Webcode: 01032374

Grundwasserschutz beginnt im Kopf

Rund 150 Teilnehmer bei Feldtag der Landwirtschaftskammer in Hamerstorf

Pressemitteilung vom 01.06.2017

Hamerstorf – Wirksamer Grundwasserschutz beginnt im Kopf: Die Reduzierung von Nitrateinträgen im Ackerbau war Thema eines Feldtages mit rund 150 Teilnehmern am Donnerstag (01.06.2017) in Hamerstorf (Kreis Uelzen). Boden- und Wasserschutz-Fachleute präsentierten angehenden und praktizierenden Landwirtinnen und Landwirten auf den Versuchsflächen der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen die Ergebnisse von Versuchen zur Düngung und zur Fruchtfolge. In deren Mittelpunkt steht die Verminderung von Nitrateinträgen ins Grundwasser, zum Beispiel durch einen verringerten Einsatz von Düngemitteln. Veranstalter des Feldtages waren neben der LWK das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

„Das Bewusstsein für die Bedeutung der Landwirtschaft für den Grundwasserschutz möchten wir schon gerne gerade den jungen Landwirtinnen und Landwirten nahebringen – sie müssen schließlich aktiv daran mitarbeiten, um die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen“, sagte Andrea Knigge-Sievers, Wasserschutzexpertin der LWK und Initiatorin des Feldtages.

An sechs Stationen im Feld wurden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert. In Hamerstorf wird unter anderem untersucht, wie Untersaaten im Getreide in einer grundwasserschonenden Fruchtfolge gelingen und die Wirtschaftsdünger beziehungsweise die Gärreste aus Biogasanlagen so eingesetzt werden können, dass die Stickstoffeffizienz erhöht wird. Als Untersaat, die zusätzlich Nährstoffe im Boden binden und damit eine Auswaschung verhindern soll, wird zum Beispiel Deutsches Weidelgras verwendet.

Neben verschiedenen Fruchtfolgevarianten sind allein zehn Düngungsvarianten zum Vergleich angelegt. Mit Hilfe von Saugsonden messen Fachleute des LBEG den Nitratgehalt direkt im Sickerwasser. So kann eins zu eins belegt werden, wie sich die Höhe der Stickstoffdüngung auf das Grundwasser auswirkt.

Ziel der Arbeit auf den Flächen ist es, den Erfolg der Düngung oder des Zwischenfruchtanbaus mit belastbaren Daten sichtbar zu machen. Im Idealfall lässt sich daraus ableiten, wo Einsparungen von Dünger – etwa nach einer gedüngten Zwischenfrucht – möglich sind. Das ist gut für die Umwelt und gut für die Portemonnaies der Landwirte. Die Versuche in Hamerstorf werden aus der Wasserentnahmegebühr des Landes finanziert.

Erste Versuchsergebnisse liegen bereits vor. Nach Kartoffeln, so haben die Fachleute von LWK und LBEG ermittelt, wurde im Winterhalbjahr 2014/15 deutlich mehr Stickstoff ausgewaschen als nach Winterroggen. Dieser Effekt ist unter anderem auf eine hohe Belüftung des Bodens während der Kartoffelernte mit nachfolgender Stickstoffmineralisierung zurückzuführen. Die Begrünung über Winter mit einer Grasuntersaat im Ganzpflanzensilage-Roggen hat im Winterhalbjahr 2015/16 die herbstliche Stickstoffauswaschung deutlich gegenüber einer Schwarzbrache nach Winterroggen reduziert. Ob dies nur ein kurzfristiger Effekt oder dauerhaft ist, soll in den nächsten Jahren untersucht werden.

 


Nutzungserlaubnis für Pressemitteilungen


 


Kontakt:
Wolfgang Ehrecke
Pressereferent, Redaktion Onlinemedien
Telefon: 0441 801-172
Telefax: 0441 801-509
E-Mail:


Stand: 01.06.2017