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Auszubildende Fachkraft Agrarservice informieren sich über Wasserschutz

Auf dem Feldtag „Landwirtschaft und Wasserschutz“ am 17.08.2016 auf der Feldversuchsstation Wehnen informierten sich die niedersächsischen Auszubildenden des dritten Ausbildungsjahres zur Fachkraft Agrarservice über aktuelle Themen im Bereich Wasserschutz bei Düngung und Pflanzenschutz.

An vier Stationen wurden aktuelle mehrjährige Ergebnisse von Beratern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen vorgestellt:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Hofgelände informierte Karl-Gerd Harms über die Ergebnisse verschiedener Versuche der Gülleunterfussdüngung:

Aus Sicht des Wasserschutzes und der Wirtschaftlichkeit sind vor allem die Verbesserung der betrieblichen Nährstoffbilanz und eine Reduzierung bis hin zum Verzicht des Einsatzes mineralischen Unterfußdüngers im Silomaisanbau positiv zu bewerten.


An Station 2 informierten Goßswinth Warnecke-Busch und Dorothea Flassig über die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz und aktuelle Versuchsergebnisse:

Bei Funden von Pflanzenschutzmitteln oder deren Metaboliten im Grundwasser hat die Landwirtschaftskammer je nach Art und Höhe des Fundes verschiedene Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Hierbei geht es vorrangig darum, den Einsatz der Wirkstoffe „s-Metolachlor“ im Maisanbau, „Chloridazon“ im Rübenanbau und „Metazachlor“ im Rapsanbau im Rahmen der Unkrautbekämpfungsmaßnahmen grundsätzlich zu reduzieren oder durch weniger auswaschungefährdete oder persistente Wirkstoffe zu ersetzen. Ein Verzicht auf die genannten Wirkstoffe in Wasserschutzgebieten und Trinkwassergewinnungsgebieten ist mit der gängigen Herbizidpalette möglich und praktikabel. In neu angelegten Versuchen werden außerdem Kombinationen von mechanischer und chemischer Unkrautbekämpfung erprobt. Durch die Kombination mit mechanischen Pflanzenschutzmaßnahmen können beispielsweise die Aufwandmengen beim chemischen Pflanzenschutz reduziert werden. Eine Hacke-Striegel-Kombination, die im nahe gelegenen Versuch eingesetzt wurde, diente als Anschauungsobjekt.


An zwei Stationen auf dem Versuchsfeld präsentierten Amelie Bauer und Tim Eiler Versuchsergebnisse zum Zwischenfruchtanbau sowie zum grundwasserschutzorientierten Einsatz von Wirtschaftsdüngern.

Vorgestellt wurden Versuche zu verschiedenen Fruchtfolgen und Düngungsvarianten zusammen mit den Ergebnissen der Sickerwasseruntersuchungen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Durch den Zwischenfruchtanbau kann Stickstoffauswaschung im Herbst verhindert werden. Dabei zeigt sich, dass die frühe Aussaat entscheidend ist und die N-Nachlieferung aus der Zwischenfrucht bei der N-Düngung der nachfolgenden Hauptfrucht entsprechend berücksichtigt werden muss. Um Stickstoffeinträge ins Grundwasser zu vermeiden und anfallende Wirtschaftsdünger effizient zu nutzen, ist eine, so präzise wie möglich, am Pflanzenbedarf ausgerichtete Düngung unbedingt erforderlich.


In der Maschinenhalle wurde über die im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geförderten Maßnahmen und Beratungsangebote informiert. Neben der LWK sind mit den Büros Geries, Iglu, INGUS und Schnittstelle Boden vier weitere Beratungsbüros in Niedersachsen in der Gewässerschutzberatung gemäß WRRL tätig.

Es wurde deutlich, dass die Lohnunternehmen als Bindeglied zwischen den Auftraggebern und Anwendern in der Fläche eine besondere Verantwortung für die Landbewirtschaftung und den Wasserschutz tragen.

Die Wasserschutzversuche und die heutige Veranstaltung werden durch das Land Niedersachsen – vertreten durch den NLWKN aus der Wasserentnahmegbühr finanziert.


Kontakt:
Andrea Knigge-Sievers
Wasserschutz, Landesweite Aufgaben im kooperativen Trinkwasserschutz § 28 NWG
Telefon: 0441 801-431
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 24.08.2016