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Corona: Was Sie jetzt für Ihre Arbeit wissen müssen

Die Vorkehrungen gegen die schnelle Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 (Coronavirus) bestimmen seit März 2020 das betriebliche und das private Leben. Hier erfahren Sie, welche Aspekte für Ihre Arbeit in dieser Phase besonders wichtig sind und was Sie über unsere Arbeit wissen müssen:

Oldenburg - Vieles läuft seit Beginn der Vorkehrungen gegen die Covid-19-Erkrankung anders - weltweit wie auch bei uns in Niedersachsen. Geordnet nach Stichworten, tragen wir an dieser Stelle für Sie zusammen, welche Aspekte des Corona-Geschehens für Ihre Arbeit wichtig ist und wo Sie weiterführende Informationen bei uns finden. Außerdem erfahren Sie, wie die Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen trotz der Einschränkungen beruflicher Kontakte weiterarbeiten und damit für Sie erreichbar bleiben.

Agrarhandel: Der Bundesverband Agrarhandel (BVA) weist darauf hin, dass die ihm angeschlossenen Unternehmen alles in ihrer Macht stehende tun, um die Agrarhandelsstandorte offen und funktionsfähig zu halten.

Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen: Unsere Arbeitnehmerberatung hat die für Tarifpartner wichtigen Infos etwa des Robert-Koch-Instituts, der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, kurz SVLFG, und des Deutschen Gewerkschaftsbundes in einer Übersichtsseite zusammengefasst. Auch das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hat eine Linksammlung veröffentlicht. Hier finden Sie eine Übersicht der FAQ für Arbeitgeber*innen, hier die Übersicht der FAQ für Arbeitnehmer*innen.

Arbeitsrecht: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat bei den Verhandlungen für das Corona-Hilfspaket der Bundesregierung Erleichterungen für die Land- und Ernährungswirtschaft mit wesentlichen Änderungen für deren Arbeitsmarkt erreicht.  

Arbeitsschutz: Arbeitsorganisation, Umgang im Betrieb, Vertretungsregelungen, Unterkünfte: Worauf Arbeitgeber zum Schutz Ihrer Arbeitskräfte jetzt achten sollten, hat unsere sicherheitstechnische Betreuung zusammengefasst. Der Zentralverband Gartenbau hat unter anderem Leitlinien zur Infektionsvermeidungen in Sammelunterkünften und im laufenden Produktionsbetrieb herausgegeben. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die wichtigsten Eckpunkte des neuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards sowie weitere Informationen dazu veröffentlicht.

Arbeitszeit: Um die Versorgung in "systemrelevanten Bereichen" sicherzustellen, hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung befristete Ausnahmen vom Arbeitszeitgesetz ermöglicht. Diese gelten auch für die Landwirtschaft.

Ausbildung und Prüfungen: Die aktuellen Einschränkungen aufgrund des Coronavirus haben erhebliche Auswirkungen auf die Durchführung der Ausbildung und von Prüfungen. Viele Ausbildungsbetriebe und Auszubildende fragen sich, wie sie damit umgehen sollen. Wichtiges zu diesem Thema finden Sie in diesen beiden Artikeln:
Coronavirus: Aktuelle Informationen zur Ausbildung und zu Prüfungen
Gartenbau: Ausbildung und Meisterprüfungen - Aktuelles zu Corona

Beratung: Weil unsere Dienststellen seit Mitte März 2020 für den Publikumsverkehr geschlossen sind, erreichen Sie unsere Beraterinnen und Berater aktuell per Telefon und per Mail über unseren Kontaktmanager. Sie finden unsere Fachleute auch über unsere Bezirksstellen. So ist Ihnen unsere Unterstützung zum Beispiel bei der Antragstellung auf Agrarförderung 2020 sowie bei der sozioökonomischen Beratung sicher.

Betriebs- und Haushaltshilfe: Wer am Coronavirus erkrankt ist, hat Anspruch auf Betriebs- und Haushaltshilfe. Bei Quarantäne gibt es keinen Anspruch, da eine Tätigkeit im Betrieb weiterhin möglich ist. 

Direktvermarkter und Hofgastronomen: Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel übertragen werden? Welche Vorsichtsmaßnahmen sind sinnvoll, wenn ich ein Hofcafé betreibe? Sollen frische Produkte wie Obst- und Gemüse nur noch in Bedienung verkauft werden? Das Beraterteam für Direktvermarktung und Hofgastronomie hat Antworten auf diese Fragen. 

Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren zum Selberpflücken: Das Betreten von Obstfeldern zum Selberpflücken, wie es sie z.B. für Erdbeeren, Himbeeren oder Heidelbeeren gibt, ist unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregelungen erlaubt.

Erntehelfer*innen/ Saisonarbeitskräfte: Die Einreisebeschränkungen werden gelockert. Ab dem 16. Juni können Saisonarbeitskräfte aus den EU-Staaten und den assoziierten Schengen-Staaten dann wieder auf dem Landweg einreisen. Für Einreisende aus Drittstaaten gelten die jeweils gültigen Einreisebestimmungen. Das Portal Agrarjobbörse kann weiter unterstützen, zusätzliche Erntehelfer*innen aus dem Inland zu finden. Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist groß. Auch Geflüchtete kommen als Helfer*innen wie als künftige Fachkräfte in Frage. Landwirtschaftliche Betriebe mit Saisonarbeitskräften können finanzielle Hilfen zur Minderung von Mehrausgaben beantragen.

Familien-Unterstützung: Auch Landwirt*innen und ihre Familien fragen sich, welche Ansprüche sie geltend machen können. Unsere sozioökonomische Beraterin klärt über den Kinderzuschlag und weitere Beihilfen auf.

Forstwirtschaft: Das Corona-Virus trifft auch Niedersachsens Privatwaldbesitzer.

Gartenbau: Der Gartenbau ist durch die Auswirkungen des Corona-Virus im Besonderen betroffen. Dies betrifft sowohl gartenbauliche Betriebe der Lebensmittelproduktion als auch Betriebe des Zierpflanzenbaus, der Baumschulen, des gartenbaulichen Endverkaufs, die z.T. unter Schließungen litten. Damit die Betriebsleiter*innen die wirtschaftliche Dimension der Corona-Krise leichter erfassen können, bietet der Geschäftsbereich Gartenbau der LWK Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau e.V. eine kostenlose Halbjahresanalyse der Betriebsdaten an.

Geflüchtete: Durch den coronabedingten Engpass an Erntehelfern und Saisonarbeitskräften haben viele geflüchtete Menschen Ihre Bereitschaft erklärt, in der Landwirtschaft und im Gartenbau zu arbeiten. Wir vermitteln gerne Kontakte zu motivierten, arbeitsuchenden Menschen in Ihrer Nähe und klären für Sie aufenthalts- und arbeitsrechtliche Fragen.

Haftung bei Infektionen: Verletzt der Arbeitgeber seine Grundpflichten gegenüber dem Arbeitnehmer (§3ArbSchG), das heißt, er hat nicht alle entsprechenden Arbeitsschutzmaßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen, um die Gesundheit seiner Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu schützen, kann er unter Umständen haftbar gemacht werden. Die Rechtslage rund um eine Corona-Infektion ist allerdings noch unklar. 

Hauswirtschaft: Hauswirtschafter*innen nehmen eine unverzichtbare Rolle bei der Versorgung und Betreuung der Menschen während der Corona-Pandemie ein. Darauf weisen die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) und das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachsen (ZEHN) hin.

Hotline: Um Fragen zu den Auswirkungen des Corona-Geschehens auf die Land- und Ernährungswirtschaft zu klären, hat das Landwirtschaftsministerium eine Hotline  mit der Rufnummer 0511 120 2000 geschaltet (Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr). Fragen per Mail erreichen das Ministerium unter corona@ml.niedersachsen.de.

Hygiene, Infektionsschutz: Hier finden Sie unsere Informationen über hygienische Maßnahmen, die die Verbreitung des Coronavirus verhindern beziehungsweise eingrenzen. Weitere Informationen zum Coronavirus für Betriebe und Arbeitskräfte kommen von unserer Arbeitnehmerberatung. Dazu lohnt auch ein Blick auf Publikationen anderer Organisationen, zum Beispiel auf die Checkliste der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.

Importierte Nahrungsmittel: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat zu der Frage Stellung genommen, ob das Coronavirus durch importierte Nahrungsmittel übertragen werden kann und ob es in Deutschland zu Nahrungsmittelengpässen kommen könne. Auf der Website des BMEL gibt es Fragen und Antworten im Zusammenhang mit dem Auftreten des Coronavirus

Kurzarbeitergeld: Informationen und Antragsformulare finden Betriebe auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit, die Unternehmerhotline der Bundesagentur ist erreichbar unter Tel. 0800/45555 20. Aktuell sind die Hinzuverdienstgrenzen bei Kurzarbeit und im Vorruhestand angepasst worden.

