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Projekt Life MICA

Das EU Life MICA project ist ein internationales Projekt zur Eindämmung der Nutria- und Bisampopulation und Einführung effizienter Kontrollmaßnahmen über die Ausbreitung dieser Arten.

Nutria und Bisam sind zwei invasive Arten der Nagetiere, deren Ursprung in Amerika liegt. Beide Arten wurden nach Europa – Nutria aus Süd- und Bisamratte aus Nordamerika- durch Freilassungen aus Pelztierfarmen eingeschleppt. 

Die aktuelle Ausbreitung der beiden Arten stellt eine Gefahr für unsere Ökosysteme dar. Insbesondere werden die Lebensräume an Ufern geschädigt. Denn sie ernähren sich von einheimischen Arten (z.B. von der Flussperlmuschel) und verursachen große Schäden in Schilf- und Röhrichtbeständen, welche auch von bedrohten Arten bewohnt sind (z.B. Zwerg- und Rohrdommeln). Die erreichte Populationsdichte ist auch für die Infrastruktur bedrohlich, denn eine große Anzahl dieser Nagetiere ist insbesondere für den Hochwasserschutz gefährlich. Beide Arten graben Löcher und Gänge in die Deiche und Ufermauern und gefährden somit deren Stabilität. Ebenso schädigen die Nutria die Erträge der Landwirte, da sich diese auch von Feldfrüchten ernähren.

Um die Kontrolle der Bisam- und Nutriapopulationen effizienter zu gestalten und die weitere Ausbreitung der Population einzudämmen, wurde das Life MICA project ins Leben gerufen.

Die Niederlande, Belgien und Deutschland sind involviert. In elf Gebieten auf einer Fläche von insgesamt 574.480 ha werden diverse innovative Methoden und Technologien getestet und eingesetzt. Mit Hilfe von „intelligent Traps“ (intelligente Fallen) werden die Tiere erkannt und gefangen. Unter dem Einsatz von „eDNA Detection“ lässt sich anhand einer Wasserprobe ermitteln, ob sich im entsprechenden Gewässer Bisam befinden. Zudem sind „Intelligent Wildlife Cameras“ im Gebrauch, um die Tiere zu zählen und ihr Verhalten zu analysieren.

Auf lange Sicht soll das Projekt zu einer kosteneffektiveren und nachhaltigen Reduktion der Bisam- und Nutriapopulation führen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen einen gezielten und tierschutzgerechten Fang der Tiere ermöglichen. Da die Erkenntnisse ein großes Nachahmungspotenzial haben, können diese auch nach Ende der EU-Finanzierung und über Grenzen hinaus genutzt werden.

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf der projekteigenen Internetseite www.lifemica.nl.

Projektlaufzeit: September 2019 bis September 2023



Kontakt:
Heiko Fritz
Koordination Bisambekämpfung
Telefon: 0441 801-455
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 18.03.2020