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13. Fachforum Ökolandbau 2019

Zum 13. Mal kamen am 21.11.2019 Landwirt*innen, Berater*innen, Firmen und Intressierte zum Fachforum Ökolandbau zusammen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Kammerpräsident Gerhard Schwetje, anschließend folgten Vorträge von Dr. Ulrich Klischat (LWK), Christian Hiß (Regionalwert AG), Markus Mücke (LWK), Prof. Dr. Knut Schmidtke (Hochschule Dresden), Praktiker Moritz Reimer und Florian Rohlfing (LWK).

Die weiterhin steigende Anzahl ökologisch wirtschaftender Betriebe zeigt, dass die Verbraucher den Mehrwert ökologischer Produkte

honorieren und für steigende Umsatzzahlen auf Seiten des Handels sorgen. Die ökologische Wirtschaftsweise hat nicht nur einen Mehrwert bei der Qualität der erzeugten Produkte, sondern sie hat auch positive Auswirkungen auf die Umwelt.

Kammer Präsident Gerhard Schwetje erläutert in seinem Grußwort, dass in diesem Jahr mehr als 110.000 ha in Niedersachsen ökologisch bewirtschaftet werden. In diesem Jahr setzte die erneute Trockenheit und die Mäuseplage auch dem ökologischen Landbau zu und führte zu erheblichen Ertragseinbußen. Von Seiten der Politik erhofft sich Gerhard Schwetje mehr konsequentes Handeln. Soll das erklärte Ziel von 20% Ökolandbau in Niedersachsen erreicht werden, müssen auch die erforderlichen Beratungsstrukturen und Versuchskapazitäten entsprechend gefördert und ausgebaut werden.

Die Vorzüglichkeit des Ökolandbaus hinsichtlich seiner Öko- und seiner Sozialsystemleistungen wird oft beschrieben, selten aber fundiert mit Zahlen belegt. Christian Hiss von der Regionalwert AG aus Freiburg stellte in seinem Beitrag ein Projekt vor, das ergänzend zum Jahresabschluss Umweltwirkungen und soziale Dimensionen wie Arbeitskräfte und Regionalität bewertet und so einen Nachhaltigkeitsvergleich zwischen Betrieben erstmalig ermöglicht.

Ein weiteres Scherpunktthema wurde durch Knut Schmidtke von der TU Dresden vorgestellt. Wie die Trockenheit bei begrenzten Wasservorräten durch pflanzenbauliche Maßnahmen abgemildert werden kann, erläuterte er sehr anschaulich und detailliert anhand umfangreicher Versuchsergebnisse.

Markus Mücke gab einen Einblick in seine umfangreichen Versuchsarbeiten zum Thema mechanische Unkrautregulierungsverfahren, diesmal stand die Zuckerrüben im Vordergrund.  In den dreijährigen Versuchen zeigte es sich, dass ab dem Zweiblattstadium (BBCH 12) die Rübe eine gute Striegelverträglichkeit besitzt. Auch das Striegeln quer zur Särichtung wurde getestet. Auch hier wurde eine gute Verträglichkeit ab dem BBCH 12 der Rüben beobachtet.

Praktikerberichte sind immer ein wichtiger Bestandteil des Fachforums. Moritz Reimer aus Hornburg berichtete von seinen umfangreichen Erfahrungen beim Zuckerrübenanbau, auch unter dem Aspekt wasserschonenden Anbaus.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Beiträge von Florian Rohlfing zum Thema Sortenmischungen. Dabei stellte Florian Rohlfing dreijährige Versuchsergebnisse vor. Sortenmischungen versprechen eine verbesserte Blattgesundheit und höhere Ertragsstabilität. Diese Ergebnisse konnten nicht in Gänze bestätigt werden. Lag der Braunrostbefall in den Mischungen immer niedriger als in den jeweiligen Reinsaaten, so zeigten die Sortenmischungen hinsichtlich des Gelbrostbefalls Schwächen. Interessant können Sortenmischungen aber im Hinblick auf den Anbau von Futterweizensorten sein, denn hier zeigten sich positive Effekte auf die Ertragshöhe. Abschließend stellte Florian Rohlfing aber auch die Herausforderung der Vermarktung von Sortenmischungen dar.

Das Veranstaltungsformat wird ergänzt durch Angebote von 30 Firmen aus unterschiedlichen Bereichen des Ökolandbaus. Sie stellen ihre Dienstleistungen und Produkte vor und stehen für Fachgespräche zur Verfügung. Die Veranstaltung war mit rund 200 Teilnehmern wieder sehr gut besucht.


Kontakt:
Anna Hatesohl
Beraterin Ökologische Tierhaltung, Umstellungsberatung
Telefon: 0511 3665-4494
Telefax: 0511 4005-2120
E-Mail:
Florian Rohlfing
Berater Ökologischer Pflanzenbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 06.01.2020