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Pflanzkartoffeln: Peter Bauermeister ist Niedersachsens bester Vermehrer

Auszeichnung für drei Landwirte auf Kartoffel-Fachtagung der Landwirtschaftskammer und der Saatguterzeugergemeinschaft in Wietzendorf

Wietzendorf – Peter Bauermeister, Markus Gebert und Horst-Friedrich Hölling sind die Sieger im Pflanzgut-Wettbewerb 2019 der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen und der Saatguterzeugergemeinschaft (SEG) in Niedersachsen e.V.: Kammerpräsident Gerhard Schwetje zeichnete die erfolgreichen Vermehrer am Donnerstag (30. Januar) auf der gemeinsamen Kartoffeltagung von LWK und SEG in Wietzendorf (Heidekreis) aus.

Den ersten Platz sicherte sich Peter Bauermeister aus Nordstemmen-Heyersum (Kreis Hildesheim) mit einer Partie der für die Europlant Pflanzenzucht GmbH vermehrten Sorte Belana, die 48 von 49 möglichen Bewertungspunkten erhielt. Dafür überreichte ihm Kammerpräsident Schwetje die Bronzene Plakette der Landwirtschaftskammer Niedersachsen mit Besitzurkunde für hervorragende Leistungen sowie den traditionellen Wanderpokal.

"Führende Stellung der niedersächsischen Pflanzkartoffeln bestätigt"

„Die neutrale Qualitätskontrolle sowie die eng beieinanderliegende, hohe Qualität der prämierten Sorten hat die führende Stellung der niedersächsischen Pflanzkartoffeln ein weiteres Mal eindrucksvoll bestätigt – das ist ein wichtiges Signal an die Kartoffelbauern im In- und im Ausland“, hob Kammerpräsident Schwetje hervor. „Damit Niedersachsen seine Spitzenposition halten kann, sollten sich weiterhin möglichst viele heimische Betriebe an diesem Wettbewerb beteiligen.“

Für die kommenden Jahre sieht Schwetje große Herausforderungen auf den Kartoffelbau zukommen: „Der Klimawandel fordert ein anspruchsvolles Wassermanagement – und zunehmende Probleme bei der Pflanzengesundheit fordern eine intensive Betriebshygiene und angepasste Fruchtfolgen, damit die Betriebe weiterhin erfolgreich wirtschaften können.“

Immer weniger Pflanzenschutzmittel zur Verfügung

Immer weniger Pflanzenschutzmittel ständen zur Verfügung – das erschwere die Bekämpfung von Schadinsekten und die Regulierung des Kartoffelkrauts. „Damit der Kartoffelbau eine Zukunft hat, müssen wir für alle diese Probleme Lösungen und Alternativen finden“, betonte der Kammerpräsident.

Auf den zweiten Platz des Pflanzkartoffel-Wettbewerbs kam der Vermehrungsbetrieb von Markus Gebert aus Wittingen (Kreis Gifhorn), der über die Europlant Pflanzenzucht GmbH eine Partie der Sorte Belana in den Wettbewerb geschickt hatte. Den dritten Platz belegte Horst-Friedrich Hölling aus Salzhemmendorf (Kreis Hameln-Pyrmont) mit einer für die Europlant Pflanzenzucht GmbH vermehrte Partie der Sorte Bernina.

36 Partien in der Prüfung

36 Z-Pflanzgut-Partien mussten im Verlauf des Wettbewerbs unter den kritischen Augen einer neutralen Bewertungskommission auf dem Versuchsfeld der Kammer in Bargstedt (Kreis Stade) ihre vorbildlichen Eigenschaften beweisen. Vorausgegangen war bereits eine strenge Eingangsbonitur des Wettbewerbspflanzgutes vor dem Legen. Auf dem Acker galt das besondere Augenmerk dann den Kriterien Feldaufgang, Bestandsbildung, Pflanzengesundheit und Sortenreinheit.

Alle Partien sind nach Angaben der Bewertungskommission gut und gleichmäßig aufgelaufen. Anschließend beeinträchtigten Trockenheit und zum Teil hohe Temperaturen das weitere Wachstum. Insgesamt konnte das niedersächsische Pflanzgut wieder einmal in punkto Bestandsentwicklung und Pflanzengesundheit überzeugen.

Am Ende war es ein sehr knappes Rennen um den Sieg: Die führenden Partien lagen in der Punktewertung gleichauf, so dass einzelne Kriterien in der Bestandsentwicklung und der Pflanzgutbonitur herangezogen werden mussten, um die Platzierungen festzulegen.

Gute Betriebs- und Feldhygiene wichtig für Sicherung des Ertrags

Im Vortragsteil der Kartoffeltagung stellte Willi Thiel, bei der LWK Leiter der Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut, aktuelle statistische Zahlen zur Kartoffel vor. Anschließend beschäftigten sich Andreas Meyer, Leiter der LWK-Versuchsstation Dethlingen, und Dr. Hendrik Hanekamp, Leiter der Fachgruppe Pflanze in der LWK-Bezirksstelle Emsland, mit der Bedeutung von Betriebs- und Feldhygiene für die nachhaltige Sicherung von Ertrag und Qualität im Kartoffelanbau. 

Fazit: Insbesondere vor dem Hintergrund der Verbreitung und Vermehrung von Krankheiten und Schädlingen ist es sehr wichtig, Maschinen und Lagerhäuser gründlich zu reinigen. Zu einer konsequenten Anbau-Strategie gehört unter anderem auch, das Ausbringen von Resterden zu vermeiden, stets gesundes Pflanzgut zu verwenden, Fruchtfolgen zu planen und Durchwuchskartoffeln zu bekämpfen.

Vorbeugende Maßnahmen würden umso wichtiger, da die sinkende Zahl der zur Verfügung stehenden Pflanzenschutzmittel die Möglichkeiten des chemischen Pflanzenschutzes zukünftig einschränkten, berichtete Dr. Stefan Krüssel, Leiter Zoologie im Pflanzenschutzamt der LWK.

 


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Stand: 11.02.2020