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Heimische Spargelernte nimmt Fahrt auf

Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Mit moderner Folientechnik lässt sich Wachstum des Edel-Gemüses beschleunigen und besser steuern

Oldenburg – Den Anfang machten bereits Anfang März die feinen, weißen Stangen von einzelnen direktvermarktenden Betrieben, die beheizte Felder haben. In diesen Tagen beginnt die Spargelernte in ganz Niedersachsen. Den aktuellen Wetterprognosen zufolge nehmen die Erntemengen stetig zu. Derzeit ist das Wetter zwar noch bedeckt und regnerisch angekündigt. Ab dem Wochenende sind wieder mehr Sonnenstunden gemeldet. In den Tunnelanlagen, die die ganze Zeit über abgedeckt waren, wird jetzt regelmäßig das Saisongemüse geerntet.

2018 war ein Ausnahmejahr mit hohen Temperaturen und sehr wenig Niederschlag in vielen Regionen. Somit waren die Spargelanlagen auf eine künstliche Bewässerung angewiesen. Hierbei haben die ein- bis dreijährigen Anlagen den höchsten Bedarf, da das Wurzelsystem noch nicht voll ausgeprägt ist. Altanlagen (ab dem vierten Standjahr) haben unter optimalen Bedingungen ein gut entwickeltes Wurzelsystem, das bis tief in den Boden reicht. Aus Sicht der Fachleute der Landwirtschaftskammer könnte je nach Standort und Wasserversorgung eine teilweise verminderte Stangenstärke eine Folge des Dürrejahrs 2018 sein.

Dass die Erntemengen zunehmen, hängt nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit den modernen Anbaumethoden zusammen: Viele Betriebe haben in den zurückliegenden Jahren in zusätzliche Folientechnologie investiert. Mit deren Hilfe lässt sich das Wachstum des Edel-Gemüses beschleunigen und besser steuern.

Neben der Abdeckung der Spargeldämme mit einer Lage Folie und den Feldern mit einem zusätzlich transparenten Folientunnel über den Dämmen setzen Spargelbauern verstärkt auf eine Dreifachabdeckung: Dabei wird über dem Tunnel, in denen die Dämme mit schwarzer Folie abgedeckt sind, noch eine weitere Folie aufgelegt. Dadurch erwärmen sich auch noch die Laufwege zwischen den Tunneln und speichern zusätzlich Wärme. Tunnel und Folie lassen sich auch maschinell abheben. Das spart Zeit und schont die Pflanzen.

Die Spargeldammtemperatur kann durch das Auflegen, das Wenden oder das Abnehmen der unterschiedlichen Folien gesteuert werden. Für die Überwachung der Dammtemperatur gibt es mehrere Möglichkeiten. Unter anderem zeichnen Messgeräte die Temperatursumme im Spargeldamm auf. Hierdurch können Spargelfachleute abschätzen, wann in etwa mit dem Erntebeginn zu rechnen ist. Sobald das Rhizom (der Erdspross) in etwa 20 Zentimerter Tiefe von Temperaturen von zwölf Grad und mehr umgeben ist, treibt der Spargel aus.

Anfang des Jahres gab es mehrere stürmische Tage, die die Arbeit mit den Folien auf den Flächen erschwert hat. Abgewehte Folie war die Folge, so dass der Temperatureffekt der Dreifachabdeckung vermindert und Tunnelfolie teils zerstört wurde.

Rund 350 Betriebe setzen in Niedersachsen auf den Anbau von Spargel. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Landesamts für Statistik landesweit 27.468 Tonnen Spargel geerntet (2017: 29.962 Tonnen). Niedersachsen stellt mit einer Anbaufläche von 6.138 Hektar (Ertrags- und Junganlagen) 22 Prozent der deutschlandweiten Anbaufläche. Jede fünfte Stange kommt damit aus Niedersachsen. Spargel ist die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land.


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Stand: 04.04.2019