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Moderne Schweinehaltung: Kammer-Fachleute bringen Landräte auf den neuesten Stand

Tier- und Ressourcenschutz: Johann Wimberg und Herbert Winkel erfahren Details zu Funktionen und Möglichkeiten der Versuchsstation Wehnen

Wehnen – Um Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der Schweinehaltung und um unterschiedliche Haltungsformen für Sauen und ihre Ferkel im wissenschaftlichen Langzeit-Test ging es am Mittwoch (17. Oktober) beim Besuch der Landräte der Kreise Cloppenburg und Vechta, Johann Wimberg und Herbert Winkel, in der Versuchsstation für Schweinehaltung der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen in Bad Zwischenahn-Wehnen (Kreis Ammerland).

Kammerdirektor Hans-Joachim Harms erläuterte das interdisziplinäre und vernetzte Arbeiten in der Versuchsstation vor den Toren Oldenburgs: „Wir verbinden hier die Fragestellungen zur modernen Tierhaltung mit denen zum Umwelt- und Ressourcenschutz“, sagte Harms und wies auf die Versuchsfelder in unmittelbarer Nähe hin. Außerdem würden wichtige Erkenntnisse gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft erarbeitet.

Ziel des gemeinsamen Engagements sei es, „praxisnahe und vernünftige Empfehlungen“ für die tägliche Arbeit von Landwirten und Tierärzten zu erarbeiten, so der Kammerdirektor weiter. Damit werde den Erwartungen auf den Höfen und in der Gesellschaft gleichermaßen Rechnung getragen. „Unser großes Plus ist dabei, dass sich alle Seiten auf ein neutrales und unabhängiges Arbeiten verlassen können“, betonte Harms gegenüber den Vertretern der beiden benachbarten Landkreise.

Mit Landrat Johann Wimberg waren sein Stellvertreter, Erster Kreisrat Ludger Frische, sowie Kreisrat Neidhard Varnhorn aus Cloppenburg nach Wehnen gekommen. Herbert Winkel hatte aus Vechta seinen Stellvertreter, Erster Kreisrat Hartmut Heinen, sowie Kreisrat Holger Böckenstette mitgebracht.

Als ein konkretes Beispiel der Arbeit in der Versuchsstation erläuterte Stefan Sagkob, bei der LWK Leiter des Sachgebiets Versuchs- und Projektwesen Tier, das Projekt „InnoPig“. Darin untersuchen Kammer-Fachleute sowie Forscherinnen und Forscher mehrerer Universitäten und Hochschulen unterschiedliche Haltungsverfahren von Sauen mit Ferkeln. Verglichen werden zwei alternative Haltungssysteme, Freilaufbucht und Gruppenhaltung, mit der heute weit verbreiteten Einzelhaltung der Sauen mit Ferkelschutzkorb. „Die geringsten Verluste gab es mit dem Ferkelschutzkorb, bei den beiden Alternativen kamen mehr Ferkel zu Tode“, fasste Sagkob die vorläufigen Ergebnisse zusammen. Nun werde weiter untersucht, wie die alternativen Haltungsverfahren zu optimieren seien, um die Ferkelverluste weiter zu verringern.

Sein Konzept zu einem „Fachzentrum Nachhaltige Nutztierhaltung“ skizzierte Dr. Ludwig Diekmann, bei der LWK Leiter des Fachbereichs Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen Tier und Tiergesundheitsdienste. In Wehnen könnten die Erfahrungen aus Modell- und Demonstrationsvorhaben, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der täglichen Praxisarbeit zusammengeführt werden, betonte Diekmann: „In dem Zentrum wird alles gebündelt, bewertet und in die breite landwirtschaftliche Praxis in Niedersachsen getragen.“ Über eine Vernetzung mit der Nutztierhaltungsstrategie des Bundes finde der Wissenstransfer „regional und bundesweit“ statt. Diekmann kündigte weitere Projekte des Fachzentrums zum Kupieren von Schwanzspitzen bei Schweinen, zur Emissionsminderung in der Nutztierhaltung sowie zur Geflügelhaltung an.

Reno Furmanek, Leiter der Düngebehörde, brachte die Landräte und die Kreisräte auf den aktuellen Stand der Diskussion über nährstoffreduzierte Fütterung. Unter anderem ist im Gespräch, dass die derzeitige rohprotein- und phosphorarme RAM-Fütterung abgelöst werden könnte durch andere Fütterungskonzepte, um die Nährstoffgehalte in den Wirtschaftsdüngern weiter zu senken.

Beim abschließenden Rundgang mit Blick in den „InnoPig“-Stall vom Besuchergang aus zeigten sich die Landräte positiv beeindruckt von den Möglichkeiten, die der Standort Wehnen für Versuche bietet, die Schweinehaltung tiergerechter zu gestalten.

Ausführlicher Bildtext: Zu einem intensiven Austausch über Fragen der modernen Schweinhaltung trafen sich in der LWK-Versuchsstation Wehnen (von links) Erster Kreisrat Hartmut Heinen (Vechta), Landrat Herbert Winkel (Vechta), Kammerdirektor Hans-Joachim Harms, Kreisrat Holger Böckenstette (Vechta), Landrat Johann Wimberg (Cloppenburg), Reno Furmanek (Leiter der Düngebehörde), Dr. Ludwig Diekmann (Leiter des LWK-Fachbereichs Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen Tier und Tiergesundheitsdienste), Kreisrat Neidhard Varnhorn (Cloppenburg) und Erster Kreisrat Ludger Frische (Cloppenburg).


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Stand: 19.10.2018