Ein landwirtschaftlicher Betrieb (dazu zählen auch Gärtnerei, Baumschulen Imkereien, Wanderschäfereien etc.) gilt als existenzgefährdet, wenn der durchschnittliche Cashflow III der Jahresabschlüsse 2014/15, 2015/16, 2016/17  kleiner ist als der ermittelte Schaden. Diese Berechnung können Sie den Antragsunterlagen entnehmen. In Niedersachsen wird zudem eine „verschärfte“ Cashflow III-Regelung eingeführt: Bei der Ermittlung des Cashflow III soll ein zweistufiges Verfahren zur Anwendung kommen. Unternehmen, deren Schaden größer ist als der Cashflow III 1. Stufe, sollen vorrangig bearbeitet, bewilligt und ausgezahlt werden. Danach sollen die Unternehmen, deren Schaden größer als der Cashflow III 2. Stufe ist, eine Leistung erhalten. Die Berechnung der unterschiedlichen Stufen ist im Antragsformular dargestellt.

 

3. Ermittlung der Schadenhöhe

Schäden in den Betrieben können zu höchstens 50 % ausgeglichen werden. Die Hilfen sollen als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden.

Die Schadenhöhe kann mit dem Antrag auf Dürrehilfe ermittelt werden, indem die reduzierten Bodenerträge mit den Verkaufspreisen multipliziert werden.

Zudem werden weitere Kosten aufgrund der Dürre (Transportkosten etc.) berücksichtigt werden. Gleichzeitig müssen aufgrund der Schadenminderungspflicht eingesparte Kosten, wie z.B. die gesparten Häckslerkosten aufgrund des Ausfalls des zweiten und/oder dritten Schnitts der Grasernte gegengerechnet werden, wie auch etwaiger Versicherungszahlungen und zweckgebundener Hilfen Dritter etc.

Von dieser errechneten Summe (Summe x) ist mit Hilfe des Antragsformulars das innerhalb eines Jahres liquidierbare Privatvermögen zu subtrahieren. Je höher das Privatvermögen, desto geringer die Hilfe. Auf den Schaden anzurechnen ist nur der Betrag des Privatvermögens, der über 50 % der vorher errechneten Schadenshöhe liegt (nicht die Betriebskonten).  Der um das anzurechnende Privatvermögen bereinigte Betrag ist die Schadenshöhe. Die Hälfte der Schadenshöhe wird als Billigkeitsleistung, also als Beihilfe, gewährt. Es gilt für die Dürrehilfe eine Unter- (2.500 Euro) und eine Obergrenze (500.000 Euro).

 

 


 

Beantragen Sie jetzt vom 01.11.2018 innerhalb von vier Wochen Dürrebeihilfe. Hier finden Sie die Antragsunterlagen zur Dürre-Beihilfe 2018.

Unsere Wirtschaftsberaterinnen und -berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unterstützen Sie bei der Antragsstellung. Vereinbaren Sie einen Termin!

 

Bringen Sie zum Termin bitte mit:

  • die drei Jahresabschlüsse 2014/15, 2015/16 sowie 2016/17,
  • die drei Steuerbescheide 2014, 2015, 2016
  • eine Aufstellung des Privatvermögens zum Stichtag 30.06.2018

 


Kontakt:
Helmut Wahl
Berater Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:
Armin Kugler
Beratungsförderung, Qualifizierungsmaßnahmen, Milchquotenregelung, sonstige Förderprogramme
Telefon: 0511 3665-1420
Telefax: 0511 3665-1557
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Stand: 23.11.2018