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Düngung im Sommer / Herbst 2018 – was ist nach Düngeverordnung noch erlaubt?

Die Vorgaben zur Regelung der Düngung nach der Ernte beziehen sich nicht nur auf die organischen (Gülle, Gärreste, Geflügelmiste…), sondern auf alle stickstoffhaltigen Düngemittel, also auch N-Mineraldünger. Lediglich Kompost und Festmist von Huf- und Klauentieren (Rindermist, Pferdemist…) sind davon ausgenommen.

Grundsätzlich gilt auch bei der Düngung von im Sommer/Herbst 2018 angesäten Kulturen, dass die Stickstoffdüngung am Stickstoff­düngebedarf auszurichten ist. Daher muss vor der Düngung der N-Düngebedarf der Kultur durch den Landwirt ermittelt und schriftlich aufgezeichnet werden. Nur wenn ein aktueller N-Düngebedarf besteht, darf bis in Höhe dieses Bedarfes gedüngt werden. Für noch vorgesehene Düngungsmaßnahmen auf dem Grünland ist keine separate Düngebedarfsermittlung in diesem Jahr zu erstellen, da für die gesamte Vegetationsperiode bereits im Frühjahr geplant wurde.

Die Düngebedarfsermittlung kann mit einem Formblatt oder einer Excel-Anwendung erfolgen, die auf der Homepage der Landwirtschaftskammer abgerufen werden können. Die Bezirksstelle Osnabrück und die Außenstelle Bersenbrück sind Ihnen dabei gerne behilflich. Senden Sie hierzu bitte den unten aufgeführten Erhebungsbogen ausgefüllt an uns zurück.

Bei Fragen hierzu stehen als Ansprechpartner in Bersenbrück Frau Blome (05439/9407-13), Herr Schoo (05439/9407-12) und Herr Haking (05439/9407-24) sowie in Osnabrück Herr Beune (0541/56008126) zur Verfügung.

Nach den Vorgaben der Düngeverordnung beginnt die Sperrfrist für N-haltige Dünger auf Ackerland mit der Ernte der letzten Hauptfrucht und endet am 31. Januar. Abweichend von diesem Grundsatz dürfen auf Ackerland, ausschließlich nach Getreidevorfrucht, Stickstoff­dünger bis zum 01. Oktober zu Zwischenfrüchten, Winterraps, Feldfutter und Wintergerste ausgebracht werden. Voraussetzung ist, dass eine Aussaat der Zwischenfrüchte, des Winterrapses und des Feldfutters bis zum 15. September und die Gerstenaussaat bis zum 01. Oktober vollzogen sein muss. Eine Stickstoffdüngung nach Mais, Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben, Feldgemüse, Leguminosen, Brache, Gras und anderen Vorfrüchten oder zur Förderung der Strohrotte ist wegen fehlendem N-Düngebedarf grundsätzlich verboten.

Mit der Düngung darf eine Höchstmenge von max. 30 kg Ammoniumstickstoff oder 60 kg Gesamtstickstoff je ha grundsätzlich nicht überschritten werden!

Die Einschränkungen der N-Düngung beziehen sich immer auf die Düngung nach der Ernte der letzten Hauptfrucht. Als letzte Hauptfrucht gilt dabei die Kultur, die im Anbaujahr noch geerntet wird. Wird nach Getreide noch eine Hauptfrucht zur Energie- bzw. Futternutzung angebaut (z.B. Ackergras oder Hafer), die noch im Anbaujahr geerntet wird, kann bis in Höhe des N-Düngebedarfs gedüngt werden. Die 60 kg Gesamt-N/ha und 30 kg NH4-N/ha-Grenze gelten hier nicht.

Kompost und Festmist von Huf- und Klauentieren können unabhängig von der Vorfrucht und ohne Begrenzung auf 30/60 kg N/ha ausgebracht werden, es gibt hierfür lediglich die Sperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar. Die maximal auszubringende Menge orientiert sich hierbei am Gesamtbedarf der nachfolgenden Kultur.


Kontakt:
Ludger Bernhold
Leiter Fachgruppe Ländliche Entwicklung
Telefon: 05439 9407-28
Telefax: 05439 9407-39
E-Mail:


Stand: 07.08.2018