Liquiditätshilfen: Grundsätzlich raten wir zu Vorsicht bei vorschneller Aufnahme günstiger Liquiditätskredite. Trotz Dringlichkeit ist es wichtig zu prüfen, welche Fördermaßnahmen sinnvoller Weise in Anspruch genommen werden sollten und welche eher nicht. Unter anderem bietet die Rentenbank nach eigenen Angaben Liquiditätshilfen an. Als Unterstützung für die Folgen des Corona-Geschehens hat auch die Förderbank KfW ihre Konditionen modifiziert. Die Soforthilfe der N-Bank weist besondere Bedingungen für eine Inanspruchnahme auf und richtet sich an kleinere gewerbliche Unternehmen einschließlich Unternehmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion, Soloselbstständige und Angehörige der freien Berufe. Siehe dazu auch den Punkt "Soforthilfen".

Maskenpflicht: Seit Montag, 27. April, müssen Bürger*innen u.a. in Niedersachsen in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen Mund und Nase bedecken. Eine Anleitung inklusive Schnittmusterbogen zum Selbernähen von Alltagsmasken liefert beispielsweise der Niedersächsische Landfrauenverband. Das NDR-Fernsehen zeigt in einem Youtube-Video, wie man Schritt für Schritt eine Maske herstellt. Wie Sie die Masken verwenden und pflegen können, erfahren Sie auf der Homepage des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Öffnungszeiten der LWK-Dienststellen: Zurzeit keine - seit Montagmittag (16. März) sind alle LWK-Dienststellen für den Publikumsverkehr geschlossen. Gleichwohl bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer per Telefon und per Mail erreichbar.

Pandemie-Plan: Damit Betrieb und Mitarbeiterschaft möglichst unbeschadet durch die Krisenzeit kommen, ist eine Pandemie-Planung als eine besondere Form der Notfallplanung unerlässlich.

Pferdesport: Zugang zu den Ställen, Reitstunden, Fütterung der Tiere, der Pferdehof als Sportstätte - auch die Haltung und den Umgang mit Pferden gilt es an das Krisengeschehen anzupassen. Auch das Landwirtschaftsministerium hat dazu einen Leitfaden herausgegeben.

Soforthilfen: Die Bundes-Soforthilfen für kleine Unternehmen bezieht auch die Landwirtschaft explizit mit ein. Eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung sei am am 29.03.2020 zwischen Bund und Ländern finalisiert worden, berichtet das Landwirtschaftsministerium in seinen Fragen und Antworten zur Corona-Pandemie.

Sozialversichungsbeiträge stunden lassen: Beitragspflichtige Unternehmen können nach Angaben der der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) ihre Zahlungsverpflichtungen zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft sowie zur Kranken-, Pflege- und Alterskasse auf Antrag stunden lassen, wenn sie infolge der Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Spargelanbau: Um Betriebe gegebenenfalls dabei zu unterstützen, unerfahrene Arbeitskräfte anzulernen, haben unsere Gemüsebauberater eine kontaktlose Arbeitsanweisung zum Spargelstechen entwickelt. 

Steuerliche Erleichterungen: Die Corona-Pandemie ist für Hofgastronomen und Urlaubsbetriebe wie für viele andere Unternehmen eine schwer überschaubare Herausforderung. Um kurzfristig die Liquiditätssituation der Unternehmen zu verbessern, haben die Bundesländer in Abstimmung mit dem Bundesfinanzminister jetzt auch steuerliche Hilfestellungen für Firmen und Selbständige auf den Weg gebracht. 

Urlaub auf dem Bauernhof: Um die Wiederaufnahme der Beherbergung von Gästen zu ermöglichen, wurden Handreichungen und Hygienekonzepte für den Landtourismus erarbeitet.

Veranstaltungen der Landwirtschaftskammer: Nachdem die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeitweise landesweit sämtliche externe Veranstaltungen abgesagt hatte, um der Weiterverbreitung des Virus Sars-CoV-2 (Coronavirus) entgegenzuwirken, läuft das Veranstaltungsprogramm unter den gebotenen Sicherheitsvorkehrungen inzwischen wieder. Wir bieten zudem zahlreiche Webseminare zu unterschiedlichen Themen an.


Kontakt:
Wolfgang Ehrecke
Pressesprecher
Telefon: 0441 801-200
Telefax: 0441 801-174
E-Mail:
Rudolf Fuchs
Leiter Fachbereich Marketing, Unternehmenskommunikation
Telefon: 0441 801-183
Telefax: 0441 801-174
E-Mail:


Stand: 16.10.2020