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Trockenheit und Hitze sorgen für frühe Maisernte

Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnet im Durchschnitt mit etwa 30 Prozent weniger Ertrag

Oldenburg – Rund drei Wochen früher als üblich hat in Niedersachsen die Maisernte begonnen. Gründe hierfür sind die seit dem Frühjahr andauernde Trockenheit und die hochsommerliche Hitze, die deutliche, regional höchst unterschiedliche Spuren in den Beständen hinterlassen haben. Landesweit rechnet die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen mit Ertragseinbußen von etwa 30 Prozent. 2017 waren zwischen Ems, Elbe und Harz rund 25 Millionen Tonnen Silomais geerntet worden.

Auf leichten und grundwasserfernen Standorten ohne Beregnung zeigen die Maiskulturen deutliche Trockenschäden. „Dort bildeten die Pflanzen teils nur sehr kleine oder gar keine Maiskolben aus“, berichtete Karl-Gerd Harms, bei der LWK Berater für Silo- und Körnermais, am Mittwoch (22. August). „Dies kann bedeuten, dass solche Flächen nur ein Drittel des angestrebten Ertrages erreichen.“

Auf grundwassernahen Standorten und auf schwereren Böden konnten sich die Maispflanzen in der Regel trotz des fehlenden Regens recht gut entwickeln. „Es sei denn, der Boden war durch die Trockenheit im Frühjahr bereits zu hart für die Bearbeitung – auf solchen Äckern schaffte es der Mais mitunter nicht, zu keimen und anzuwachsen“, sagte Maisfachmann Harms. In den Beregnungsregionen im Osten Niedersachsens wurde der Mais dieses Jahr intensiv bewässert – und entwickelte sich während der langen Hitzeperiode sehr gut.

Im Süden und Osten sind frühe und mittelfrühe Sorten reif für die Ernte. Das bedeutet, dass die Pflanzen weitgehend flächendeckend einen Trockenmassegehalt von 32 bis 35 Prozent erreicht haben. Das ist wichtig, damit der Mais sich mittels Silierung zu lang haltbarem Tierfutter verarbeiten lässt. Etwas länger wird es noch im Norden dauern, bis die Häcksler ihre Arbeit aufnehmen können. Einen aktuellen Überblick über die Entwicklung der Maiskulturen bietet die LWK-Maisreifeprüfung.

Auf rund 600.000 Hektar (ha) wurde dieses Jahr in Niedersachsen Mais angebaut. Dies entspricht gut einem Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Gute 300.000 ha Mais werden als Silomais für Milchkühe und für die Bullenmast eingesetzt. Der Silomais von weiteren gut 200.000 ha wird in Biogasanlagen zur Gas-, Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Die restlichen Flächen werden in Jahren mit normalen klimatischen Bedingungen in der Regel erst später als Körnermais mit Mähdreschern geerntet und vorwiegend in der Geflügel- und Schweinefütterung eingesetzt.

„Dieses Jahr ist es allerdings viel attraktiver, Mais jetzt als Futtermittel zu häckseln als später zu dreschen“, betonte Mais-Anbauberater Harms. „Denn viele Tierhalter sind aktuell für ihre Herden auf der Suche nach Silomais.“ Auch die Betreiber mancher Biogasanlagen drosselten die Leistung ihrer Anlagen, um zusätzlichen Mais an Rinderhalter abzugeben.


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Stand: 22.08.2018