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Tagung: 900 Versuchsfeldtechniker treffen sich in Hannover

Gemeinsame Veranstaltung von Deutscher Landwirtschafts-Gesellschaft und Landwirtschaftskammer Niedersachen


Hannover – Mit insgesamt mehr als 900 Teilnehmern war die DLG-Technikertagung am 29. und 30. Januar 2019 in Hannover wieder der fachliche Mittelpunkt für Versuchsfeldtechniker und aller am Versuchswesen in der Pflanzenproduktion interessierten Fachleute. Sie fand in diesem Jahr zum 50. Male statt.

„Die Technikertagung hat sich in 50 Jahren zu der zentralen Veranstaltung für Versuchstechniker entwickelt“, sagte die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast bei der Eröffnung. „Der Beruf des Technikers ist eine abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Tätigkeit. Neue Entwicklungen in der Landwirtschaft werden häufig zunächst auf Versuchsfeldern getestet, um sie praxistauglich zu entwickeln.“

Techniker hätten eine besonders wichtige Stellung im Versuchswesen, so die Ministerin weiter. „Sie müssen exakt und genau arbeiten, damit Ergebnisse erzielt werden, die in der Praxis die notwendige Beachtung finden und auch umgesetzt werden können. Sie erfüllen wichtige Aufgaben an der Schnittstelle zur Züchtung, zum Pflanzenschutz und zur Düngung. Nur mit sicheren und genauen Versuchsergebnissen lassen sich Empfehlungen für die Praxis aus den vielen Versuchen ableiten.“

Prof. Dr. Till Meinel, Vizepräsident der DLG, betonte zur Eröffnung: „Das Versuchswesen ist Grundlage für Fortschritt in der Landwirtschaft und dient damit unmittelbar der Sicherung der globalen Lebensgrundlage. Innovative Ideen zur Verbesserung des Acker- und Pflanzenbaus brauchen den ‚Versuch‘, um aus der Vielzahl neuer Ideen die Spreu vom Weizen zu trennen.“

„Das neutrale Versuchswesen war damals ein Beweggrund, die Kammern zu gründen. Das motiviert uns heute, diese besondere Veranstaltung mitzugestalten“, sagte Dr. Jürgen Kauke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der auch Vorsitzender des DLG-Ausschusses für das Versuchswesen in der Pflanzenproduktion ist. „Auf der Tagung sind viele Techniken zu sehen, die erst nach ihrer Bewährung im Versuchsfeld den Einzug in die landwirtschaftliche Praxis gefunden haben“, so Kauke, der als Beispiel die Drohnentechnik nannte.

Veranstalter der jährlich zu Jahresbeginn stattfindenden Technikertagung sind die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Mehr als 35 Fachvorträge standen auf dem zweitägigen Programm, unter anderem zu den Themen „Beerntung von Parzellenversuchen“, „Technische Entwicklungen aus der Praxis für die Praxis“, „Forschung und Umwelt“ sowie „Behördliche und rechtliche Vorgaben und Hinweise“. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Maschinenpräsentationen. So war die DLG-Technikertagung auch 2019 wieder unverzichtbare Plattform für Know-how-Transfer, Innovationen und Networking in der Sparte der Versuchsfeldtechnik.

Die nächste DLG-Technikertagung findet vom 28. bis 29. Januar 2020 in Hannover statt. Details dazu sind hier zu finden.

Weitere Informationen zu 50 Jahren DLG-Technikertagung

Geschichte: Die erste „DLG-Technikertagung“ fand schon im November 1969 als „Seminar über Feldversuche bei Kleearten und Gräsern“ mit 34 Teilnehmern auf dem Eichhof in Bad Hersfeld statt. Neben der intensiven Diskussion auf der 2,5-tägigen Veranstaltung war auch der rege Austausch im Nachhinein wertvoll, wozu die Teilnehmerliste im Tagungsband helfend beitrug.

Schon mit der ersten Tagung waren die bis heute wesentlichen Eckpunkte angelegt: Vorträge und Erfahrungsaustausch zu aktuellen Themen des Feldversuchswesens, Vernetzung untereinander und technische Innovationen. 1971 folgt die zweite Auflage, ab dann im Jahresrhythmus und immer in der letzten Januarwoche. Einzige Ausnahme: 1973 gab es im Mai praktische Übungen an der BSA-Prüfstelle Scharnhorst.

Stets wachsender Zulauf an Teilnehmern zwang mehrfach zum Standortwechsel: vom Eichhof (1969-80), Waldeck (1981-85) und Haaren (1986-87) über Haus Düsse (1988-2002) nach Soest (2003-15). Hier konnten in den FH-Gebäuden bis zu 300 Teilnehmer dabei sein, in der Stadthalle dann bis zu 700. Als auch diese zu klein wurde, wechselte die Tagung schließlich 2016 nach Hannover.

Die Inhalte der Tagungen drehen sich – mit wechselnden Schwerpunkten – um die Verbesserung von Effizienz und Präzision von Feldversuchen, und zwar bei Anlage und Ansaat, Düngung und Pflanzenschutz, Bonituren und Datenerfassung, Ernte und Aufbereitung des Ernteguts sowie der Auswertung und Darstellung der Ergebnisse. Längst ist der Kulturartenfokus auf die anderen Feldfrüchte erweitert.

Personen: Dem Initiator Dr. Lütke Entrup (1928-2011), damals bei der DSV tätig, stand mit Dr. Fritz Wagner (1928-2016), dem damaligen Versuchsleiter des Eichhofs, ein versierter und engagierter Mann zur Seite, der die Arbeitstagungen maßgeblich förderte und von 1991 bis 2002 auch inhaltlich, organisatorisch und finanziell leitete.

Ein weiterer wichtiger Förderer ist Dr.h.c. Hans-Ulrich Hege (ebenfalls Jahrgang 1928), der als Pflanzenzüchter und Maschinenbauer gleich von zwei Seiten in das Feldversuchswesen involviert ist. Und nicht zuletzt ist Jens Haldrup zu nennen, der mit seiner Begeisterung für technische Lösungen ein Vorbild für viele ist und sich sehr für die Tagung engagierte.

Günter Stemann, Leiter des Versuchsguts Merklingsen, übernahm im Jahr 2002 die fachliche Leitung und entwickelte die Tagung zu dem deutschlandweit wichtigen Ereignis für Versuchstechniker, die sie heute ist.

Trägerschaft: Initiiert und organisiert wurden die Seminare, Arbeits- und Technikertagungen von aktiven Mitgliedern der „einschlägigen“ Ausschüsse der DLG, unterstützt jeweils von ihren hauptamtlichen Geschäftsführern.

Bis 2005 waren die „Futterbauer“ inhaltlich federführend, hier war es zunächst der schon erwähnte Ausschuss für Kleearten und Gräser, später der für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte.

Finanzielle Unterstützung fand die Tagung über viele Jahre aus dem sogenannten Versuchspfennig, den die Gräserzüchter für jedes verkaufte Kilogramm Grassaat einzahlten, hauptsächlich, um damit Pflanzenschutzversuche bei Grassaatvermehrungen zu finanzieren.

2006 übernahm der aus drei Vorläufergremien gebildete Ausschuss für Versuchswesen in der Pflanzenproduktion die Schirmherrschaft über die Technikertagung. Mit dem Wechsel nach Soest trat die Fachhochschule Südwestfalen-Agrarwirtschaft Soest als ideeller Mitveranstalter der Tagung auf den Plan, gefolgt ab 2016 von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.


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Kontakt:
Walter Hollweg
Pressesprecher
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Stand: 30.01.2019