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Klimaschutz: Effizienz landwirtschaftlicher Prozesse weiter verbessern

Großes Interesse an Schulung der Landwirtschaftskammer zur Berechnung von Klimabilanzen

Oldenburg – Der Klimawandel wird auf politischer und gesellschaftlicher Ebene intensiv diskutiert. Auch für die Landwirtschaft wird das Thema immer wichtiger. Das zeigt auch die aktuelle Debatte um ein künftiges Klimaschutzgesetz. Ein erster Entwurf von Bundesumweltministerin Svenja Schulze fordert von der Landwirtschaft, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens ein Drittel gegenüber 1990 zu reduzieren.

„Obwohl die Emissionen aus der landwirtschaftlichen Produktion im Vergleich zum Energiesektor gering sind und auf natürlichen Prozessen basieren, muss sich die deutsche Landwirtschaft dieser Aufgabe stellen“, sagte Hans-Joachim Harms, Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, am Donnerstag (21. März) in Oldenburg bei der Begrüßung von gut 50 Beraterinnen und Beratern, die eine Fortbildung zur Klimabilanzierungen für die Landwirtschaft besuchten.

Die Ansicht, nach der eine Minderung der Treibhausgasemissionen allein durch eine bloße Reduzierung der landwirtschaftlichen Produktion zu erreichen sei, betrachte das Problem zu eindimensional, sagte der Kammerdirektor. Es sei niemandem geholfen, wenn am Ende die Produktion in weniger klimaeffiziente Länder verlagert werde. „Wer das Klima nachhaltig schützen will, muss die Effizienz landwirtschaftlicher Prozesse zum Beispiel bei der Düngung und Fütterung weiter verbessern“, so Harms.

Dabei können einzelbetriebliche Klimabilanzen helfen. In der Beraterschulung wurden dazu zwei Rechentools vorgestellt. „Tekla“ (Treibhaus-Emissions-Kalkulator-Landwirtschaft) zeigt auf einfache Weise Möglichkeiten auf, die Klimaeffizienz in der Tier- und Pflanzenproduktion zu verbessern. Das Ergebnis wird in Kohlendioxid-Äquivalenten angezeigt. Das Tool „Hunter“, das bisher ausschließlich für den Pflanzenbau zur Verfügung steht, bilanziert neben dem Klima auch die Parameter Humus, Nährstoffe und Energie.

Den Beraterinnen und Beratern stehen die Rechentools ab sofort zur Verfügung. Niedersachsen bezuschusst die einzelbetriebliche Klimaschutzberatung zu 100 Prozent. Da der Berechnungsstandard deutschlandweit zwischen elf Institutionen abgestimmt wurde, werden Betriebe in Niedersachsen nach dem gleichen Standard berechnet wie Betriebe in anderen Bundesländern.

Mit der Schulung will die Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage versetzen, landwirtschaftliche Betriebe in ihren Bemühungen um mehr Klimaschutz zu unterstützen. Die Schulungsgäste kamen von Beratungsringen, Ingenieurbüros und Landwirtschaftskammern aus ganz Deutschland. Die große Nachfrage um Teilnahme an der Schulung konnte nicht bedient werden. Es gibt daher Überlegungen, das Seminar zu wiederholen.

Ausführlicher Bildtext:

Volles Haus: Der Direktor der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen, Hans-Joachim Harms (vorne, Fünfter von rechts), begrüßte am Donnerstag (21. März) in Oldenburg gut 50 Beraterinnen und Berater, die eine Fortbildung zu Klimabilanzierungen für die Landwirtschaft besuchten. Organisiert wurde die Schulung von Ansgar Lasar, Klimabeauftragter der LWK, und seiner Kollegin Talke Heidkroß (vorne, Fünfter und Vierte von links).


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Stand: 29.03.2019