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Projektarbeit für zukunftsfähige Nutztierhaltung im Dienste der Praxisbetriebe

Rund 120 Teilnehmer*innen verfolgen Livestream-Fragestunde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen


Oldenburg – Mit ihren unabhängig erarbeiteten Erkenntnissen für eine Weiterentwicklung der Nutztierhaltung will die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) die Tierhalter*innen tatkräftig dabei unterstützen, ihre Betriebe zukunftsfähig aufzustellen: Das ist eine der zentralen Botschaften der LWK-Fragestunde zur Nutztierhaltung, die mit rund 120 Teilnehmer*innen als Livestream (Webseminar) stattfand und die hier als Aufzeichnung weiter abrufbar ist.

„Unser Job ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse – etwa über eine Verbesserung des Tierwohls, über nährstoffreduzierte Fütterung sowie über Möglichkeiten zur Verringerung von Emissionen – in der Praxis einzusetzen und weiterzuentwickeln, um Betriebe möglichst konkret zu ihren individuellen Fragestellungen beraten zu können“, erläuterte Dr. Ludwig Diekmann, Leiter des LWK-Fachbereichs Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen Tier und Tiergesundheitsdienste, den Zuschauer*innen des Livestreams.

Das ganze Berufsleben lang von LWK-Wissen profitieren

„Unser Wissen und unsere Erkenntnisse vermitteln wir den Praktiker*innen über ihre gesamte berufliche Laufbahn hinweg“, ergänzte Diekmann: „Während der Ausbildung, in den Meister*innenkursen und in Seminaren.“

Neben Diekmann gehörten Kammer-Vizepräsident Hermann Hermeling, Dr. Heiko Janssen, Leiter des LWK-Sachgebiets Tierhaltung, Dr. Ulrich Klischat, Leiter des LWK-Fachbereichs Ökologischer Landbau, sowie Fred Arkenberg, Vorsitzender des Ausschusses Tierhaltung, zu den Experten der von Dr. Gerlinde Michaelis (Leiterin der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn-Rostrup) moderierten Fragestunde.

Die Fachleute beantworteten zahlreiche vorab oder live im Chat gestellte Fragen etwa zu Fütterung, Züchtung, Öko-Tierhaltung, Baurecht, zum Dialog mit den Verbraucher*innen und zum LWK-Versuchswesen.

Vorteile durch das Versuchswesen

„Das Versuchswesen für Tierhaltung der Landwirtschaftskammer ist zwar aufwändig und kostet Geld, aber es bietet Praxisbetrieben einen unschätzbaren Vorteil: nämlich den direkten Zugang zu unabhängig gewonnenen Ergebnissen, die ihnen dabei helfen, ihren Betrieb weiterzuentwickeln“, hob Kammer-Vizepräsident Hermeling hervor.

Nachfrage nach Öko-Produkten steigt

„Die Nachfrage der Verbraucher*innen nach Öko-Produkten steigt – auch nach ökologisch erzeugtem Fleisch“, berichtete Fachbereichsleiter Klischat zur Situation im Ökolandbau. „Im Vergleich zur konventionellen Haltung sind für tierische Ökoprodukte die Produktions- und Vermarktungskosten deutlich höher und begründen den großen Preisabstand im Kühlregal.“ 

Gleichwohl gebe es aktuell eine große Bereitschaft von Betrieben, ihre Produktion auf Ökolandbau umzustellen und dabei die unabhängige Umstellungsberatung der LWK in Anspruch zu nehmen, so Klischat weiter. „Auch wenn ,Bio‘ ein stabiler Trend ist, müssen bei jedem Betrieb die individuellen Gegebenheiten stimmen, damit die Umstellung ein Erfolg wird.“ Im Mittel stelle von den intensiv beratenen Betrieben dann maximal ein Drittel seine Produktion auf ökologische Wirtschaftsweise um.

Schwierigkeiten bei Genehmigung von Stallumbauten

Wer höhere Standards in der Tierhaltung wolle, der müsse sich auch der Frage widmen, wie diese finanziert werden, betonte LWK-Tier-Fachbereichsleiter Diekmann. „Wir können fachlich viel bewegen, um die Haltungsbedingungen der Tiere nach Tierwohl- und Umweltgesichtspunkten so zu gestalten, wie Politik und Gesellschaft dies in der aktuellen Debatte zum Ausdruck bringen – doch neben einer verlässlichen Antwort auf die Kosten- und Preisfrage warten viele Betriebe auch auf ein Ende der Schwierigkeiten, die es bei der Genehmigung von Stall-Um- oder -Neubauten gibt.“


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Zur Aufzeichnung der Fragestunde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zur Nutztierhaltung


Kontakt:
Wolfgang Ehrecke
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Stand: 26.04.2021