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3. Phase Initiative Tierwohl - Anmeldung startet am 15. September

Bei der branchenweiten Initiative Tierwohl (ITW) laufen für Schweinehalter in kürze die Anmeldungen für die dritte Programmrunde an. Langfristig wird auf eine neue Art der Finanzierung umgestellt.

Bei der Initiative Tierwohl (ITW) laufen die Vorbereitungen für die dritte Runde im Bereich Schwein auf Hochtouren.Teilnehmen können alle Schweinehalter, die in Deutschland Mastschweine, Ferkel oder Sauen halten und auf Basis des QS-Systems (Status „lieferberechtigt“ in der QS-Datenbank) produzieren. Eine Anmeldung ist für alle Betriebe verpflichtend, auch wenn sie bereits teilnehmen. Die Teilnahme ist freiwillig. Jede Anmeldung erfolgt über einen Bündler, der die Registrierung zur Teilnahme am ITW-Programm 2021 - 2023 übernimmt.

Finanzierung umgestellt

Grundsätzlich sind die Stammdaten des Betriebes wie VVVO-Nummer, Produktionsart, Adresse oder Betriebsleiter sowie eine Teilnahmeerklärung einzureichen. Zudem ist der Umsetzungszeitpunkt anzugeben, ab dem der Tierhalter die Anforderungen der ITW nachweislich umsetzt.

Für die dritte Runde der ITW ist ein Tierwohlaufschlag in Höhe von 5,28 € je Mastschwein geplant. Dieser wird befristet bis zum 30. Juni 2021 durch einen Übergangsfonds ausgezahlt. Anschließend soll auf die Marktfinanzierung über den abnehmenden Schlachthof umgestellt werden. Ferkelaufzüchter erhalten über die gesamte Laufzeit einen Tierwohlaufschlag von 3,07 € je Ferkel aus einem Übergangsfonds der Trägergesellschaft. Sollte es zu einer Überzeichnung des Fonds kommen, wird, wie in der ersten Periode der ITW, gelost. Dabei ist die zeitliche Reihenfolge der Anmeldungen nicht von Bedeutung. Für den Sauenhalter wurde ein Tierwohlaufschlag von 1,80 € je Ferkel festgelegt. Dieser zahlt der abnehmende Ferkelaufzüchter. Die Zulassung zur ITW und der damit verbundene Anspruch auf das Tierwohlentgelt erfolgt mit Freigabe des Programmaudits. Betriebe, die mehrere Standorte über eine VVVO-Nummer anmelden, werden bei der Zulassung gemeinsam berücksichtigt.

Anmeldung in Phasen

Für die dritte ITW-Runde gibt es drei Anmeldephasen (Tabelle 1 im Anhang). Die erste beginnt am 15. September und endet mit dem 23. Oktober 2020. In diesem Zeitraum können sich bereits teilnehmende Tierhalter anmelden. Diese können auch eine Vorabanmeldung des Kriteriums „Raufutter“ für die aktuelle Periode 2018 - 2020 vornehmen, um ein erhöhtes Entgelt zu erhalten. Dazu muss die Umsetzung nach den Vorgaben der dritten Periode und eine Anmeldung zur neuen Programmphase erfolgen. ITW-Tierhalter, die bereits Raufutter bereitstellen, können mit einer aktiven Anmeldung beim Bündler zur dritten Programmphase, ebenfalls das erhöhte Entgelt für Raufutter in der Periode 2 erzielen.

Neue Betriebe anmelden

In der ersten Anmeldephase können sich außerdem neue Mäster anmelden, die vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 den ITW-Aufschlag aus dem Übergangsfonds beziehen möchten. In Registrierungsphase II ist eine kontinuierliche Anmeldung neuer Schweinemastbetriebe ab dem 1. Januar 2021 möglich. Diese neuen Betriebe erhalten den Aufschlag von Anfang an vom Schlachtunternehmen (Marktlösung). Neu teilnehmende Ferkelerzeuger (Sauenhalter und Ferkelaufzüchter) können sich in Registrierungsphase III anmelden. Für Sauenhalter ist die Anmeldung kontinuierlich ab dem 1. Februar 2021 und für Ferkelaufzüchter vom 1. Februar 2021 bis zum 1. März 2021 möglich. Eine getrennte Anmeldung der Ferkelerzeuger ist erforderlich. Weitere Vorgaben sind der Tabelle 1 aus dem Anhang zu entnehmen.

