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Aktuelle Wetterdaten für Landwirtschaft und Gartenbau

Hannover/Oldenburg – Ab sofort können Landwirte, Förster, Obst- und Gartenbauer in Niedersachsen über die Internetseite der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen gebührenfrei auf die Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zugreifen. Dazu haben LWK und DWD eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung getroffen.

Unter lwk-niedersachsen.de > Agrarmeteorologisches Informationssystem können diejenigen Branchenprofis das Angebot des Wetterdienstes nutzen, deren Arbeit unter folgende Definition fällt:

Landwirtschaft im Sinne dieses Angebotes ist die mit der Bodenbewirtschaftung verbundene Bodennutzung zum Zweck der Gewinnung pflanzlicher Erzeugnisse und zum Zweck der Tierhaltung, die Forstwirtschaft, der Gartenbau, soweit er nicht in Haus- oder Kleingärten ausgeübt wird, die Binnenfischerei und Aquakultur, die Fischerei in den Küstengewässern, die Kleine Hochseefischerei und die Imkerei.
Zur Landwirtschaft gehören Maßnahmen der landwirtschaftlichen Betriebe zur Pflege, Erhaltung und Entwicklung von Kulturflächen im Gemeininteresse insbesondere zu Zwecken des Umwelt- und Naturschutzes. Landwirtschaftliche Nebenbetriebe sind Betriebe, die in wirtschaftlicher Abhängigkeit von einem landwirtschaftlichen Betrieb durch denselben Unternehmer betrieben werden; sie stehen landwirtschaftlichen Betrieben gleich.“

Das Angebot des Wetterdienstes umfasst im Bereich des Agrarwetters Lufttemperaturen, Niederschlag und Verdunstung, Gesamtschneehöhe, eine klimatische Wasserbilanz, die relative Luftfeuchtigkeit, Sonnenscheindauer, Windrichtung, Windgeschwindigkeit sowie einen Wettervorhersage- und Agrarhinweistext.

Zusätzlich gibt das System ergänzende Informationen zu den Themenbereichen Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Grünland, Winterraps, Getreide, Zuckerrüben, Mais, Kartoffeln, Obstbau, Forstwirtschaft und Tierhaltung.

Wichtig zu wissen ist dabei, dass die vom DWD erstellten Prognosen etwa für Pflanzenkrankheiten auf rein meteorologischen Daten beruhen. Es wird also lediglich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten zum Beispiel des Maiszünslers berechnet. Die vor einem Pflanzenschutzeinsatz immer notwendige Befallserhebung erübrigt sich damit also nicht.

Ebenso entbinden die einzelnen Modellergebnisse den Nutzer nicht davon, die gesetzlichen Vorgaben und Sperrfristen sowie die Veröffentlichungen der nach Landesrecht zuständigen Behörde zu beachten. Für die Ausbringung von Dünger heißt das zum Beispiel, dass die dargestellten Werte unter anderem zum Bodenfrost ebenfalls nur der Orientierung dienen und jeder Einzelschlag getrennt zu beurteilen ist.

Unabhängig davon bietet das System jedoch eine Vielzahl von Informationen, die unsere Hinweise zum Integrierten Pflanzenschutz sinnvoll ergänzen können. In Kombination mit den Angeboten von ISIP, des Internetgestützten Beratungssystems der Bundesländer für eine Integrierte Pflanzenproduktion, in dem Prognose- und Entscheidungshilfen für viele Pflanzenkrankheiten und Schaderreger bereit gestellt werden, und der telefonischen und Vor-Ort- Beratung durch die jeweiligen Fachleute beziehungsweise die Bezirksstellen der LWK entsteht so ein ganzheitliches Beratungssystem mit dem Ziel einer umweltgerechten und nachhaltigen Landwirtschaft.


Kontakt:
Dr. Gerhard Baumgärtel
Leiter Fachbereich Pflanzenbau, Saatgut
Telefon: 0511 3665-4295
Telefax: 0511 3665-994295
E-Mail:
Dr. Carolin von Kröcher
Leiterin Pflanzenschutzamt
Telefon: 0511 4005-2176
Telefax: 0511 4005-3176
E-Mail:


Stand: 29.01.2019