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Feldbegang 2019 in Brockzetel – Mechanische Unkrautbekämpfung

Knapp 70 Interessierte nahmen am 29.05.2019 am Feldbegang der Wasserschutzberatung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Brockzetel teil. Im Zentrum der Veranstaltung stand die mechanische Unkrautbekämpfung.

Auf dem Firmengelände des Lohnunternehmens Friedhelm Franzen wurden zunächst theoretische und praktische Grundlagen bei Kaffee und Kaltgetränken vermittelt.

Hierbei erläuterte Wasserschutzberaterin Christiane Niemann einige Gründe für mechanische Unkrautregulierungs-maßnahmen aus wasserwirtschaftlicher Sicht. Erste Nachweise von Pflanzenschutzmitteln und deren Abbauprodukten in Vorfeldmessstellen, die Abnahme zugelassener Wirkstoffe sowie vermehrt auftretende Resistenzen zeigen, dass alternative Wege im Pflanzenbau notwendig sind.   

Für den Maisanbau stehen mit Striegel und Hacke praktikable mechanische Strategien zur Verfügung, die in einigen Wasserschutzgebieten schon mit Erfolg im Rahmen von freiwilligen Vereinbarungen praktiziert werden. So konnte Rudolf Eilert, Wasserschutz- und Ökolandbauberater, über erste Erfahrungen mit dem Striegel- und Hackeinsatz im Mais aus dem Wasserschutzgebiet Annenheide (Delmenhorst) berichten. Weiterhin erläuterte Werner Geyken, Gebietsberater bei KWS, die Chancen und Risiken von Mais und Bohnen im Mischanbau.

Anschließend wurden ein Striegel und eine Hacke mit automatischer Kameralenkung der Firma Einböck im Praxiseinsatz gezeigt. Eike Pape, von der Werksvertretung Kraeft, begleitete und kommentierte die technische Durchführung auf dem Feld. Es wurde deutlich, dass eine erfolgreiche Unkrautregulierung nicht nur von dem Striegel- und dem Hackeinsatz abhängt, sondern mehrere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Die vorangegangene Bodenbearbeitung, die Saatbettbereitung, die Saatablage des Maiskorns sowie der Versorgungszustand des Bodens sind wichtige Aspekte, die den Wirkungsgrad der mechanischen Unkrautregulierungsmaßnahmen maßgeblich beeinflussen.

Werden alle Faktoren beachtet und ist die Witterung günstig, kann mit der heutigen Technik eine gewässerschonende Unkrautbekämpfung mit hoher Schlagkraft durchgeführt werden. Damit ist die mechanische Unkrautbekämpfung ein wichtiger Baustein zur Reduzierung bis hin zur Substituierung von bodenwirksamen Herbiziden im Mais (S-Metolachlor, Terbutylazin) sowie für die Getreideherbizid-Wirkstoffe (Isoproturon, Chlortoluron, Mecoprop-P).

In den OOWV-Wasserschutzgebieten Harlingerland, Aurich-Egels, Sandelermöns, Marienhafe und Hage wird die Freiwillige Vereinbarung „Reduzierter Herbizideinsatz“ angeboten und macht die mechanische Unkrautregulierung für Landwirte noch attraktiver. Die mechanische Unkrautregulierung ist dabei kombinierbar mit einer PSM-Maßnahme, allerdings nur vor dem Hackeinsatz. Nach der Hackanwendung ist ein Herbizideinsatz oder eine Stickstoffdüngung verboten.

Um Ihnen weitere Informationen und Eindrücke zur mechanischen Unkrautbekämpfung im Mais zu ermöglichen, hat die Wasserschutzberatung der Bezirksstelle Ostfriesland einen Demoversuch zur mechanischen Unkrautbekämpfung im WSG Aurich-Egels angelegt.


Kontakt:
Tamme de Vries
Berater Wasserschutz
Telefon: 04941 921-139
Telefax: 04941 921-151
E-Mail:
Christiane Niemann
Beraterin Wasserschutz
Telefon: 04941 921-142
Telefax: 04941 921-151
E-Mail:


Stand: 07.06.2019