Die Teilnahme an dem neuen Programm ist auf drei Jahre begrenzt und endet spätestens am 30. Juni 2024. Eine ordentliche Kündigung kann mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende erfolgen. Die kontinuierliche Umsetzung der vorgegebenen Tierwohlkriterien sowie damit verbundene Kontrollen bilden die Grundlage für die Auszahlung eines Preisaufschlags. Für alle Basiskriterien ist es bei leichten Abweichungen möglich, eine Korrekturmaßnahme zu vereinbahren. Der Betrieb ist jedoch erst mit  Umsetzung und Freigabe der Korrekturen berechtigt, die ITW-Entgelte zu erhalten. Bei groben Verstößen gegen die dokumentierten und zertifizierten Anforderungen bestehen Tierhalter das Tierwohlaudit nicht und die Teilnahme an der ITW-Periode gilt als beendet. Eine erneute Anmeldung ist möglich.

Der Kriterienkatalog für die Periode 3 steht fest. Es gibt nur noch Pflichtkriterien. Tabelle 2 stellt diese für die einzelnen Bereiche Sauenhaltung, Ferkelaufzucht und Schweinemast dar. Neben den Kriterien zur Einhaltung der QS-Vorgaben, der Umsetzung des QS-Antibiotika-Monitoring, Stallklima- und Tränkwassercheck oder ausreichendem Tageslichteinfall, gibt es Neuerungen. In allen drei Bereichen muss den Tieren Raufutter angeboten werden. Dieses definiert die ITW als rohfaser- und strukturreiches Futtermittel, das fressbar, kaubar, untersuchbar, beweg- und bearbeitbar ist. Beispiele sind Stroh und Heu in Lang-, Kurz- oder Pelletform, Silagen, Luzerne, Getreidekleien oder Miscanthus. Nicht anerkannt werden CCM, Holz, Jutesäcke oder Lecksteine. Die Raufuttergabe ist über eine separate Futterstelle umzusetzen, um den Tieren eine Auswahl anzubieten. Neu ist auch, dass die Tierhalter einmal jährlich an einer fachspezifischen Fortbildungsmaßnahme teilnehmen müssen. Die erste Teilnahme ist vor dem Programmaudit nachzuweisen (Ausnahme: Das Programmaudit wird vor dem 30. Juni 2021 absolviert). Ein starkes Entscheidungskriterium für oder gegen die Teilnahme an der ITW ist auch das Kriterium „10 % mehr Platz“. Dieses müssen nur Sauenhalter und Mäster realisieren. Ferkelaufzüchter müssen ITW-Ferkel beziehen, aber kein erhöhtes Platzangebot bereitstellen. Durch die verringerte Anzahl an Sauen reduziert sich bei eigener Aufzucht die Anzahl der Ferkel in der Ferkelaufzucht automatisch.

Tabelle 2: Pflichtkriterien der ITW 3.0

Fazit:

- Bei der initiative Tierwohl ist im Schweinebereich eine dritte Runde im Zeitraum 2021 - 2023 vorgesehen.
- Es gibt drei Anmeldephasen, die erste beginnt am 15. September 2020.
- In der dritten Runde gibt es ausschließlich Pflichtkriterien.
- Dazu gehören für Mast und Sauenhaltung 10 % mehr Platz und für alle Tiere das Vorhalten von Raufutter.
- Für Schweinemäster gibt es 5,28 € pro Mastschwein. Nach einer Übergangszeit werden sie über den Schlachthof ausgezahlt.
- Ferkelaufzüchter erhalten 3,07 € je Ferkel, davon sind an den Sauenhalter 1,80 e je Ferkel abzugeben.

 

 

 

 

 

 

 

 


Als Ansprechpartner stehen Ihnen unsere Wirtschaftsberater*innen sowie die Schweineberater*innen gerne zur Verfügung

 


Kontakt:
Laura Jans-Wenstrup
Fachreferentin Betriebswirtschaft
Telefon: 0441 801-426
Telefax: 0441 801-313
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Stand: 10.09.2020