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Weniger ist mehr beim Wasserschutz

Effiziente Düngung Thema beim Feldtag der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Wehnen

Wehnen – Strategien für eine Reduzierung von Nitrateinträgen ins Grundwasser standen im Mittelpunkt des Feldtages, den die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) am LWK-Versuchsstandort in Wehnen (Bad Zwischenahn/Kreis Ammerland) veranstalteten.

Mehrere Dutzend Landwirtschafts-Fachschülerinnen und -Fachschüler, Landwirte aus verschiedenen Trinkwassergewinnungsgebieten sowie Vertreterinnen und Vertreter von Wasserversorgungsunternehmen und Behörden informierten sich dort zum Beispiel über Ergebnisse zu Versuchen zur Stickstoffdüngung und zur Fruchtfolgegestaltung. Um das Trinkwasser zu schützen und um die Anforderung der neuen Düngeverordnung zu erfüllen, müssen landwirtschaftliche Betriebe Pflanzennährstoffe wie Stickstoff und Phosphat so effizient wie möglich einsetzen.

„Gerade die junge Generation von Landwirtinnen und Landwirten sollte die Unterstützung durch die Beraterinnen und Berater der Landwirtschaftskammer nutzen, damit sie die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere hinsichtlich der Gewässergüte, meistern können“, sagte Franz Jansen-Minßen, bei der LWK Leiter der Düngebehörde, während der Begrüßung.

Auf der Versuchsstation Wehnen messen LBEG-Bodenfachleute mit Saugsonden den Nitratgehalt im Sickerwasser unter den Düngungsversuchen. So kann der Nutzen für das Grundwasser direkt abgelesen und darüber hinaus dokumentiert werden, wie sich die Höhe der Stickstoffdüngung auf das Grundwasser auswirkt. Die Versuche sowie auch Veranstaltungen wie der Feldtag werden aus der Wasserentnahmegebühr des Landes finanziert.

Mit fast 100 Versuchsparzellen wird in Wehnen die Nährstoffkonservierung durch die herbstliche Begrünung mit Zwischenfrüchten wie unter anderem mit dem greeningfähigen Senf/Ölrettich-Gemisch untersucht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Feldtages erfuhren, dass an dem regional typischen Standort mit Zwischenfrucht weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt, als wenn die Felder über den Winter unbegrünt sind. „Der Nutzen der Zwischenfrucht kommt dem Wasser aber nur zugute, wenn die Stickstoff-Nachlieferung aus der Zwischenfrucht bei der Düngeplanung für die nachfolgende Kultur berücksichtigt wird“, betonte LWK- Wasserschutzexpertin Marie Christin Albers.

Auch dass mit gut geplanter organischer Düngung mit Gülle Mineraldünger eingespart werden kann, nahm der landwirtschaftliche Nachwuchs als Erkenntnis mit nach Hause. Der Mais kann Gülle-Stickstoff sehr gut in Ertrag umsetzen, erläuterten Tim Eiler und Andreas Reichel von der Düngebehörde. Die Ergebnisse der LWK zeigen, dass hier weniger mehr ist. „Der Mais erzielt optimale Erträge und gute Rest-Stickstoffgehalte im Boden und damit geringe Nitratfrachten im Sickerwasser, wenn der Stickstoff-Düngebedarf nicht überschritten wird“, erläuterte Lena Affelt vom LBEG.

Wie die Gülle als Nährstofflieferant am effizientesten ins Maisfeld gelangt, erfuhren die Besucher des Wasserschutz-Feldtages auf dem Hofgelände der LWK: Dort wurden Techniken und Ergebnisse zur Unterfußdüngung mit Gülle vorgestellt. Durch diese Ausbringtechnik, bei der die Gülle rund 15 Zentimeter tief in den Boden eingebracht wird, können die Wirksamkeit des organischen Düngers deutlich erhöht, Ammoniakverluste und Geruch vermieden und mineralische Düngemittel eingespart werden.

„Eine zusätzliche mineralische Düngung kann infolge einer Gülleunterfußdüngung in der Regel auf unseren Standorten unterbleiben“, bestätigte Karl-Gerd Harms, Maisexperte der LWK. „Diese Technik ist aufwändiger, rechnet sich aber für die gesteigerte Nährstoffeffizienz.“


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Stand: 27.07.2018