Webcode: 01036848

Agrarinvestitionsförderung (AFP) startet Anfang Juni

Das diesjährige Antragsverfahren beginnt am 2. Juni und endet am 16.06.2020. Zur Bewilligung stehen in diesem Jahr über 16 Mio. Euro zur Verfügung. Vorhaben die mit einer Verringerung der Tierplätze um mind. 20% einhergehen, sind von der 2,0 GV/ha-Grenze befreit.

Förderfähig sind Vorhaben in landwirtschaftlichen Unternehmen, die besondere Anforderungen in den Bereichen Umwelt-, Klima- oder Verbraucherschutz sowie bei Stallbauinvestitionen und Mobilställen zusätzlich im Bereich Tierschutz erfüllen. Die Mindestanforderungen an die Ausgestaltung von Tierplätzen ergeben sich aus der Anlage 1 zur AFP-Richtlinie. Eine erhöhte Förderung erhält, wer die darüber hinaus geltenden Anforderungen der niedersächsischen Anlage 2 erfüllt. Bei Maßnahmen zum Umwelt- oder Klimaschutz muss eine Verbesserung gegenüber dem Standard um mindestens 20 % durch ein entsprechendes Gutachten belegt werden. Bei Gülle- und Festmistlagern sowie Fahrsiloanlagen wird dies ohne Nachweis als gegeben angesehen.

Es können auch besonders umweltfreundliche Gülleausbringungs- und Pflanzenschutzgeräte gefördert werden. Im Bereich der Gülleausbringungstechnik sind Güllefässer mit Schleppschuhverteilern oder Anbaugeräten zur Direkteinarbeitung von Gülle förderfähig. Pflanzenschutzgeräte müssen dem neusten Stand der Technik entsprechen und vom Julius Kühn-Institut geprüft und anerkannt sein. Maschinen und Geräte zur mechanischen Unkrautbekämpfung für Reihenkulturen, die über eine elektronische Reihenführung (mittels GPS, Ultraschall oder optischer Sensoren) verfügen, sind ebenfalls förderfähig. Insgesamt sind die Maschinen nur förderfähig, wenn eine Mindestauslastung im antragstellenden landwirtschaftlichen Unternehmen nachgewiesen werden kann.

Für viehhaltende Unternehmen gelten zusätzliche Förderungsvoraussetzungen. So darf der Viehbesatz des antragstellenden landwirtschaftlichen Unternehmens nach Durchführung der Maßnahme 2,0 GV je ha LF nicht überschreiten. Bei der Berechnung des Viehbesatzes sind Beteiligungen an weiteren Tierhaltungsunternehmen anzurechnen.

Es ist eine Güllelagerkapazität für mindestens 9 Monate nachzuweisen. Grundlage für die Berechnung ist die neue Düngeverordnung. Alle Güllebehälter sind abzudecken, wobei die Abdeckung bereits vorhandener Güllebehälter mit Strohhäcksel möglich ist.

Vorgenannte Verpflichtungen sind für einen Zeitraum von 5 Jahren nach Abschluss der Maßnahme einzuhalten.

Neu ist, dass Vorhaben mit denen eine Verringerung der Tierzahl um mind. 20% im betreffenden Produktionsverfahren einhergeht von der 2,0 GV/ha-Grenze befreit sind. Sofern es sich dabei um den Umbau vorhandener Ställe handelt, entfallen die zusätzlichen Verpflichtungen zur Güllelagerung ebenfalls. Eine Kombination mit andersartigen Teilvorhaben ist bei diesen Vorhaben allerdings nicht möglich.

Im Rahmen des AFP ist eine ausreichende Eigenkapitalbildung anhand der Buchführung nachzuweisen. Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20.000 Euro. Maximal ist ein Nettoinvestitionsvolumen in Höhe von 1,5 Mio. Euro förderfähig. Bei Stallbauten nach Anlage 1 (besonders tiergerechte Haltung) beträgt der Zuschuss für Kuh- und Jungviehställe 20 % sowie für Schweine-, Geflügel- bzw. Rindermastställe 30 %. Ebenfalls 30 % gibt es für den Umbau von Anbinde- auf Laufstallhaltung bei Rindern. Für Investitionen außerhalb der Tierhaltung ist ein Fördersatz von 20 % vorgesehen. Alle Stallbauten nach Anlage 2 erhalten einen Fördersatz von 40 %. Junglandwirte können zusätzlich einen Zuschuss von 10 % bis maximal 20.000 Euro bekommen; die maximale Zuwendung darf aber 40 % bzw. 500.000 Euro nicht überschreiten.

Sofern ein Antrag alle Eingangsvoraussetzungen erfüllt, wird er in das Punktesystem zur Projektauswahl aufgenommen. Mithilfe des Punktesystems wird eine Bewilligungsrangfolge aller Anträge gebildet. Dabei sind die Kriterien so gewichtet, dass sie der Erreichung der Ziele des Programms dienen. Anträge mit weniger als drei Rankingpunkten können nicht berücksichtigt werden. Bei knappen Haushaltsmitteln werden die Anträge entsprechend ihrer Rankingpunkte berücksichtigt.

Anträge können im Zeitraum vom 02.06. bis 16.06.2020 eingereicht werden. Die Antragstellung erfolgt in digitaler Form. Die Antragsunterlagen mit allen Anlagen sind auf einem USB-Stick zu speichern und mit einem Datenbegleitschein bei der Landwirtschaftskammer einzureichen.

Antragsannahmestelle ist der Geschäftsbereich Förderung, SG 2.1.1, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Mars-la-Tour-Straße 1-13, 26121 Oldenburg.


Weitergehende Informationen sowie das digitale Antragsformular finden Sie im Artikel Agrarinvestitionsförderung des Geschäftsbereiches Förderung der Landwirtschaftskammer Niedersachen. Darüber hinaus stehen Ihnen als Ansprechpartner die örtlich zuständigen Wirtschaftsberaterinnen und -berater der Landwirtschaftskammer sowie die Betreuungsunternehmen zur Verfügung.



(Autor Harald Harms)


Kontakt:
Ruth Beverborg
Leiterin Sachgebiet Unternehmen, Betriebswirtschaft, Wirtschaftsberatung
Telefon: 0441 801-304
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 26.05.2020