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Nach Trockenheit und Ernteausfälle jetzt Liquiditätsengpässe?

Fritz M. kann seit Wochen nicht mehr richtig schlafen. Immer wieder schreckt er nachts hoch. Erst, weil er bei jedem Geräusch auf Regen gehofft hat, dann, weil er Ernteausfälle von 30 – 40 % hatte und jetzt wacht er nachts auf, weil er plötzlich an eine Rechnung denkt, die auch noch beglichen werden muss.

Die außergewöhnliche Trockenheit der vergangenen Monate sorgte für erhebliche Ertragseinbußen in Acker- und Futterbaubetrieben. Das wird sich früher oder später im Portemonnaie und auf dem Konto bemerkbar machen. Jetzt im Spätsommer und Herbst stehen oft höhere Ausgaben an. Aussaatkosten, Pachtzahlungen, Lohnunternehmerrechnungen und Kapitaldienst. Rindviehbetriebe müssen ggf. teures Grundfutter oder Stroh zukaufen. Da kann es schnell passieren, dass die Konten bei Landhändlern, Banken und Genossenschaften ans Limit kommen. Eine Situation, die einem schon mal den Schlaf rauben kann. Zuschauen, unruhig schlafen und hoffen, dass es wieder bessere Zeiten geben wird, ist in den meisten Fällen zu wenig. Landwirtschaftliche Unternehmer heißen so, weil sie etwas unternehmen und dieses unternehmerische Handeln ist jetzt gefordert. Wie kann das aussehen?

Überblick verschaffen:

Nehmen Sie sich Zeit, um sich einen detaillierten Überblick über Ihre Konten, offene Rechnungen und zu erwartende Zahlungen zu verschaffen. Konkret bedeutet das, einen Liquiditätsplan zu erstellen. In einem solchen Plan werden zunächst die Kontostände und dann, nach Monaten aufgeteilt, die zu erwartenden Einnahmen erfasst. Im nächsten Schritt folgen die zu erwartenden Ausgaben, betrieblich und privat. Diese Zahlen müssen Sie nicht alle im Kopf haben, ein Nachlesen im letzten Jahresabschluss oder durchblättern der Kontoauszüge erinnert an wichtige Zahlungen und deren Zeitpunkt. Wenn all diese Angaben erfasst sind, ist mit einem Blick zu erkennen, ob man in dem geplanten Zeitraum liquide bleibt oder es zu Engpässen kommt. Die Mühe lohnt sich, denn mithilfe dieses Planes erkennen Sie sehr schnell konkrete Zielvorgaben für die einzelnen Kosten- und Erlöspositionen. Für Liquiditätsplanungen stehen Excelanwendungen unterschiedlicher Art zur Verfügung und die Sozioökonomischen Berater bzw. landwirtschaftlichen Unternehmensberater der Landwirtschaftkammer Niedersachsen und anderer Beratungsorganisationen unterstützen Sie gerne.

Außenstände einfordern

Haben Sie noch Forderungen gegenüber Geschäftspartnern für z. B. Dienstleistungen, die Sie erbracht oder Waren, die Sie verkauft haben, dann sollten Sie diese offenen Beträge möglichst zeitnah einfordern. Schreiben Sie also unverzüglich Rechnungen oder auch Mahnungen, es geht um Ihr Geld und die Kosten, die Sie für hohe Kontokorrentzinsen tragen müssen.

Zahlungsziele neu vereinbaren

Für offene Rechnungen, die Sie bei Geschäftspartnern wie Landhandel, Tierarzt, Viehhändler usw. haben, können Sie geänderte Zahlungsziele vereinbaren. Die Bereitschaft dazu ist oftmals vorhanden. Ein Aufschub von Zahlungen verschafft Luft bei der Liquidität. Einkommenssteuervorauszahlungen beziehen sich auf die Steuerzahllast der Vorjahre. Auf Anfrage kann mit dem Finanzamt eine Herabsetzung der Vorauszahlungen vereinbart werden, dazu müssen Sie den zu erwartenden Gewinn beziffern können. Der Steuerberater ist dabei gern behilflich.

Geplante Ausgaben überprüfen

Aufgrund der geringen Erlöse müssen Ausgaben und geplante Investitionen auf den Prüfstand. Ist bei der Getreideaussaat der Einsatz von 100% Z-Saatgut notwendig oder kann auch nachgebaut werden? Müssen Ausgaben für Ersatzinvestitionen zu diesem Zeitpunkt sein oder kann eine Reparatur zunächst ausreichen? Können wir auf dem Betrieb bestimmte Arbeiten mit eigenen Mitteln schaffen und sparen so die Ausgaben für den Lohnunternehmer? Diese und andere Fragen sind es, die Ihnen Einsparungspotential aufzeigen können.

