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Ministerin Otte-Kinast besucht Versuchsstation der Kammer

Politikerin informiert sich in Wehnen über moderne Verfahren der Sauenhaltung


Wehnen – Am Versuchsstandort Wehnen (Landkreis Ammerland) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stehen aktuelle Fragen der Tierhaltung und des Pflanzenbaus im Fokus. Die Themen reichen von einer immer tiergerechteren Sauenhaltung bis hin zu einem ressourcenschonenden Umgang mit Wirtschaftsdüngern wie zum Beispiel Gülle.

„Wir befassen uns hier mit allen aktuellen Fragen zur modernen Landwirtschaft“, erklärte Kammerpräsident Gerhard Schwetje bei der Begrüßung von Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Sie war heute (28. Mai) nach Wehnen gekommen, um sich ein Bild von den Versuchen im Stall und auf dem Feld zu machen. „Hier arbeitet die Kammer nicht nur interdisziplinär, sondern auch mit mehreren Partnern aus Wissenschaft – wie etwa der Tierärztlichen Hochschule Hannover – und Wirtschaft zusammen“, so Schwetje weiter.

„Viele Fragen zur modernen Tierhaltung sind eng mit Fragen zum Umwelt- und Ressourcenschutz verbunden“, ergänzte Kammerdirektor Hans-Joachim Harms. Durch die räumliche Nähe der Ställe und der Versuchsflächen sei der direkte Austausch zwischen den handelnden Personen gewährleistet. Auch die Themen Betriebswirtschaft und Landtechnik profitierten von dieser „Synergie“.

„Das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit hier in Wehnen ist es, am Ende der Untersuchungen Landwirten und Tierärzten praxisnahe und vernünftige Empfehlungen für ihre tägliche Arbeit zu geben“, erläuterte Dr. Ludwig Diekmann, Leiter des Kammerunternehmensbereichs Tier. Diese Empfehlungen basierten auf der breiten Kompetenz verschiedener Institutionen, darunter drei Universitäten.

Besonderes Interesse zeigte Ministerin Otte-Kinast an Untersuchungen zur Weiterentwicklung der Tierhaltung. Dazu erläuterte Dr. Heiko Janssen von der Landwirtschaftskammer das Projekt InnoPig, in dem unterschiedliche Haltungsverfahren von Sauen mit Ferkeln untersucht werden. Dabei geht es um den Vergleich zweier alternativer Haltungssysteme mit der heute weit verbreiteten Einzelhaltung der Sauen mit Ferkelschutzkorb. Die Alternativen sind eine freie Abferkelbucht sowie eine Gruppenhaltung der ferkelführenden Sauen.

„Erste Auswertungen zeigen, dass die getestete Freilaufbucht die höchsten Ferkelverluste aufweist, gefolgt von der Gruppenhaltung. Die geringsten Verluste gab es mit dem Ferkelschutzkorb“, fasste Janssen die Ergebnisse zusammen. Nun will man in Wehnen durch eine gezielte Anpassung die Ferkelverluste der alternativen Haltungsverfahren weiter senken. Dabei soll auch untersucht werden, ob eine zeitweise Fixierung der Sau in den ersten Tagen nach der Geburt die Ferkel besser schützt.

Parallel zu den geschilderten Untersuchungen wurden auch die Auswirkungen der drei Haltungsverfahren auf Tierverhalten und Tierhygiene näher beleuchtet. Prof. Nicole Kemper von der Tierärztlichen Hochschule Hannover stellte dazu erste Ergebnisse vor. „Während aus tierhygienischer Sicht kaum Abweichungen zwischen den alternativen und konventionellen Verfahren festgestellt werden konnten, gab es bei der Betrachtung des Tierverhaltens doch Unterschiede“, lautete ihr Resümee. Auch die Wissenschaftlerin kündigte weitere Untersuchungen zu dieser Frage an.


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Stand: 31.05.2018