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Mähboote, Mähroboter und Grabenfräsen im Einsatz

Bundesweit einzigartig: Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt in Bakum Maschinen zur Reinigung und Pflege von Böschungen und Wasserläufen


Bakum – Sie haben zwei, drei oder vier Räder, Raupenantrieb oder Bootsrümpfe, fahren selbstständig, hand- oder ferngesteuert mit Strom oder Diesel. Ihre unterschiedlich langen, teils vielgliedrigen Arme tragen schlagkräftige Werkzeugen zum Mähen, Schlegeln, Baggern und Fräsen: Rund 100 Maschinen und Fahrzeugkombinationen zum Pflegen und Bearbeiten von Böschungen und Gewässern hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) am Donnerstag (7. Oktober) in Hausstette (Gemeinde Bakum/Kreis Vechta) gezeigt. Zu der bundesweit einzigartigen Maschinenvorführung mit Technik zur Gewässerunterhaltung kamen rund 3.200 Fachbesucher*innen aus dem In- und Ausland.

160.000 Kilometer Gewässer instandzuhalten

Von der Weser bis zum kleinsten Kanal: 160.000 Kilometer Gewässer sind nach Angaben des Wasserverbandstages allein in Niedersachsen zu unterhalten, um Regen- und Grundwasser abzuleiten und um Überschwemmungen zu verhindern. Entsprechend groß ist der Aufwand, diese Flüsse, Bäche und Kanäle in möglichst gutem Zustand zu halten. 

Die kleinen Gewässer Dritter Ordnung haben mit rund 130.000 Kilometer Länge in Niedersachsen die größte Bedeutung für die Entwässerung. Für deren Unterhaltung müssen hauptsächlich die Landeigentümer*innen oder die Anlieger*innen aufkommen.

Zu viel Unkraut führt zu Schlammablagerungen und Überschwemmungen

„Wird ein Gewässer nicht gepflegt, kann eine starke Verunkrautung zum Anstieg des Wasserspiegels, zu Rückstaus und Schlammablagerungen führen – tieferliegendes Gelände wird womöglich überflutet“, beschrieb Alfons Fübbeker, LWK-Technikexperte und Organisator der Maschinenvorführung, die Anforderungen an Anrainer, Verbände, Dienstleister und Kommunen.

Vielfältiger Maschinen-Einsatz entlang des 3,5-km-Rundkurses

So unterschiedlich Flüsse, Bachläufe, Deiche und Kanäle sind, so vielfältig sind die technischen Lösungen, um Flächen, Ränder, Kanten und Grund möglichst gut in Schuss zu halten: So waren auf dem 3,5 Kilometer langen Kurs rund um den Fladderkanal in Hausstette vielfältige Bagger- sowie Trac- und Standard-Schlepperkombinationen mit Mähauslegern, ferngesteuerte Mähroboter für Böschungen, Schreitbagger zum Einsatz an Geländekanten, Mäh-Hark-Kombinationen, Drainagespülgeräte, Grabenkantenfräsen, Amphibienmähmaschinen und Mähboote bei der Arbeit zu beobachten.

Elektrolanze zum Einsatz gegen Unkrauthorste

Zu den gezeigten Neuentwicklungen gehörten eine handgeführte Elektrolanze zur gezielten Bekämpfung von Unkrauthorsten an schwer zugänglichen Stellen sowie eine Gerätekombination von Doppelmessermähwerk und einer Fördereinrichtung, bei der das Mähgut über einen Schlauch direkt in einen mitgeführten Anhänger gefördert wird.

Steigende Anforderungen durch den Naturschutz

„Bei der Gewässerunterhaltung standen früher eher ökonomische Interessen im Vordergrund – heute sind es Anforderungen des Naturschutzes, die in diesem Bereich immer wichtiger werden“, berichtete Fübbeker, Mitarbeiter des LWK-Fachbereiches Energie, Bauen, Technik. „Unsere Vorführung zeigt, dass die Techniken dank ihrer Leistungsfähigkeit und insbesondere durch ihre präzisere Steuerung und Bedienung eine immer bessere Arbeitsqualität ermöglichen.“

Abgerundet wurde die Maschinenvorführung durch eine Ausstellung, bei der die Fachbesucher*innen weitere zum Thema passende Geräte, Techniken zur Gehölzpflege und Produkte zum Ufer- und Wühltierschutz – etwa Vorrichtungen zur Nutria-Bekämpfung – unter die Lupe nehmen konnten.


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Stand: 08.10.2021