Kontaktaufnahme mit dem Kundenberater der Hausbank

Die Kundenberater der Banken wissen um die schlechte Ernte und deren Auswirkung für die Betriebe und sie stehen den Betriebsleitern bei der Lösung der daraus resultierenden Finanzfragen offen gegenüber und gern zur Seite. Wichtig ist, dass Sie als Unternehmer die Initiative ergreifen und nicht warten bis die Bank sich meldet. Agieren beinhaltet immer mehr Möglichkeiten und Chancen als nur noch zu reagieren. Vorsorge ist in der Regel kostengünstiger als Nachsorge. In den meisten Fällen arbeiten Sie seit vielen Jahren und Jahrzehnten mit Ihrer Bank zusammen, eine Zusammenarbeit, an der meistens beide Seiten ein hohes Interesse haben. Vereinbaren Sie mit Ihrem Berater einen Termin, sprechen Sie offen und ehrlich über die aktuelle und die zu erwartende Situation. Legen Sie ihre Liquiditätsplanung vor, damit sich der Kundenberater ebenfalls einen Überblick verschaffen kann. Überlegen Sie dann gemeinsam welche Maßnahmen zu Ihrer Situation passen. Welche Möglichkeiten gibt es? Erhöhung der Kreditlinie, Bereitstellung von Betriebsmittelkrediten, Umfinanzierung oder Aussetzung der Tilgungsraten.

Kapital freisetzen

In guten betrieblichen Zeiten werden mitunter Anschaffungen getätigt, die überdimensioniert sind. Beispielsweise Maschinen, die ggf. hohe Betriebskosten verursachen, sollten jetzt auf den Prüfstand und dann evtl. verkauft oder überbetrieblich eingesetzt werden. Wenn Sie jetzt schon absehen können, dass das Grundfutter für den Rindviehbestand im Winter nicht ausreichen wird, dann kann eine rechtzeitige Bestandsabstockung eine Möglichkeit darstellen. Wenn Rücklagen in Form von Termingeldern oder Aktien angelegt wurden, dann kann es sinnvoll sein, diese aufzulösen um liquide zu sein. Die Auflösung von Versicherungen, die für die Altersvorsorge gedacht waren ist nur dann sinnvoll, wenn die Konditionen passen und rechtzeitig genügend neue Rücklagen für das Alter gebildet werden können.

 

Langfristige Wirkung der Maßnahmen bewerten

Die oben aufgezeigten Möglichkeiten führen nur dann dauerhaft zum Ziel, wenn sie langfristig eine stabile Finanzsituation des Betriebes sicherstellen. Bei all diesen Überlegungen muss überprüft werden, ob es sich um eine kurzfristige finanzielle Schieflage oder um ein generelles Problem handelt. Kurzfristig Finanzlöcher stopfen ist eine Sache. Ziel muss es sein, den Betrieb dauerhaft in stabiles Fahrwasser zu bringen. Bei den Überlegungen ist eine Betriebsplanung über mehrere Jahre unter Berücksichtigung der individuellen Situation notwendig. Nur wenn die Faktoren Liquidität, Stabilität und Rentabilität passen, ist es sinnvoll ohne wesentliche Anpassungen weiterzumachen. Andernfalls muss über Alternativen nachgedacht werden. Die Palette reicht von Neuinvestitionen, auch in andere Betriebszweige, über Umstellung auf Nebenerwerb bis hin zu einem geregelten rechtzeitigen Ausstieg.

Fritz M. hat sich auf den Weg gemacht! Er hat sich Hilfe bei der Liquiditätsplanung geholt, ist aktiv auf seinen Kundenberater der Bank zugegangen und hat es geschafft, mit mehreren Maßnahmen den aktuellen Liquiditätsengpass zu managen. Nun kann er wieder ruhig schlafen. Als nächsten Schritt will er mit Unterstützung durch die Beratung eine Betriebsplanung mit seinem potentiellen Nachfolger anpacken und hat für die Zukunft Folgendes gelernt: Liquidität im Blick behalten, diese konkret für den eigenen Betrieb planen und kontrollieren, ist ein Standardwerkzeug der Unternehmensführung und das nicht nur in Krisenzeiten! Handeln statt abwarten - agieren statt reagieren, das zeichnet Unternehmer aus!

Nach Trockenheit und Ernteausfälle jetzt Liquiditätsengpässe?

