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Biotopverbund Grasland bewirbt sich als UN-Projekt des Monats

Den ganzen November über können Bürger abstimmen

Ovelgönne/Niedersachsen - „Biotopverbund Grasland“ trägt für die kommenden zwei Jahre nicht nur den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Das Verbundprojekt von Grünlandzentrum, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Universität Oldenburg und Nabu Oldenburger Land geht seit dem 1. November auch ins Rennen, um UN-Dekade-Projekt des Monats zu werden. Abgestimmt wird über die Homepage der UN-Dekade, jede Stimme zählt. Die Verantwortlichen von „Biotopverbund Grasland“ hoffen auf viele Stimmen.

Gevotet wird auf der Website der UN-Dekade: https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/projekt-des-monats-waehlen/.

Wer die Homepage der UN-Dekade besucht, sieht dort mehrere Projekte, die je nach Anzahl der Stimmen den ersten bis letzten Platz belegen. Im November tritt „Biotopverbund Grasland“ neben anderen ausgewählten Projekten mit dem Ziel an, die meisten Stimmen zu erhalten und damit Projekt des Monats zu werden. Aus allen Monatsprojekten des Jahres wählt eine Fachjury dann einmal im Jahr das Jahresprojekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Dies erhält zusätzlich zur Auszeichnung ein Preisgeld von tausend Euro. 

Unabhängig davon, wie die Wahl für „Biotopverbund Grasland“ ausgeht, ist es jetzt schon ein ausgezeichnetes Projekt mit Vorbildcharakter. Denn die Fachjury der UN-Dekade zeigte sich von dem Projekt beeindruckt und wählte Biotopverbund Grasland aus, zwei Jahre lang den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ zu tragen. Urkunde, Auszeichnungsschild und einen sogenannten „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht, übergab kürzlich Umweltminister Olaf Lies während des Fachforums Biodiversität stellvertretend für alle Projektpartner an Projektleiter Mathias Paech vom Grünlandzentrum.

Umweltminister Olaf Lies zeigte sich von dem Projekt begeistert. „Biotopverbund Grasland“ trage dazu bei, die „besondere Verpflichtung unserer Generation“ zu erfüllen, die in Niedersachsen seit Jahrhunderten gewachsene „Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Funktionen für die Erhaltung der Biodiversität der dort beheimateten Pflanzen und Tiere, für den Tourismus und als Wirtschaftsstandort zu bewahren“. Weiter sagte der Minister, dass es gelte, auch unter den heutigen Produktionsanforderungen an die Landwirtschaft, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Fortbestand des naturnahen Grünlandes und seiner Artenvielfalt sowie zum Beispiel auch seine Eigenschaft als Speicher von Treibhausgasen langfristig sichern. „Die Kooperation der Landwirte und anderer Akteure der Landschaftspflege mit Naturschutzbehörden und Naturschutzverbänden ist dabei für den Grünlanderhalt und die Vernetzung von Offenland-Lebensräumen von zentraler Bedeutung.“ Die Auszeichnung des Projektes „Biotopverbund Grasland“ als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt, so Olaf Lies, sei „eine schöne Anerkennung der von allen Beteiligten geleisteten Arbeit, zu der ich Sie nur beglückwünschen kann“.

Die Besonderheit des Projektes ist der kooperative Ansatz. Gemeinsam mit den Akteuren aus Landwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft entwirft das Projektteam modellhaft Lösungen für einen Grasland-Biotopverbund in den Landkreisen Ammerland, Wesermarsch und Oldenburg. Artenreiche Wiesen und Weiden, die der Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sind, werden durch die Arbeitsgruppe Vegetationskunde und Naturschutz der Universität Oldenburg untersucht und miteinander vernetzt, damit Insekten und Pflanzen sich ausbreiten können. Derartige Vernetzungselemente können Obstwiesen, Deiche oder schmale Wiesenblühstreifen an Wegrändern, Gräben oder Waldrändern darstellen.

Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz ist es Ziel, ein Biotopverbundsystem auf mindestens zehn Prozent der Landesflächen zu entwickeln. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Pilotgebieten sollen dabei helfen, weitere Grasland-Biotopverbundsysteme erfolgreich zu planen und umzusetzen.


Über die UN-Dekade:
Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte den Blick auf den Wert der Naturvielfalt und die Chancen, die sie bietet. Gleichzeitig zeigen diese Modellprojekte, wie konkrete Maßnahmen zum Erhalt biologischer Vielfalt, ihrer nachhaltigen Nutzung oder der Vermittlung praktisch aussehen. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet eine unabhängige Fachjury, an der Vertreter/innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen beteiligt sind.

Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten widerspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch verschiedene Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme.

Weitere Informationen auf:

http://www.undekade-biologischevielfalt.de/

http://www.gruenlandzentrum.de/

 


Ausführliche Bildunterschrift: Umweltminister Olaf Lies (Mitte) übergab symbolisch den Vielfalt-Baum der UN-Dekade Biologische Vielfalt an das Team des ausgezeichnetes Projektes „Biotopverbund Grasland“ (von links) Elisabeth Woesner (Nabu), Nora Kretzschmar, Lisa Reineke (beide Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Projektleiter Mathias Paech (Grünlandzentrum), Dr. Parastoo Mahdavi und Prof. Dr. Rainer Buchwald (beide Universität Oldenburg).

 


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Stand: 04.11.2019