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Infotag „Praktischer Herdenschutz“

Der Freitag, 03.07.2020 in Großefehn/Timmel stand ganz im Zeichen des Herdenschutzes. Über 60 Weidetierhalter kamen bei trockenem Wetter, um sich an praktischen Demonstrationen rund um den aktuellen Stand einer wolfssicheren Einzäunung zu informieren.

Dabei wurden am Vormittag wie auch am Nachmittag mit jeweils 2 Gruppen der Mobilzaun und die feste Bauweise näher erläutert. Technik zur mechanischen Pflege unterhalb der Zaunlitze wurde in Aktion gezeigt. Organisiert wurde diese Veranstaltung durch die Bürgerinitiative wolfsfreies Ostfriesland in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM).  Während das Team bestehend aus Herrn Peter Schütte (NABU Herdenschutzberater) und Sven Zwirner (Fa. Patura) auf den praktischen Zaunbau eingingen, wurde mit Unterstützung von Frau Nicole Benning (Verein für arbeitende Herdenschutzhunde) auf die Einzäunung mit Elektronetzen und auf die Tücken des mobilen Zaunbaus eingegangen. Zur Mittagszeit hielt Frau Benning einen Vortrag zum Einsatz von Herdenschutzhunden.

Mit welchen Fördermaßnahmen das Land Niedersachsen die Weidetierhalter unterstützt, erläuterte Frau Elke Steinbach. Sie ist für die Koordination und Beratung innerhalb dieser neuen Aufgabe bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen tätig. Drei Wolfsberater waren ebenfalls vor Ort und auch das Wolfsbüro des NLWKN brachte sich im Austausch mit ein. Alle Gäste konnten sich individuell beraten lassen und sich dieser Thematik fachlich nähern. Erstmalige Nutztierrisse in Ostfriesland stellen die Region vor neue Herausforderungen. Der Informationsbedarf und die Sorgen um die Weidetiere sind groß. Das zeigte auch die Diskussion. Alle Beteiligten waren sich einig, dass nicht nur geredet wird, sondern jeder einen Beitrag dazu leisten kann, die Koexistenz mit dem Wolf anzugehen. Inwieweit es grundsätzlich wolfsfreie Regionen geben soll oder Weidehaltung mit praktikablem Herdenschutz denkbar ist, braucht zumindest noch Zeit in der gesamtgesellschaftlichen Diskussion inklusive der vor allem betroffenen Tierhalter.

Der entstandene Demo-Herdenschutzzaun (für Rinder- und Pferdeeinzäunung) bleibt auf dem Gelände des Reitsport-Touristik-Centrum bestehen und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Die Veranstalter waren mit dem Ausgang des Infotages sehr zufrieden und können nur an alle appellieren, sich sachlich dieser neuen Thematik zu stellen. Aufgrund der guten Resonanz sind weitere Veranstaltungen geplant.


Kontakt:
Dr. Rolf Bünte
Leiter Bezirksstelle Ostfriesland
Telefon: 04941 921-107
Telefax: 04941 921-116
E-Mail:


Stand: 15.07.2020