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Gülledüngung: Gesetzliche Sperrfrist seit 31. Januar beendet

Bei Ausbringung von Stickstoff müssen Acker und Grünland aufnahmefähig sein

Oldenburg – Am 31. Januar ist die durch die Düngeverordnung festgelegte Sperrfrist für stickstoffhaltige Dünger zu Ende gegangen. Damit können Landwirte seit Anfang Februar diese Düngemittel wieder auf Acker- und Grünlandflächen ausbringen. Der Gesetzgeber hat diese Pause verordnet, da die Vegetation in den Wintermonaten ruht und kaum Nährstoffe aufnimmt.

Betroffen von der Sperrfrist sind Gülle, Jauche, Gärreste aus Biogasanlagen, Geflügelkot, stickstoffhaltige Mineraldünger sowie viele Klärschlämme. Sie dürfen laut Düngeverordnung auf Ackerland vom 1. Oktober bis 31. Januar und auf Grünland vom 1. November bis 31. Januar grundsätzlich nicht ausgebracht werden.

Für Stallmist und Kompost gilt nur eine verkürzte einmonatige Sperrfrist vom 15. Dezember bis 15. Januar. Deren Stickstoff ist organisch gebunden und wird erst bei höheren Temperaturen, wenn auch die Natur wieder erwacht, in eine pflanzenverfügbare Form umgewandelt und von der Vegetation aufgenommen.

Landwirte hatten im vergangenen Jahr die Möglichkeit, für ihre Grünlandflächen eine 14-tägige Vorverlegung der Sperrfrist zu beantragen. Die Landwirtschaftskammer konnte dies genehmigen, sofern das dem Boden- und Gewässerschutz diente. Die Dauer der Sperrfristzeit blieb davon unberührt, eine Verkürzung war nicht möglich.

Anträge wurden überwiegend in den Grünlandregionen Nordwestniedersachsens gestellt. Wer eine Genehmigung erhalten hatte, konnte die Düngung seines Grünlandes im Herbst zwei Wochen früher einstellen und deshalb bereits ab dem 16. Januar Wiesen und Weiden wieder mit Nährstoffen versorgen. Die zweite Januarhälfte, in der sich oft Nachtfröste und Tagestemperaturen über Null Grad abwechseln, kann damit genutzt werden, die Nährstoffe bodenschonend auszubringen.

Zu dieser Zeit und bis zum Einsetzen der Vegetation besteht auf Grünlandflächen kein nennenswertes Risiko von Stickstoffverlusten. Das liegt an der dichten Grasnarbe und dem Wurzelfilz, wo Nährstoffe sehr gut gebunden werden. Versuchsergebnisse zeigen zudem, dass in dieser Zeit die Ammoniakverluste geringer sind als bei einer Ausbringung im wärmeren März.

Grundsätzlich ist die Düngung dem Bedarf der Pflanzen anzupassen. Dazu sind Düngezeitpunkt und Düngermenge so zu wählen, dass die Nährstoffe möglichst vollständig von den Pflanzen aufgenommen werden. Der Boden muss dabei aufnahmefähig sein. Bei Wassersättigung des Bodens, geschlossener Schneedecke oder dauerhaft gefrorenem Boden dürfen Gülle, Gärreste und andere stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel nicht ausgebracht werden. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet und führen zu Abzügen bei den EU-Direktzahlungen.


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Walter Hollweg
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Stand: 05.02.2019