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Gemeinsam für den Gewässerschutz - Feldtag in Wehnen: Nitrateintrag ins Grundwasser vermeiden!

Am 15.06.2016 konnten sich über 70 Landwirte und Wasserversorgungsunternehmen sowie Berater aus den Trinkwassergewinnungsgebieten am Wasserschutz-Feldtag auf der Versuchsstation Wehnen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen über neue Versuchsergebnisse und aktuelle Entwicklungen im Bereich Gewässerschutz und Landwirtschaft informieren.


Franz Jansen-Minßen (Landwirtschaftskammer Niedersachsen) und Georg Kühling (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Betriebsstelle Cloppenburg) machten bei der Begrüßung klar, wie dringend der Handlungsbedarf angesichts immer noch steigender Nitratgehalte in Grundwassermessstellen ist.

Die Landwirtschaftskammer führt im Auftrag des Umweltministeriums Feldversuche zu Aufbau und Wirkung von Wasserschutzmaßnahmen im Ackerbau durch. Eines der Versuchsfelder liegt in Wehnen. An vier Stationen auf dem Hofgelände und im Feldversuch wurden aktuelle Ergebnisse vorgestellt und im anschließenden fachlichen Austausch diskutiert. Ziel ist es, Ergebnisse des heutigen Tages in den Kooperationen umzusetzen:

Carl-Phillip Federolf von der Hochschule Osnabrück stellte die Ergebnisse zur Technik der Unterfuß-Düngung mit auf den Betrieben vorhandener Gülle im Silomais vor. Hier zeigt sich, dass die bisher übliche mineralische Unterfuß-Düngung wegfallen kann. So kann mineralischer Stickstoff gespart und die N-Bilanz der Betriebe verbessert werden.

Vorträge von Weert Sweers und Tim Eiler von der LWK demonstrierten, wie man mit organischen Wirtschaftsdüngern grundwasserschonend düngen kann. Gerade der oft kritisierte Mais kommt mit sehr wenig Dünger aus und nutzt den Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern sehr effizient.

Für den Grundwasserschutz lohnt sich eine verhaltene Startdüngung. Über eine anschließende spätere Bodenanalyse kann kontrolliert werden, ob die Nährstoffversorgung ausreichend ist. Meistens erübrigt sich eine Nachdüngung, so dass mit diesem System erhöhte Stickstoffgehalte im Boden, die dann als unerwünschtes Nitrat im Sickerwasser landen, vermieden werden können.

Amelie Bauer von der LWK stellte die Versuchsergebnisse zum Zwischenfruchtanbau vor. Ziel des Zwischenfruchtanbaus ist es, nach der Ernte im Boden verbliebenen Stickstoff über Winter in den Pflanzen zu binden und so vor Auswaschung mit dem Sickerwasser in das Grundwasser zu schützen. Lars Konen vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie untersuchte dazu die Wirkung des Zwischenfruchtanbaus auf den Nitratgehalt des Sickerwassers unterhalb der Versuchsflächen. Ergebnis: Der Nitrat-Stickstoff wird vor Auswaschung bewahrt, muss aber bei der Düngung der nachfolgenden Frucht unbedingt berücksichtigt werden.

An einer weiteren Station wurde von Heidrun Meißner und Dorothea Flassig über grundwasserschutzorientierten Pflanzenschutz informiert. Die gute fachliche Praxis bei der Anwendung stellt das Kernelement des vorbeugenden Gewässerschutzes dar. In Trinkwassergewinnungsgebieten werden darüber hinaus freiwillige Vereinbarungen angeboten, um besonders grundwasserschonende Verfahren, die aber teurer sind, zu etablieren. Durch mechanische Unkrautbekämpfung kann der PSM Einsatz reduziert werden. Hierzu gibt es neue Versuchsergebnisse.

In einer Posterausstellung in der Maschinenhalle wurde über die Novelle der Düngeverordnung und Ergebnisse einer Masterarbeit von Lena Affeldt von der Uni Oldenburg zur Stickstoffmineralisation und über das Grundwassermonitoring des NLWKN informiert. Während der Ausstellung bestand beim gemeinsamen Imbiss die Gelegenheit der weiteren Diskussion über Landwirtschaft und Wasserschutz der Zukunft.

Die Wasserschutzversuche und die Veranstaltung werden vom Niedersächsischen Umweltministerium aus der Wasserentnahmegebühr finanziert.


Kontakt:
Andrea Knigge-Sievers
Telefon: 0441 801-431
Telefax: 0441 801-440
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Stand: 10.01.2018