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Mais noch effizienter und schonender organisch düngen

Verbundprojekt „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“: Landwirtschaftskammer zeigt moderne technische Verfahren für ressourcenschonenden Maisanbau und präsentiert Versuchsergebnisse

Wehnen. Der optimale Einsatz von organischen und mineralischen Düngern im Einklang mit Wasser- und Bodenschutz ist für Niedersachsens Landwirtinnen und Landwirte mit der neuen Düngeverordnung noch stärker in den Fokus gerückt. Wie Wirtschaftsdünger aus Ställen oder Gärreste aus Biogasanlagen möglichst effizient im Maisanbau eingesetzt werden können, erläuterten nun Pflanzenbau- und Landtechnik-Fachleute der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen vor Landwirten, Lohnunternehmern, Vertretern von Maschinenringen und Wasserverbänden in der LWK-Versuchsstation in Wehnen (Kreis Ammerland) vor den Toren Oldenburgs.

„Eine pflanzenbedarfsgerechte und effiziente Düngung mit vorhandenem Wirtschaftsdünger anstelle von Mineraldünger ist ein wichtiger Ansatz für das betriebliche, ressourcenschonende Nährstoffmanagement und entlastet die Nährstoffsituation“, betonte Stefan Ortmann, Leiter des Geschäftsbereiches Landwirtschaft bei der LWK. Dafür lägen nutzbare Ergebnisse aus Feldversuchen und Hochschulprojekten sowie Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis zu den technischen und pflanzenbaulichen Möglichkeiten vor.

Gezeigt wurde in Wehnen die Maisunterfußdüngung mit Gülle: Das ist eines der technischen Verfahren, mit dessen Hilfe organischer Dünger möglichst wirkungsvoll im Pflanzenbau verwendet werden kann. Dank dieser Unterfußdüngung mit Gülle können die Wurzeln der Maispflanzen die im Boden konzentrierten Nährstoffe optimal nutzen. „In Veredlungsregionen setzen viele Betriebe in der Aussaat standardmäßig mineralische Unterfußdünger ein, aber auch der Einsatz vorhandener Gülle ist technisch und pflanzenbaulich sehr gut möglich und sinnvoll“, erklärt Dr. Harm Drücker, bei der LWK Leiter des Fachbereiches Energie, Bauen und Technik, der den Praxisworkshop organisiert hatte.

Bei der Gülleunterfußdüngung wird ein konzentriertes Gülleband hinter einem Grubberzinken (Injektionszinken) etwa 15 Zentimeter tief in den Ackerboden eingebracht. Das Saatgut wird in der Regel einige Tage später mit dem Maislegegerät möglichst exakt einige Zentimeter oberhalb des Güllebandes platziert. Auf diese Weise kann der übliche mineralische Startdünger, der von den Betrieben zugekauft werden muss, weggelassen werden. Dieses Verfahren erfordert überaus genaues Manövrieren und damit den Einsatz satellitengesteuerter Landmaschinen, die heute bereits vielerorts im Einsatz sind.

Die Kammer forscht und arbeitet bereits seit mehr als 20 Jahren an diesem Verfahren. Die langjährigen Ergebnisse von Düngeversuchen zeigen, dass der Ersatz des klassischen mineralischen Unterfußdüngers durch Gülle funktioniert. Die Versuche belegen überdies, dass auf diese Weise eine höhere Nährstoffeffizienz erreicht wird und moderate Ertragssteigerungen möglich sind.

Zu den Herausforderungen der Landwirte, Lohnunternehmer und Technikhersteller gehört es nun, die Maisunterfußdüngung mit Gülle weiterhin erfolgreich in die Praxis umzusetzen. Bereits heute werden einige tausend Hektar niedersächsischer Maisflächen auf diese Weise erfolgreich gedüngt. Das Potenzial ist aber noch lange nicht ausgeschöpft: Es eignen sich zahlreiche weitere Flächen für diese Düngemethode.

Der Praxisworkshop in Wehnen gehört zum Verbundprojekt „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“. Mit dem Projekt geht die LWK im Auftrag des Landwirtschafts- und des Umweltministeriums der Frage nach, wie die Betriebe angesichts der im Nährstoffbericht erfassten Nährstoffsituation und des neuen düngerechtlichen Rahmens das eigene Nährstoffmanagement optimieren und die Nährstoffkreisläufe im Einklang mit Wasserschutz und Bodenschutz etwa durch Aufbereitung und gehaltsorientierte Verbringung in aufnahmefähige Regionen stärken können.


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Stand: 30.05.2018