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Ökologische Vorrangflächen: Freigabe zur Nutzung für Futterzwecke

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des sich daraus ergebenden Futtermangels hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium vor einiger Zeit bekannt gegeben, dass im Jahr 2019 Brachen als ökologische Vorrangflächen (öVF) für Futterzwecke freigegeben sind. Nun erfolgte auch die Freigabe der öVF Zwischenfruchte und Gründecken zur Futternutzung. Die Nutzung muss bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entsprechend angezeigt werden. 

 

Nutzung Zwischenfrüchte

Das Bundeskabinett hat der Futternutzung von öVF Zwischenfrüchten oder Gründecken bereits am 21. August 2019 zugestimmt. Die entsprechenden Verordnungsentwürfe sind am 20. September 2019 dem Bundesrat vorgelegt und verabschiedet worden. In Niedersachsen und Bremen ist somit die Nutzung von ökologischen Vorrangflächen mit Zwischenfruchtanbau (NC 052) und Untersaaten (NC 053) durch Schnittnutzung für Futterzwecke oder zur Beweidung mit allen Tierarten zulässig.

Landwirte, die von dieser Ausnahmeregelung Gebrauch machen wollen und den Aufwuchs zu Futterzwecken nutzen möchten, müssen dies zuvor schriftlich bei der zuständigen Bewilligungsstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen anzeigen. Alle weiteren Bedingungen für öVF-Zwischenfrüchte und Untersaaten bleiben wie bisher bestehen. Hier finden Sie das Formular "Anzeige zur Nutzung von öVF mit Zwischenfrüchten (052) oder Untersaaten (053) Antragsjahr 2019". Weitere Informationen finden Sie hier. 

 

Nutzung Brache

Der Aufwuchs der Bracheflächen (Nutzungscode 062) darf landesweit für Futterzwecke genutzt werden. Eine andere Verwendung, zum Beispiel in einer Biogasanlage, ist allerdings nicht zulässig. Die Nutzung umfasst die maschinelle Ernte wie auch die Beweidung von ökologischen Vorrangflächen mit dem Nutzungscode 062 (Brache ohne Erzeugung).

In gleichem Maße genutzt werden können ab dem 1. Juli von jeher öVF mit den Nutzungscodes 0,57/058 (Feldränder/Pufferstreifen - Ackerland und Grünland), und 054 (Streifen am Waldrand). Die Regelung bezieht sich nur auf das Entfernen des vorhandenen Aufwuchses. Das bedeutet: Bearbeitungsschritte darüber hinaus oder eine Aussaat sind nicht erlaubt und auch die anderen Vorgaben für ÖVF, zum Beispiel bezüglich Düngung und Pflanzenschutz, gelten weiterhin. Die Nutzung darf nicht kommerzieller Art sein. Folglich ist ein Verkauf des Aufwuchses nicht erlaubt, die kostenlose Abgabe an von der Trockenheit betroffene Betriebe, die ebenfalls EU-Agrarzahlungen beantragen, ist aber gestattet. Die Möglichkeit der Nutzung des Aufwuchses gilt nicht für Honigbrachen mit dem Nutzungscode 065/066 und auch nicht für ein- oder mehrjährige Blühstreifen oder -flächen im Rahmen einer Agrarumwelt- und Klimamaßnahme (Nutzungscode 574 und 575) (Pressestelle ML).

Entsprechende Anträge können jetzt bei den Bewilligungsstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestellt werden. Hier finden Sie das Formular "Antrag Genehmigung ÖVF 62-Brachen 2019" und weitere Infomationen. Eine Nutzung ohne Genehmigung bleibt ein Greening-Verstoß. 

 


Kontakt:
Helmut Wahl
Fachreferent Betriebswirtschaft, Unternehmensberatung
Telefon: 0441 801-426
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E-Mail:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
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Stand: 18.10.2019