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Agrarreform, Düngerecht und Wasserschutz 2015 - Informationsveranstaltung für Lehrerinnen/Lehrer für Berufsbildende Schulen Fachbereich Agrarwirtschaft

Über 20 Lehrkräfte aus landwirtschaftlichen Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen, die in der Ausbildung und in der Weiterbildung der Agrarwirtschaft tätig sind, informierten sich über aktuelle Monitoringergebnisse für Nitrat und Pflanzenschutzmittel, die Novellierung der Düngeverordnung,  neue Fördermaßnahmen und  neuste Ergebnisse aus den Wasserschutzversuchen. Die Vorträge stehen zum download bereit. 

Die gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) organisierte Veranstaltung, finanziert aus der Wasserentnahmegebühr, fand am 18.03.2015 im Niedersachsenhof in Verden statt.

Der NLWKN zeigte aktuelle Monitoringergebnisse für Nitrat und Pflanzenschutzmittel im niedersächsischen Grundwasser. Georg Kühling von der Betriebsstelle Cloppenburg stellte außerdem das „erweiterte Belastungsmessnetz“ für die Meldung an die Europäische Union mit deutschlandweit 1200 Messstellen (bisher 800) davon 700 Messstellen im Bereich landwirtschaftlicher Nutzung = Teilmessnetz Landwirtschaft (bisher 180) vor. Das Teilmessnetz Landwirtschaft (EU-Nitratmessnetz) soll die Auswirkungen der Landbewirtschaftung repräsentativ an ausgewählten Messstellen darstellen. Er berichtete anschließend, dass nach ersten Funden von Tierarzneimitteln im Jahr 2013  weitere  132 speziell ausgesuchte oberflächennahe Messstellen in Niedersachsen auf Arzneimittelfunde mit dem Schwerpunkt Sulfonamide untersucht werden sollen. Erste Ergebnisse sollen  am 07.10.2015 auf dem Grundwasserworkshop in Cloppenburg vorgestellt.

Über die Anforderungen an die Düngung im Hinblick auf die Novellierung der Düngeverordnung (Stand des Referentenentwurfs vom 18.12.2014) informierte Tim Eiler, Düngungsreferent der LWK. Insbesondere die milchviehhaltenden Betriebe stünden beim jetzigen Entwurfsstand vor großen Herausforderungen u.a. wegen der Einführung der plausibilisierten Flächenbilanz in Kombination mit einer Verringerung der zulässigen Nährstoffsalden. Hierdurch könnten eine Vielzahl von Betrieben Probleme mit Phosphor und Stickstoffsalden bekommen. Durch die erhöhten Auflagen der Düngeverordnung steigen die Anforderungen an die Landwirte  und damit auch an die ausbildenden Schulen..

Über neue Fördermaßnahmen zum vorbeugenden Trinkwasserschutz im Rahmen des NiBAUM, der Greeningauflagen und zusätzlicher freiwilliger Vereinbarungen Trinkwasserschutz in Niedersachsen im Jahre 2015 informierte Frau Anna-Lena Niehoff von der LWK. Für betriebsindividuelle Fragen steht die Landwirtschaftskammer gerne als Ansprechpartner zur Verfügung und gibt weitere Auskunft.

Die neusten Ergebnisse aus den Wasserschutzversuchen mit Sickerwasseruntersuchungen zum Anbau von Zwischenfrüchten und Nitrataustrag stellte Frau Amelie Bauer (LWK) vor. In allen Varianten mit Zwischenfrucht wurden die Nmin Werte im Herbst verringert. Die geringste Nitratfracht ergab sich im ersten Versuchsjahr in der ungedüngten Zwischenfruchtvariante. Die Erkenntnisse müssen durch mehrjährige Ergebnisse abgesichert werden. Auch gilt es weitere Ziele des Zwischenfruchtanbaus – wie Erosionsschutz oder phytosanitäre Gründe - in Einklang zu bringen und in Beratungsempfehlungen umzusetzen.

Frau Andrea Knigge-Sievers warb für weitere Ergebnisse zum Thema Wasserschutz und Landwirtschaft u.a. zur Stickstoffdüngung im Silomaisanbau (LINK) und betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen berufsbildenden Schulen sei, um die jungen Landwirte auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Die gute Zusammenarbeit soll auf jeden Fall fortgesetzt werden.

Die Lehrkräfte zeigten sich zufrieden, die aktuellen Informationen zu erhalten und mit den Fachreferenten diskutieren zu können.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen der landesweiten Aufgaben der LWK im kooperativen Trinkwasserschutz gemäß §28 NWG  durchgeführt.


Kontakt:
Andrea Knigge-Sievers
Nachhaltige Landnutzung, Ländlicher Raum
Telefon: 0441 801-431
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 25.03.2015