Fritz M. kann seit Wochen nicht mehr richtig schlafen. Immer wieder schreckt er nachts hoch. Erst, weil er bei jedem Geräusch auf Regen gehofft hat, dann, weil er Ernteausfälle von 30 – 40 % hatte und jetzt wacht er nachts auf, weil er plötzlich an eine Rechnung denkt, die auch noch beglichen werden muss.

Die außergewöhnliche Trockenheit der vergangenen Monate sorgte für erhebliche Ertragseinbußen in Acker- und Futterbaubetrieben. Das wird sich früher oder später im Portemonnaie und auf dem Konto bemerkbar machen. Jetzt im Spätsommer und Herbst stehen oft höhere Ausgaben an. Aussaatkosten, Pachtzahlungen, Lohnunternehmerrechnungen und Kapitaldienst. Rindviehbetriebe müssen ggf. teures Grundfutter oder Stroh zukaufen. Da kann es schnell passieren, dass die Konten bei Landhändlern, Banken und Genossenschaften ans Limit kommen. Eine Situation, die einem schon mal den Schlaf rauben kann. Zuschauen, unruhig schlafen und hoffen, dass es wieder bessere Zeiten geben wird, ist in den meisten Fällen zu wenig. Landwirtschaftliche Unternehmer heißen so, weil sie etwas unternehmen und dieses unternehmerische Handeln ist jetzt gefordert. Wie kann das aussehen?

Überblick verschaffen:

Nehmen Sie sich Zeit, um sich einen detaillierten Überblick über Ihre Konten, offene Rechnungen und zu erwartende Zahlungen zu verschaffen. Konkret bedeutet das, einen Liquiditätsplan zu erstellen. In einem solchen Plan werden zunächst die Kontostände und dann, nach Monaten aufgeteilt, die zu erwartenden Einnahmen erfasst. Im nächsten Schritt folgen die zu erwartenden Ausgaben, betrieblich und privat. Diese Zahlen müssen Sie nicht alle im Kopf haben, ein Nachlesen im letzten Jahresabschluss oder durchblättern der Kontoauszüge erinnert an wichtige Zahlungen und deren Zeitpunkt. Wenn all diese Angaben erfasst sind, ist mit einem Blick zu erkennen, ob man in dem geplanten Zeitraum liquide bleibt oder es zu Engpässen kommt. Die Mühe lohnt sich, denn mithilfe dieses Planes erkennen Sie sehr schnell konkrete Zielvorgaben für die einzelnen Kosten- und Erlöspositionen. Für Liquiditätsplanungen stehen Excelanwendungen unterschiedlicher Art zur Verfügung und die Sozioökonomischen Berater bzw. landwirtschaftlichen Unternehmensberater der Landwirtschaftkammer Niedersachsen und anderer Beratungsorganisationen unterstützen Sie gerne.

Außenstände einfordern

Haben Sie noch Forderungen gegenüber Geschäftspartnern für z. B. Dienstleistungen, die Sie erbracht oder Waren, die Sie verkauft haben, dann sollten Sie diese offenen Beträge möglichst zeitnah einfordern. Schreiben Sie also unverzüglich Rechnungen oder auch Mahnungen, es geht um Ihr Geld und die Kosten, die Sie für hohe Kontokorrentzinsen tragen müssen.

Zahlungsziele neu vereinbaren

Für offene Rechnungen, die Sie bei Geschäftspartnern wie Landhandel, Tierarzt, Viehhändler usw. haben, können Sie geänderte Zahlungsziele vereinbaren. Die Bereitschaft dazu ist oftmals vorhanden. Ein Aufschub von Zahlungen verschafft Luft bei der Liquidität. Einkommenssteuervorauszahlungen beziehen sich auf die Steuerzahllast der Vorjahre. Auf Anfrage kann mit dem Finanzamt eine Herabsetzung der Vorauszahlungen vereinbart werden, dazu müssen Sie den zu erwartenden Gewinn beziffern können. Der Steuerberater ist dabei gern behilflich.

Geplante Ausgaben überprüfen

Aufgrund der geringen Erlöse müssen Ausgaben und geplante Investitionen auf den Prüfstand. Ist bei der Getreideaussaat der Einsatz von 100% Z-Saatgut notwendig oder kann auch nachgebaut werden? Müssen Ausgaben für Ersatzinvestitionen zu diesem Zeitpunkt sein oder kann eine Reparatur zunächst ausreichen? Können wir auf dem Betrieb bestimmte Arbeiten mit eigenen Mitteln schaffen und sparen so die Ausgaben für den Lohnunternehmer? Diese und andere Fragen sind es, die Ihnen Einsparungspotential aufzeigen können.

