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Aufzeichnungspflichten im Düngerecht: Von ENNI bis zur N/P-reduzierten Fütterung

Mit der niedersächsischen Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat oder Phosphat („Rote Gebiete“), der nieder­sächsischen Verordnung über Meldepflichten („ENNI“), der Stoffstrombilanzverordnung sowie der bereits angekündigten Änderung der Bundes-Düngeverordnung steigen die Herausforderungen auf den Betrieben auch an Organisation und Dokumentationspflichten noch weiter an.

Der „Runde Tisch Nährstoffe“ im Landkreis Osnabrück setzt sich intensiv mit der Nährstoff­situation im Landkreis Osnabrück auseinander und arbeitet an Lösungsmöglichkeiten. Hierzu hat er eine Reihe von 6 Informationsveranstaltungen initiiert, die von der Bezirksstelle Osnabrück im Januar 2020 unter Beteiligung der Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen durchgeführt wurden. Insgesamt etwa 1.000 Betriebsleiter nutzten die Veran­staltungen, um sich Informationen und Hilfen zur Umsetzung der aktuellen Anforderungen geben zu lassen.

In einem ersten Vortrag wurde eine kompakte Übersicht über die wesentlichen aktuellen Anforderungen im Düngerecht gegeben. Die intensiven Diskussionen und Nachfragen dazu zeigen, dass auf den Betrieben noch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich Auslegung und Umsetzung bestehen.

Darauf folgend wurde aufgezeigt, wie die Betriebe mit den aktuellen Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten, also Nährstoffvergleich, Stoffstrombilanz und Düngebedarfs­ermittlung, aber auch düngerechtlichen Deklarationen und Meldungen umgehen und sie fachgerecht erledigen können. Im Vordergrund stand dabei die allen Betrieben dafür zur Verfügung stehende EDV-Online-Anwendung „ENNI“. Diese wurde eingehend vorgestellt, auch um die vielfach bei den Betriebsleitern offensichtlich noch vorhandenen Barrieren vor der Anwendung des Programms abzubauen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Verfahren und Nachweis einer nährstoffreduzierten Fütterung zur Minderung des Nährstoffanfalls in der Tierhaltung. Diese gewinnt vor dem Hintergrund der Nährstoffüberschüsse in vielen Betrieben immer mehr an Bedeutung. Mit Blick auf die Dokumentationspflichten muss gleichzeitig aber auch der ordnungsgemäße Einsatz dieser Futtermittel über Berechnungen der mittleren Gehalte einer Futtermischung oder individuelle Stallbilanzen nachgewiesen werden.

Der gute Besuch der Informationsveranstaltungen sowie die vielfältigen und sachlichen Nachfragen der Landwirte zeigen die Bereitschaft der Betriebe, sich mit den aktuellen Anforderungen konstruktiv auseinanderzusetzen und einzelbetrieblich Lösungen zu finden. Deutlich wurde allerdings auch, dass weiterhin erhebliche Unsicherheiten in der rechtlichen Umsetzung der vielfältigen Vorgaben bestehen, und dass der zeitliche und organisatorische Aufwand für deren ord­nungsgemäße Umsetzung in vielen Familienbetrieben bereits an Grenzen stößt.


Kontakt:
Ludger Bernhold
Leiter Fachgruppe Ländliche Entwicklung
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Telefax: 05439 9407-39
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Stand: 06.02.2020