Webcode: 01033469

Die Wirtschaftlichkeit der Öko-Schweinehaltung im Wirtschaftsjahr 2016/2017

Das abgelaufene Wirtschaftsjahr 2016/2017 war für alle Öko-Schweinehalter wieder einmal ein erfolgreiches Jahr. Die Aufwärtsentwicklung des Ökoschweinemarktes, die sich schon in den zwei vorangegangenen Jahren abzeichnete, bestätigte sich auch in diesem Jahr. Der größte Teil der Schlachtschweine wurde immer noch ohne Klassifizierung zum Festpreis auf hohem Niveau vermarktet. Einziger Wermutstropfen war die absolute Unterversorgung mit Bioferkeln. Dies führte dazu, dass viele Mastställe nicht ausgelastet waren, und noch nicht einmal zwei Umtriebe je Mastplatz realisiert werden konnten. Für zusätzliche positive Stimmung hat unter niedersächsischen Bioschweinehaltern allerdings die Beibehaltung der sogenannten Ringelschwanzprämie in Höhe von 16,50 € je Mastschwein gesorgt, sowie die Einführung der Ringelschwanzprämie für Aufzuchtferkel und die Prämie für freies Abferkeln ab dem 01.12.2017.

Tab.: 1 Ergebnisse ökologische Schweinemast (incl. MwSt.) ohne Tierwohlprämie

 

2013

2014

2015

2016

2017

letzte 5 Jahre

Ferkelgewicht (kg/Ferkel)

30,00

30,00

30,00

30,00

30,00

30,00

Ferkelpreis (€ / Ferkel)

126,25

117,00

130,50

145,00

147,78

133,31

Lebendgewicht (kg/Schwein)

128,05

128,05

128,05

128,05

128,05

128,05

Erlös je Tier

353,65

340,55

361,29

390,36

390,36

367,24

Schlachterlös (€ / kg SG netto)

3,24

3,12

3,31

3,70

3,70

3,41

Futterpreis (€ / dt)

48,89

49,86

47,82

49,94

51,26

49,55

Direktkosten ges. (€ / Schwein)

313,70

307,38

314,59

336,28

343,40

323,07

Direktkosten ges. (€ / kg Zuw.)

3,20

3,13

3,21

3,43

3,50

3,29

DKfL je Schwein (€)

39,95

33,17

46,70

54,08

46,96

44,17

Tatsächliche Preise und Erlöse in Niedersachsen. Leistungen als Konstante (ohne Prämien)

Im Wirtschaftsjahr 2017/2018 wurden in der Schweinemast wieder Nettoerlöse von 3,70 € je kg Schlachtgewicht erzielt. Dem gegenüber standen steigende Ferkelpreise und steigende Futterpreise. Für ein 30 kg Ferkel mussten 147,78 € bezahlt werden. Der Futtereinstandspreis stieg von 49,94 €/dt im Vorjahr auf 51,26 €/dt Mischfutter. Mit einer direktkostenfreien Leistung von 46,96 € je Mastschwein, bei einem Schlachtgewicht von 98,6 kg und einer durchschnittlichen Futterverwertung von 1:3,3, wurde somit ein gutes Ergebnis in der Wirtschaftlichkeit der Schweinemast erzielt. Allerdings konnte aufgrund der hohen Ferkelkosten das hohe Niveau vom Vorjahr nicht gehalten werden.

 Tab.: 2 Ergebnisse ökologische Sauenhaltung (incl. MwST.) ohne Tierwohlprämie

 

2013

2014

2015

2016

2017

letzte 5 Jahre

Ferkelgewicht (kg/Ferkel)

30,00

30,00

30,00

30,00

30,00

30,00

Ferkelerlös (€/Ferkel)*

126,25

117,00

130,50

145,00

152,89

134,33

Verkaufte Ferkel (Stck)

20,00

20,00

20,00

20,00

20,00

20,00

S - Futterpreis (€ / dt)

52,50

52,75

49,01

54,00

55,69

52,79

F - Futterpreis (€ / dt)

61,50

69,14

69,00

70,00

72,00

68,33

Tierarzt (€)

140,00

140,00

140,00

140,00

140,00

140,00

Strom, Gas, Wasser (€ )

45,00

45,00

45,00

45,00

45,00

45,00

Stroh (€)

36,00

36,00

36,00

36,00

36,00

36,00

Direktkosten ges. (€)

1731,87

1794,31

1773,40

1860,89

1903,23

1812,74

DKfL je Sau (€)

921,14

677,69

968,60

1219,11

1334,97

1024,30

DKfL je Ferkel (€)

46,06

33,88

48,43

60,96

66,75

51,22

Tatsächliche Preise und Erlöse in Niedersachsen. Leistungen als Konstante

 

 

 

In der Ferkelerzeugung hat sich die direktkostenfreie Leistung mit 1.334,97 € je Sau bei 20 verkauften Ferkeln gegenüber dem Vorjahr nochmals um knapp 120,- € verbessert. Die erreichte Wirtschaftlichkeit der Sauenhaltung liegt somit gut 300,- € je Sau über dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Die Sauenfutterpreise stiegen von 54,00 € auf 55,69 € je dt Mischfutter.

Die Ferkelerlöse stiegen um 7,89 € auf 152,89 € je 30 kg Ferkel. Somit wurden für Ferkel die absolut höchsten Erlöse in den letzten Auswertungsjahren erreicht.

 

Die aktuelle positive Marktsituation scheint ausgeglichen zu sein. Die Stimmung des Handels ist zurzeit verhalten aber positiv. Ob die hohe Wirtschaftlichkeit bei gleichbleibender Leistung gehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Dem Handel werden seit einigen Monaten Teilstücke aus dem europäischen Ausland zu enorm günstigen Preisen angeboten. Weitere Erlössteigerungen sind nicht in Aussicht.

Problematisch wird weiterhin die Versorgung mit Bioferkeln sein. Auch die Futterkosten sind wieder gestiegen. Biogetreide aus der Region ist immer noch knapp. Der Mischfutterpreis hat im Vergleich zum Vorjahr schon wieder um 3,- € je dt angezogen. Der Abstand zwischen EU-Futter und Verbandsfutter beträgt inzwischen bis zu 5,- je dt.

Fazit

Der Bioschweinemarkt hat sich wieder mal gefestigt, und scheint auf verhaltenes, aber kontinuierliches Wachstum ausgerichtet zu sein. Nach wie vor ist das Interesse des LEH und der Discounter groß ihr Biosortiment, und auch das Angebot von Biofleisch- und Wurstwaren, zu erweitern.

Die erzielten direktkostenfreien Leistungen der letzten Jahre können sich zeigen lassen. Allerdings haben die Erlöse wohl ihre Spitze erreicht. Dem gegenüber stehen steigende Erzeugungskosten. Auch auf Biobetrieben wird es darum in Zukunft im Schweinestall um Leistungsoptimierung gehen. Bei den heutigen Baukosten von fast 9.000,- je Sauenplatz und 900,- € je Mastplatz, sind mindestens 22 aufgezogene Ferkel je Sau und Jahr, sowie in der Schweinemast 800 g tägliche Zunahmen und eine Futterverwertung von 1:3,1 ein Muss.


Kontakt:
Anna Evertz
Beraterin Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4494
Telefax: 0511 3665-4525
E-Mail:
Steffen Döring
Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4278
E-Mail:


Stand: 03.05.2018