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Die Landwirtschaft im Gebiet der Bezirksstelle Uelzen (Stand: 08/2019)

Das Arbeitsgebiet der Bezirksstelle Uelzen sind die Landkreise Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Harburg, Lüneburg, Heidekreis und Celle. Diese 6 Landkreise umfassen mit rund 8.660 km² gut 18 % der Landesfläche Niedersachsens, allerdings wohnen nur ca. 11 % der Bevölkerung dort. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte ist daher mit 102 Einwohnern/km² deutlich geringer als im Mittel Niedersachsens (166 E./km²). Besonders gering ist die Bevölkerungsdichte in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Heidekreis.

Rund 5.200 landwirtschaftliche Betriebe, wovon rund 50 % Haupterwerbsbetriebe sind, stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region dar. Insbesondere in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft an der Bruttowertschöpfung deutlich höher als im Mittel Niedersachsens. Dies spiegelt sich auch in einem überdurchschnittlichen Anteil der Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft an allen Beschäftigte im produzierenden Gewerbe wider.

In der Landwirtschaft stellt der Ackerbau den Schwerpunkt dar. Der Viehbesatz ist mit 0,51 Großvieheinheiten/ha deutlich niedriger als im Mittel Niedersachsens (1,12 GV/ha, Landwirtschaftszählung 2010). Besonders gering ist der Viehbesatz im Landkreis Uelzen (0,28 GV/ha), etwas höher in den Landkreisen Heidekreis (0,69 GV/ha) und Harburg (0,72 GV/ha). Von der landwirtschaftlich genutzten Fläche, die rund 43 % der Gesamtfläche der Landkreise ausmacht, sind rund 78 % Ackerland. Der Grünlandanteil liegt mit 21,6 % unter dem Landesschnitt (26,5 %), Dauerkulturen nehmen 0,6 % der LF ein. Wald nimmt rund 34 % der Gesamtfläche der Landkreise ein, die Landkreise der Heideregion gehören damit zu den waldreichen Kreisen Niedersachsens. Ein erheblicher Anteil des Waldes ist im Besitz landwirtschaftlicher Betriebe, auch die Forstwirtschaft liefert damit vielfach einen Beitrag zum Einkommen der landw. Familien. Neben diesen klassischen Bereichen stellt für viele Betriebe inzwischen auch die Erzeugung von Energie aus Biogas, Wind oder Photovoltaik ein wichtiges wirtschaftliches Standbein dar.

Ackerbau
Das Klima ist gekennzeichnet durch gemäßigte Temperaturen, im Jahresmittel zwischen 7,8 und 8,9 °C. Die mittlere Niederschlagsmenge beträgt im Westen bis ca. 810 mm/Jahr und nimmt nach Osten bis auf 545 mm/Jahr ab. In der Vegetationsperiode fallen regelmäßig nicht genügend Niederschläge um den Pflanzenbedarf zu decken. Zudem überwiegen sandige Böden, teilweise mit geringen Lehmanteilen. Diese weisen in der Regel eine geringe Wasserhaltefähigkeit auf, die nutzbare Feldkapazität ist gering. Die Wassermenge, die im Boden gespeichert werden kann reicht für den Pflanzenbedarf bei weitem nicht aus. Zudem ist die Durchwurzelungstiefe bodenbedingt begrenzt. Eine regelmäßige Wasserzufuhr ist daher für die Entwicklung der Pflanzen notwendig. Nur sehr kleinräumig tritt im Landkreis Uelzen Sandlöss mit einer höheren nutzbaren Feldkapazität auf. Vor diesem Hintergrund hat sich eines der intensivsten Beregnungsgebiete Deutschlands entwickelt.

Den größten Anteil an der Ackerfläche nimmt mit rund 42 % der Anbau von Getreide ein der er in den letzten zehn Jahren um rund 10 Prozentpunkte abgenommen hatte. Überwiegend wird Wintergetreide angebaut, darunter nimmt Weizen gefolgt von Roggen den größten Teil ein. Gerste und Triticale nehmen zusammen etwa ein Drittel der Wintergetreidefläche ein. Der Anbau von Sommergetreide macht knapp 15 % des Getreideanbaues aus, davon ist wiederum der überwiegende Teil Sommergerste, vornehmlich mit dem Verwendungszweck Braugerste. Im Gegensatz zum Getreide hat der Maisanbau bis 2012 deutlich an Fläche gewonnen. Seitdem nimmt er einen Anteil von rund 23 - 25 % an den Ackerflächen ein. Im Vergleich dazu ist der Flächenanteil von Mais an der Ackerfläche für Gesamt-Niedersachsen mit etwa 31 % deutlich höher. Zwischen den Landkreisen bestehen auch in der Heideregion große Unterschiede. Insbesondere im Landkreis Uelzen gehört Mais nach wie vor zu den „kleinen“ Kulturen. Bedeutender ist er dagegen in den Kreisen Heidekreis und Celle, in denen auch die Anzahl der Biogasanlagen höher ist. Der Flächenanstieg des Maises ging nicht allein zu Lasten des Getreides, einen erheblichen Anteil daran hat die seit 2008 weggefallene verpflichtende Flächenstilllegung.

Von besonderer Bedeutung ist in der Lüneburger Heide der Anbau von Kartoffeln. Nach einer leichten Abnahme der Anbaufläche von rund 40.000 ha auf ca. 34.000 ha stieg sie zuletzt wieder auf nahezu 36.000 ha an. Damit werden auf gut 12 % der Ackerfläche Kartoffeln aller Verwertungsrichtungen erzeugt. Rund ein Drittel der niedersächsischen Kartoffelflächen, die wiederum rund 45 % der deutschen Flächen ausmachen, liegen in der Heideregion. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei im Landkreis Uelzen, in dem Kartoffeln auf 20 % der Ackerfläche stehen. Als zweite Hackfrucht ist der Anbau von Zuckerrüben bedeutend. In den letzten Jahren hat der Anbauumfang wieder leicht zugenommen, auf jetzt rund 7,4 % der Ackerflächen. Auch hier befindet sich der Schwerpunkt im Landkreis Uelzen, in dem auch die Zuckerfabrik Uelzen der Nordzucker AG angesiedelt ist. Neben diesen „großen“ Kulturen werden noch eine Vielzahl weitere Arten, auch Gemüse und Gewürzpflanzen angebaut.

Tabellen und Abbildungen mit statistischen Kennwerten im Anhang.


Kontakt:
Dr. Jürgen Grocholl
Leiter Bezirksstelle Uelzen
Telefon: 0581 8073-124
Telefax: 0581 8073-99124
E-Mail:


Stand: 13.08.2019



PDF: 32346 - 150.787109375 KB   Agrarstrukturportrait 2010-2019   - 151 KB