Kontaktaufnahme mit dem Kundenberater der Hausbank

Die Kundenberater der Banken wissen um die schlechte Ernte und deren Auswirkung für die Betriebe und sie stehen den Betriebsleitern bei der Lösung der daraus resultierenden Finanzfragen offen gegenüber und gern zur Seite. Wichtig ist, dass Sie als Unternehmer die Initiative ergreifen und nicht warten bis die Bank sich meldet. Agieren beinhaltet immer mehr Möglichkeiten und Chancen als nur noch zu reagieren. Vorsorge ist in der Regel kostengünstiger als Nachsorge. In den meisten Fällen arbeiten Sie seit vielen Jahren und Jahrzehnten mit Ihrer Bank zusammen, eine Zusammenarbeit, an der meistens beide Seiten ein hohes Interesse haben. Vereinbaren Sie mit Ihrem Berater einen Termin, sprechen Sie offen und ehrlich über die aktuelle und die zu erwartende Situation. Legen Sie ihre Liquiditätsplanung vor, damit sich der Kundenberater ebenfalls einen Überblick verschaffen kann. Überlegen Sie dann gemeinsam welche Maßnahmen zu Ihrer Situation passen. Welche Möglichkeiten gibt es? Erhöhung der Kreditlinie, Bereitstellung von Betriebsmittelkrediten, Umfinanzierung oder Aussetzung der Tilgungsraten.

Kapital freisetzen

In guten betrieblichen Zeiten werden mitunter Anschaffungen getätigt, die überdimensioniert sind. Beispielsweise Maschinen, die ggf. hohe Betriebskosten verursachen, sollten jetzt auf den Prüfstand und dann evtl. verkauft oder überbetrieblich eingesetzt werden. Wenn Sie jetzt schon absehen können, dass das Grundfutter für den Rindviehbestand im Winter nicht ausreichen wird, dann kann eine rechtzeitige Bestandsabstockung eine Möglichkeit darstellen. Wenn Rücklagen in Form von Termingeldern oder Aktien angelegt wurden, dann kann es sinnvoll sein, diese aufzulösen um liquide zu sein. Die Auflösung von Versicherungen, die für die Altersvorsorge gedacht waren ist nur dann sinnvoll, wenn die Konditionen passen und rechtzeitig genügend neue Rücklagen für das Alter gebildet werden können.

 

Langfristige Wirkung der Maßnahmen bewerten

Die oben aufgezeigten Möglichkeiten führen nur dann dauerhaft zum Ziel, wenn sie langfristig eine stabile Finanzsituation des Betriebes sicherstellen. Bei all diesen Überlegungen muss überprüft werden, ob es sich um eine kurzfristige finanzielle Schieflage oder um ein generelles Problem handelt. Kurzfristig Finanzlöcher stopfen ist eine Sache. Ziel muss es sein, den Betrieb dauerhaft in stabiles Fahrwasser zu bringen. Bei den Überlegungen ist eine Betriebsplanung über mehrere Jahre unter Berücksichtigung der individuellen Situation notwendig. Nur wenn die Faktoren Liquidität, Stabilität und Rentabilität passen, ist es sinnvoll ohne wesentliche Anpassungen weiterzumachen. Andernfalls muss über Alternativen nachgedacht werden. Die Palette reicht von Neuinvestitionen, auch in andere Betriebszweige, über Umstellung auf Nebenerwerb bis hin zu einem geregelten rechtzeitigen Ausstieg.

Fritz M. hat sich auf den Weg gemacht! Er hat sich Hilfe bei der Liquiditätsplanung geholt, ist aktiv auf seinen Kundenberater der Bank zugegangen und hat es geschafft, mit mehreren Maßnahmen den aktuellen Liquiditätsengpass zu managen. Nun kann er wieder ruhig schlafen. Als nächsten Schritt will er mit Unterstützung durch die Beratung eine Betriebsplanung mit seinem potentiellen Nachfolger anpacken und hat für die Zukunft Folgendes gelernt: Liquidität im Blick behalten, diese konkret für den eigenen Betrieb planen und kontrollieren, ist ein Standardwerkzeug der Unternehmensführung und das nicht nur in Krisenzeiten! Handeln statt abwarten - agieren statt reagieren, das zeichnet Unternehmer aus!


Kontakt:
Iris Flentje
Büroleiterin Sozioökonomische Beratung
Telefon: 05021 9740-101
Telefax: 05021 9740-125
E-Mail:


Stand: 28.09.2018