Webcode: 01033507

Messe RegioAgrar: Kammer informiert über Schlüsselthema Düngung

Neue Verordnung als große Herausforderung für Betriebe in Weser-Ems

Oldenburg – Intensive Diskussionen rund um das Thema Düngeverordnung haben die Arbeit der Beraterinnen und Berater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auf der Messe RegioAgrar Weser-Ems (7. bis 9. März) geprägt. Kammerpräsident Gerhard Schwetje bezeichnete bei der Messeeröffnung in den Oldenburger Weser-Ems-Hallen die seit Mitte vergangenen Jahres in Kraft getretene gesetzliche Regelung für die Ausbringung von Nährstoffen als „Schlüsselthema“. Deren Umsetzung sei für die landwirtschaftlichen Betriebe eine große Herausforderung und brächte erhebliche Veränderungen mit sich.

„Der Informationsbedarf bei den Praktikern ist sehr groß“, so Schwetje. Die Kammer trage dem durch zahlreiche Informationsveranstaltungen, unter anderem auf der RegioAgrar, Rechnung. Der Kammerpräsident räumte ein, dass ein gutes halbes Jahr nach Inkrafttreten der Düngeverordnung immer noch Fragen zur rechtlichen Bewertung und Auslegung von Sachverhalten auftauchten. Ziel der Kammer sei es, in eigenen Versuchen und in Abstimmung mit dem Land Niedersachsen „schnellstmöglich praktikable Antworten und tragfähige Lösungen für unsere landwirtschaftlichen Betriebe zu finden“.

In einem für die Betriebe im Weser-Ems-Gebiet maßgeschneiderten Vortrags-Block beleuchteten Fachleute der Kammer verschiedene Aspekte einer regelkonformen Düngung. „Mit dem Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung Mitte vergangenen Jahres hat eine neue Zeitrechnung im Düngerecht begonnen“, sagte Weert Sweers vom Fachbereich Nachhaltige Landnutzung. Der Fokus sei dabei auf Düngebedarf, Ausbringmengen und -zeitpunkte gerichtet. Für jede Kultur und für jeden Schlag sei der Nährstoffbedarf zu ermitteln und aufzuzeichnen. „Dieser Bedarf kann nur in Ausnahmefällen überschritten werden“, so Sweers.

Im Hinblick auf die Lagerung von Gülle wies der Kammerfachmann eindringlich darauf hin, den Lagerraum so zu bemessen, dass gesetzlich vorgegebene Sperrfristen überbrückt werden können. „Das sind bis zu neun Monate“, präzisierte Sweers. Landwirten, die im zurückliegenden Herbst/Winter mit dem Lagerraum an ihre Grenzen gestoßen seien, empfahl er, die in Aussicht gestellte Förderung des Landes Niedersachsen, wenn sie denn kommen sollte, zu nutzen, um zusätzlichen Lagerraum zu schaffen.

Die Technik für eine effiziente Ausbringung organischer und mineralischer Dünger ist nach Worten von Dr. Harm Drücker vorhanden. Sie habe aber ihren Preis und müsse richtig eingesetzt werden, so der Leiter des Fachbereichs Landtechnik. „Die zukünftige Herausforderung liegt in der immer exakteren Bestimmung der Nährstoffgehalte von Wirtschaftsdüngern“, blickte Drücker nach vorne. Außerdem gelte es künftig zu prüfen, ob die Nährstoffeffizienz zum Beispiel durch ein Ansäuern der organischen Dünger oder durch digitale Verfahren gesteigert werden könne.

Auch auf Grünland führt die neue Verordnung zu Veränderungen. „Vor jeder Düngung ist der Bedarf der Weiden genau zu ermitteln“, erklärte Frerich Wilken vom Fachbereich Futterbau und fügte hinzu: „Ziel der Praktiker muss es sein, den Stickstoff so effizient wie möglich einzusetzen.“ Dem Ausbringtermin komme dabei besondere Bedeutung zu. Außerdem sei die Leistung aus dem Grundfutter, in der Regel die Silage, zu optimieren. „Wenn die Konservierungsverluste geringgehalten werden und das Futter den Rindern schmeckt, muss weniger Kraftfutter zugekauft werden“, erklärte der Grünlandfachmann. Das entlaste die Düngerbilanz, da weniger Nährstoffe „von außen“ auf den Betrieb kämen.

Zur Messe RegioAgrar Weser-Ems 2018 in Oldenburg präsentierten sich 158 Aussteller aus der Agrarbranche auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 8.000 Quadratmetern.


Nutzungserlaubnis für Pressemitteilungen



Kontakt:
Walter Hollweg
Pressesprecher
Telefon: 0441 801-200
Telefax: 0441 801-509
E-Mail:


Stand: 09.03.2018