Webcode: 01036921

Lammfleisch: Gute Chancen für Vermarktung lebender Tiere

Landwirtschaftskammer Niedersachsen erläutert Regeln für den Direktabsatz

Oldenburg – Wegen der Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie stockt der Lammfleisch-Absatz an Schlachtunternehmen sowie an die Gastronomie – daher müssen sich Schafhalter mit weiteren Vertriebsmöglichkeiten für ihre Tiere befassen. Eine Möglichkeit sei die Lebendvermarktung im Direktabsatz, berichtet die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen. Dabei gebe es jedoch verschiedene Regelungen zu beachten.

Mit Blick auf die muslimische Bevölkerung spielt die Lebendvermarktung von Lämmern eine größere Rolle – vor allem in diesem Jahr: Wegen der Corona-Pandemie gehen die LWK-Marktexperten davon aus, dass weniger muslimische Mitbürger*innen mit Migrationshintergrund als üblich ihre Sommerferien im Ausland verbringen. Hierdurch dürfte insbesondere die Nachfrage auch während der schwierigen Spätsommer- und Herbstphase zusätzliche Impulse erhalten.

„Die Zeiten, in denen Schafhalter ihre Tiere zu Hause oder vor Ort geschlachtet haben, sind vorbei", erläutert Dr. Albert Hortmann-Scholten, bei der LWK Leiter des Fachbereichs Betriebswirtschaft, Markt, Unternehmensberatung, Familie und Betrieb, Sozioökonomische Beratung. „Laut EU-Recht müssen beim Schlachten verschiedene Auflagen erfüllt werden, die vom zuständigen Kreisveterinäramt überwacht werden."

Schafe und Ziegen sollen grundsätzlich nicht im Freien und nicht in Wohnungen geschlachtet werden. Lebende Schafe und Ziegen dürfen nicht im Kofferraum eines Autos transportiert werden. Das Schächten ohne Ausnahmegenehmigung ist verboten. Schlachttiere müssen vor dem Schlachten betäubt werden. Vor der erstmaligen Schlachtung eines Tieres benötigt der Betrieb eine Zulassung. Dabei spielen weder die Zahl der Schlachttage pro Jahr noch die Schlachtzahlen eine Rolle.

In den zurückliegenden Jahren hat es einige Diskussionen um die Interpretation der Lebensmittelhygieneverordnung gegeben. „Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat dazu festgehalten, dass ein Schäfer keine EU-Zulassung als Schlachtbetrieb benötigt, wenn er vor der Schlachtung die Tiere an einen Kunden abgibt, der das Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt verwenden möchte", so LWK-Marktexperte Dr. Hortmann-Scholten.

In gleicher Weise sind auch Schafschlachtungen einzuordnen, wenn das Schaf vor der Schlachtung vom Schäfer verkauft wurde und er als Dienstleister die Schlachtung für den privaten Käufer vornimmt.

Die Abgabe der Schafe muss im Bestandsregister dokumentiert sein. Eine Zulassungspflicht für eine solche Tätigkeit besteht nicht, wenn das Fleisch für den Gebrauch im eigenen Haushalt des Schafeigentümers verwendet und nicht in den Verkehr gebracht wird.

In den zurückliegenden Jahren haben zahlreiche handwerkliche Betriebe die Schlachtung eingestellt; andere Betriebe bemühen sich um eine fachgerechte Vermarktung des Angebotes. Einige Adressen von in Niedersachsen tätigen Betrieben sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Viele Tiere können leider nur überregional über die einschlägigen Fachagenturen vermarktet werden.

 


Nutzungserlaubnis für Pressemitteilungen


 


Kontakt:
Wolfgang Ehrecke
Pressesprecher
Telefon: 0441 801-200
Telefax: 0441 801-174
E-Mail:
Dr. Albert Hortmann-Scholten
Leiter Fachbereich Betriebswirtschaft, Markt, Unternehmensberatung, Familie und Betrieb, Sozioökonomische Beratung
Telefon: 0441 801-316
Telefax: 0441 801-313
E-Mail:


Stand: 16.06.2020