Webcode: 01034093

Dauergrünland und potentielles Dauergrünland – was ist eigentlich aus förderechtlicher Sicht zu beachten?

Seit dem Jahr 2009 gibt es in Niedersachsen das Dauergrünlandumbruchverbot. Dieses Verbot ist im Jahr 2015 im Rahmen der Agrarreform bundesweit ausgedehnt worden. Seit dem Jahr 2018 haben wir darüber hinaus noch weitere Einschränkungen im Bereich Dauergrünland (DGL), die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen. Insbesondere bei DGL-Flächen ist darüber hinaus zu berücksichtigen, ob weitere Auflagen z.B. durch Wasser-, Naturschutz- oder sonstigen Schutzgebieten zu beachten sind!

Umbruch von potentiellem Dauergrünland (pDGL)

Bis zum Jahr 2017 mussten pDGL-Flächen („Ackergras“) spätestens im 5. Nutzungsjahr umgebrochen und mit einer anderen Kultur bestellt werden, damit der Ackerstatus auf der Fläche erhalten bleibt. Seit dem Jahr 2018 kann ein Kulturartenwechsel entfallen. Damit der Ackerstatus aber auf einer pDGL-Fläche erhalten bleibt, muss ein Umbruch durch Pflügen der pDGL-Fläche spätestens im 5. Jahr mit einer anschließenden Neueinsaat mit Ackergras erfolgen. Zudem muss zwingend innerhalb einer 4-Wochen-Frist nach der Neueinsaat eine Anzeige bei der zuständigen Bewilligungsstelle mit dem untenstehenden Formular Anzeige Pflügen von pDGL.pdf vorgenommen werden. Anschließend erhält die Fläche wieder einen neuen pDGL-Status (z.B. pDGL19 bei einer Neuansaat im Jahr 2019) und der Fünf-Jahreszeitraum beginnt wieder neu zu laufen.

Weitere Informationen unter Webcode: 01033703.


Umbruch und Neueinsaat einer DGL-Fläche

Seit dem März 2018 muss das Pflügen von Dauergrünland und der anschließenden Neuansaat im Vorfeld mit den Formularen Antrag Pflügen von Dauergrünland.pdf sowie Antrag auf Erteilung - Bescheinigung zu einem Antrag auf Umpfluegen von Dauergrünland.pdf beantragt werden. Dem Antrag auf Pflügen und Umwandlung von Dauergrünland ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der zuständigen Unteren Wasser- und Naturschutzbehörde des Landkreises beizufügen.

Eine nochmalige Narbenerneuerung ist dann frühestens nach fünf Jahren möglich.

Weitere Informationen unter Webcode: 01033703.


Umwandlung von Dauergrünland in nichtlandwirtschaftliche Nutzung

Wird bestehendes Dauergrünland in eine nichtlandwirtschaftliche Nutzung (z.B. Bebauung, Aufforstung usw.) überführt, so muss seit dem Herbst 2016 diese Umwandlung im Vorfeld genehmigt werden. Auch sensible Dauergrünlandflächen (sDGL) in FFH-Gebieten können über diesem Wege aus förderrechtlicher Sicht in nichtlandwirtschaftliche Nutzung überführt werden. Welchen Status ihre Flächen haben, können Sie dem aktuellen Flächenverzeichnis ihres Antrages auf Agrarförderung entnehmen.

Die Beantragung bei der Bewilligungsstelle muss mit Hilfe des Antrages Umwandlung in nicht landwirtschaftliche Nutzung - vorl. Fassung- 04112016.pdf erfolgen.

Handelt es sich um sensibles Dauergrünland (sDGL) ist ergänzend auch eine Beantragung der Umwandlung des sDGL in DGL notwendig (Seite 3 des Formulars, die bei der „normalen“ DGL-Umwandlung nicht notwendig ist). Hieraus ergibt sich ein zweistufiges Antragsverfahren.

Hinweis: Die Beantragung ist nur notwendig, wenn sich die betreffende DGL-Fläche auch in der Verfügungsgewalt des jeweiligen grenningpflichtigen Antragstellers befindet!

Weitere Informationen unter Webcode: 01031539.


Beantragung eines Umbruchs von Dauergrünland zur Ackernutzung

Soll Dauergrünland in Ackerland umgewandelt werden, ist die Umwandlung auch im Vorfeld mit den Formularen Antrag Umwandlung - Stand Mai 2017.pdf sowie Antrag auf Erteilung einer Bescheinigung zu einem Antrag auf Umwandlung von Dauergrünland.pdf“ zu beantragen. Entsprechend des Umfangs der umzubrechenden DGL-Fläche ist eine Ackerfläche zukünftig als Ersatzfläche für das Dauergrünland zu nutzen. Handelt es sich bei der Ersatzfläche nicht um eine Eigentumsfläche, ist eine Einverständniserklärung des Eigentümers notwendig („Einverständniserklärung DGL Umwandlung.pdf“). Die Zustimmung der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörde wird in der Regel nur dann erteilt, wenn die Ersatzfläche in der gleichen naturräumlichen Region wie die Umbruchfläche liegt. In welcher Region sich ihre Flächen befinden, ist über http://www.umweltkarten-niedersachsen.de/ (Basisdaten -> Natur -> Allgemeine Daten -> Naturräumliche Regionen) abrufbar.

Bei DGL-Flächen, die nach dem Jahr 2015 entstanden sind, ist eine Bereitstellung von Ersatzflächen nicht notwendig – allerdings muss die Umbruchgenehmigung auf jeden Fall beantragt und die Zustimmung der Unteren Naturschutz- und Wasserbehörde eingeholt werden.

Weitere Informationen unter Webcode: 01030558.


Kontakt:
Stefan Müller
Betriebswirtschaft, Förderung, Unternehmensberatung
Telefon: 0541 56008-162
Telefax: 0541 56008-99162
E-Mail:


Stand: 09.08.2018



PDF: 29805 - 116.912109375 KB   Anzeige Pflügen von pDGL   - 117 KB