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Erweiterung der Futtergrundlage: Gestaltungsmöglichkeiten beim Greening und AUM-Zwischenfruchtanbau bis zum 01.10.2018

Antragsteller, die Direktzahlungen beantragen, sind aufgrund der Regelungen im Bereich des sog. Greenings grundsätzlich verpflichtet, jährlich 5% der Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche (öVF) auszuweisen. Diese Verpflichtung im Rahmen der Bestimmungen zu den Direktzahlungen wird hinsichtlich des Flächenumfangs zu mehr als 90% über den Anbau von „greeningfähigen“ Zwischenfruchtmischungen erfüllt. Hierbei wird bekanntlich durch den Anbau von 1 ha greeningfähigen Zwischenfrüchten 0,3 ha ökologische Vorrangfläche geschaffen.

Es ist problemlos möglich, Zwischenfruchtflächen als öVF nachzumelden, die im Sammelantrag am 17.05. nicht als öVF gemeldet wurden. Diese Nachmeldung ist mit dem Modifikationsantrag (siehe unten als Anlage) bis spätestens zum 1.10.2018 bei der Bewilligungsstelle Osnabrück einzureichen. Sofern ausweislich des eingereichten Sammelantrages weniger als 5% ökologische Vorrangflächen ausgewiesen wurden, ist eine Erhöhung zwecks Erreichen der 5%-Grenze jedoch nicht möglich.

Die Bundesregierung plant zurzeit mittels einer Änderungsverordnung, die Freigabe der Nutzung von Zwischenfrüchten, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen wurden. Mit dieser Änderungsverordnung könnten ÖVF Zwischenfrüchte nach einem Zeitraum von 8 Wochen (Zeitraum ab der Aussaat) auch durch Schnittnutzung für Futterzwecke genutzt werden. Sofern die Betriebe ihre Flächen mit einer greeningfähigen Zwischenfrucht (z.B. Landsberger Gemenge) bestellen, könnte u. U. noch im Herbst ein Schnitt geerntet werden.

Wenn die Änderungsverordnung tatsächlich greifen sollte, bleibt die Problematik, dass solche greeningfähigen Futterzwischenfruchtmischungen bei einer Ernte im Herbst nicht die größten Ertragserwartungen haben. Unabhängig von dem Zustandekommen der Regelung können Landwirte jetzt den Zwischenfruchtanbau für die Ausweisung von ökologischen Vorrangflächen auf den Maisanbauflächen planen, da angesichts der Dürre diese Flächen sicherlich bis zum 01.10.2018 abgeerntet sind, so dass die Verpflichtung, ÖVF-Zwischenfrüchte bis zum 01.10. eines Jahres auszusäen, mit einiger Sicherheit erfüllt werden kann. Die ursprünglich für den Anbau von ÖVF-Zwischenfrüchten vorgesehenen Getreideflächen können dann für den Anbau ertragsreicher einjähriger Weidelgräser genutzt werden.

Die hier beschriebenen Tauschmöglichkeiten beim Anbau von Zwischenfrüchten gelten analog auch bei dem Anbau von Zwischenfrüchten für die Agrarumweltmaßnahmen. Auch hier sind mittels eines Änderungsantrages die Veränderungen der Bewilligungsstelle bis zum 01.10.2018 mitzuteilen.

Die Modifikationsänträge (Änderung bei den ÖVF) sind mit dem angefügten Vordruck per Papier zu stellen. Änderungsanträge wegen der Änderung bei dem im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen geförderten Zwischenfruchtanbau sind mit Hilfe der ANDI-Web-Anwendung digital zu stellen. Hilfestellung hierzu geben die Berater der Bezirksstelle Osnabrück und der Außenstelle Bersenbrück.


Kontakt:
Franz-Josef Schoo
Förderung, Betriebswirtschaft, Bildungsbeauftragter
Telefon: 05439 9407-12
Telefax: 05439 9407-39
E-Mail:


Stand: 09.08.2018