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„Vermarktungsstrukturen im Alten Land weiterentwickeln“

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast zu Besuch in der Obstbauversuchsanstalt der Kammer in Jork

Jork – Für einen geeinten Auftritt der Anbauregion Niederelbe mit dem Schwerpunkt Altes Land hat sich Barbara Otte-Kinast in Jork (Kreis Stade) ausgesprochen. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin war zu Gast im Obstbauzentrum Esteburg, zu dem die Obstbauversuchsanstalt der Kammer gehört, und auf den Norddeutschen Obstbautagen.

„Jeder dritte Apfel, der in Deutschland geerntet wird, stammt aus dem Alten Land“, sagte Ministerin Otte-Kinast bei ihrem Treffen unter anderem mit Kammerdirektor Hans-Joachim Harms, Dr. Karsten Klopp, Leiter der Obstbauversuchsanstalt, und zahlreichen Vertretern aus dem Obstbau. „Wir haben hier das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet in ganz Deutschland. Umso wichtiger ist es, nun gemeinsam zu überlegen, wie dieses herausragende Potenzial noch besser für die Erzeuger zum Tragen kommen kann", zitiert das Ministerium Otte-Kinast in einer Pressemitteilung.

Hintergrund der Initiative ist die Entwicklung, dass die durchschnittlichen Erzeugerpreise für Kernobst an der Niederelbe in den Jahren 2015 bis 2017 auf anhaltend niedrigem Niveau lagen. Ziel sei es nun, einen Prozess der strukturellen Reform der Vermarktung zu starten und mit Erfolg eine entsprechende Vereinbarung zu schließen, so die Ministerin. „Das Alte Land hat so die Chance, die Wettbewerbsfähigkeit der Obstbaubetriebe und der Region im nationalen und internationalen Apfelmarkt zu stärken und die Strukturen fit für die Zukunft zu machen. Diese Chance sollten wir gemeinsam nutzen!" Otte-Kinast sicherte den Erzeugern hierfür die Unterstützung und die fachliche Begleitung durch das Landwirtschaftsministerium zu.

Nach einem Besuch im Obstbauzentrum Jork nutzte Ministerin Otte-Kinast bei einem Messerundgang über die Norddeutschen Obstbautage die Gelegenheit, mit vielen Obstbauern und Ausstellern ins Gespräch zu kommen und Neuerungen auf dem Markt kennen zu lernen.

Die Erzeuger an der Niederelbe stellten derweil die Weichen für den verstärkten Anbau von neuen Club-/Markensorten, berichtete das „Stader Tageblatt“: Damit reagierten sie auf die Veränderungen auf dem Weltmarkt. Die Obstbauern lieferten Masse in Top-Qualitäten, doch auskömmliche (Top-)Preise zahle ihnen der Lebensmitteleinzelhandel (von Ausnahmejahren abgesehen) nicht, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter.

Damit die Kasse stimme, setzten die Erzeuger – zusätzlich zu Regionalsorten wie Elstar – verstärkt auf die exklusiven, höherpreisigen Club-Sorten wie Kanzi und eine ausgeklügelte Vermarktung mit Design-Verpackungen bei Nischenprodukten wie etwa dem Snack-Apfel Rockit, der den Schoko-Riegel ersetzen solle.

Hinzu kommt laut „Stader Tageblatt“, dass der Apfelkonsum rückläufig ist – und Verbraucher und vermehrt zu anderem Obst, beispielsweise Beeren, greifen. Damit der Lebensmitteleinzelhandel nicht noch mehr Regalplätze streiche, starteten die Altländer und Kehdinger daher eine Sortenoffensive. In den USA und in Italien habe die Konkurrenz schon längst mit dem Umbau des Apfelsortiments begonnen: Standardsorten seien im Rückgang.

Die Erzeuger, die zwei Erzeugerorganisationen Marktgemeinschaft Altes Land (M.AL.) und Elbe-Obst sowie der Fruchtgroßhandel seien top aufgestellt, betonte Obstbauer Ulrich Buchterkirch, beim Landvolk Niedersachsen Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau. Dies gelte es in Zukunft stärker zum Wohle aller zu nutzen.

Zusammen mit Jens Stechmann, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau und Vorsitzender des Obstbauversuchsrings des Alten Landes, appellierte Buchterkirch an Otte-Kinast, den Bauern bei der Absicherung gegen Schadensereignisse wie Hagel zu helfen: Italien, Österreich und die Niederlande zahlten bei Versicherungsprämien bis zu 65 Prozent Zuschuss.

Hintergrund:

Im Alten Land gibt es nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums mit Elbe-Obst und M.AL. zwei nach EU-Recht anerkannte Erzeugerorganisationen, in denen etwa 80 Prozent der Obstbaubetriebe Mitglied sind. Insgesamt gibt es in der Region mehr als 550 Erzeugerbetriebe (Baumobst). Um die Erzeuger gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel in eine bessere Lage zu versetzen und für die Familienbetriebe auskömmliche Preisvorstellungen zu etablieren, ist es aus Sicht des ML erforderlich, dass alle Erzeuger mit einer gemeinsamen Stimme sprechen.

Jeder dritte Apfel, der in Deutschland geerntet wird, stammt aus dem Alten Land, derzeit umfasst die Region etwa 20 Millionen Obstbäume. Die Baumobstfläche an der Niederelbe liegt nach aktuellen Statistiken insgesamt bei 10.063 Hektar. Damit ist das Alte Land das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Deutschlands.

Ausführlicher Bildtext:

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (Vierte von Links) zu Besuch in der Obstbauversuchsanstalt in Jork (Kreis Stade), hier zu sehen unter anderem mit Ulrich Buchterkirch (links, beim Landvolk Niedersachsen Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau und Vorsitzender des Kammer-Fachbeirats Obst), Johann Knabbe (Zweiter von links, Vorstandsvorsitzender des Kreisbauernverbands Stade und Vorsitzender des Kammer-Ausschusses Finanzen und Organisation), Jens Stechmann (Dritter von links, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau, Vorsitzender des Obstbauversuchsrings des Alten Landes und Mitglied im Kammer-Fachbeirat Obst), Dr. Karsten Klopp (Fünfter von rechts, Leiter der Obstbauversuchsanstalt), Kammerdirektor Hans-Joachim Harms (Vierter von rechts) und Helmut Dammann-Tamke (rechts, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion für die Bereiche Landwirtschaft und Häfen und Schifffahrt aus Buxtehude).


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Stand: 07.03.2018