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Feldtag 2017 in Hamerstorf - Grundwasserschutz beginnt im Kopf

Rund 150 Teilnehmer nahmen am 01.06.2017 beim Feldtag der Landwirtschaftskammer in Hamerstorf teil. Die Reduzierung von Nitrateinträgen im Ackerbau war Thema der Veranstaltung. Boden- und Wasserschutz-Fachleute präsentierten angehenden und praktizierenden Landwirtinnen und Landwirten sowie Vertreter/innen verschiedener Kooperationen Trinkwasserschutz auf den Versuchsflächen der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen die Ergebnisse von Versuchen zur Düngung und zur Fruchtfolge. Veranstalter des Feldtages waren neben der LWK das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Im Mittelpunkt der Wasserschutzversuche steht die Verminderung von Nitrateinträgen ins Grundwasser zum Beispiel durch einen verringerten Einsatz von Düngemitteln. Dazu wurden an sechs Stationen im Feld aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert. Im Anschluss stellte Weert Sweers (LWK) die wesentlichen Änderungen der neuen Düngeverordnung vor. Ziel der Arbeit auf den Flächen ist es, den Erfolg der Düngung oder des Zwischenfruchtanbaus in Trinkwasserschutzgebieten mit belastbaren Daten sichtbar zu machen. Im Idealfall lässt sich daraus ableiten, wo Einsparungen von Dünger – etwa nach einer gedüngten Zwischenfrucht – möglich sind. Die Versuche in Hamerstorf werden aus der Wasserentnahmegebühr des Landes finanziert.

Station 1: Grundwasserschutzorientierte Fruchtfolge und N-Düngung am Standorte Hamerstorf (Fr. Dr. Matuschek, LWK Niedersachsen)
  • In Hamerstorf wird unter anderem untersucht, wie Untersaaten im Getreide in einer grundwasserschonenden Fruchtfolge gelingen und organische Dünger so eingesetzt werden können, dass die Stickstoffeffizienz erhöht wird.
  • Als Untersaat, die zusätzlich Nährstoffe im Boden binden und damit eine Auswaschung verhindern soll, wird zum Beispiel Deutsches Weidelgras verwendet. Neben verschiedenen Fruchtfolgevarianten sind allein zehn Düngungsvarianten zum Vergleich angelegt.
  • Nach Kartoffeln wurde im Winterhalbjahr 2014/15 deutlich mehr Stickstoff ausgewaschen als nach Winterroggen. Dieser Effekt ist unter anderem auf eine hohe Belüftung des Bodens während der Kartoffelernte mit nachfolgender Stickstoffmineralisierung zurückzuführen.
  • Winterroggen als GPS angebaut wie die geringsten N-Frachten auf.
Station 2: Ergebnisse der Sickerwasseruntersuchungen: konventionelle und grundwasserschutzorientierte Fruchtfolgen (Fr. Dr. Fier; Fr. Affelt, LBEG)
  • Mit Hilfe von Saugsonden wird der Nitratgehalt im Sickerwasser durch das LBEG direkt gemessen. So lassen sich Aussagen, wie sich die Höhe der Stickstoffdüngung auf das Grundwasser auswirkt, ableiten.
  • Die Begrünung über Winter mit einer Grasuntersaat im Ganzpflanzensilage-Roggen hat im Winterhalbjahr 2015/16 sowohl die Stickstoffgehalte im Boden (Nmin zu Beginn der Sickerwasserperiode) als auch die herbstliche Stickstoffauswaschung deutlich gegenüber einer Schwarzbrache nach Winterroggen reduziert.
  • Ob dies nur ein kurzfristiger Effekt oder dauerhaft ist, soll in den nächsten Jahren untersucht werden.
Station 3: Vegetationsbegleitenden Analytik und Düngeberatung (Fr. Gärtner; Fr. Seidel, INGUS)
  • Eine vegetationsbegleitende Düngeberatung mit Hilfe von z.B. Nitratcheck kann helfen, Stickstoff einzusparen.
  • Aus den Boden- und Pflanzenanalysen kann eine EDV-gestützte, umweltschonende Düngeberatung erfolgen.
  • Die Beratung in den Gebietskulissen Trinkwasserschutz und WRRL unterstützt die Landwirte grundwasserschonend zu arbeiten. Weitere Informationen über die Beratungsangebote hinaus können Sie unter folgendem Link abrufen:
Station 4: Bodenprofil in Hamerstorf und Informationen zum Bodenschutz (Hr. Krüger, LBEG; Fr. Senger, LWK Niedersachsen)
  • Der Standort in Hamerstorf wird als Braunerde mit schwach schluffigen Sanden über Mittelsand angesprochen.
  • Mithilfe einer einfachen Feldgefügeansprache für Praktiker kann die Bodenstruktur abgeleitet und Grundlagen zur Bewertung des Bodenzustandes geschaffen werden. Dies hilft bodenschonend zu arbeiten.
Station 5: Beregnung und Wasserschutz (Hr. Fricke; Fr. Riedel, LWK Niedersachsen)
  • Der Nordosten Niedersachsens ist Beregnungsregion und ein unverzichtbarer Teil der Landbewirtschaftung in dieser Region
  • Durch Beregnung wird der Ertrag abgesichert und dadurch gleichzeitig ein sicherer Entzug der gedüngten Nährstoffe gewährleistet (Nmin-Gehalte < 20 kg N/ha in allen Varianten)
Station 6: Möglichkeiten der mechanischen und mechanisch-chemischen Unkrautbekämpfung (Hr. Dr. Hüwing; Fr. Warnecke-Busch, LWK Niedersachsen)
  • Zur Veranschaulichung der technologischen Möglichkeiten wurde im Rahmen der mechanischen Unkrautbekämpfung eine GPS gesteuerte Rübenhacke vorgestellt.
  • Um eine Reduzierung der Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel zu erreichen, werden von der Pflanzenschutzberatung der LWK Niedersachsen in den „Hinweisen zum integrierten Pflanzenschutz/ Warndienst“ die Wasserschutzbelange über den integrierten Pflanzenschutz, wie z.B. Fruchtfolge und Sortenwahl, berücksichtigt.
  • Grundlage der Beratung stellen Versuche mit „Wasserschutz-Varianten“ dar, in denen mechanische oder mechanisch-chemische Bekämpfungsmethoden verglichen werden.

Station 7: Wesentliche Neuerungen der DüV (Hr. Sweers, LWK Niedersachsen)


 

 


Kontakt:
Andrea Knigge-Sievers
Telefon: 0441 801-431
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:
Marie-Christin Albers
Telefon: 0441 801-412
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 05.07.2017



PDF: 28166 - 1251.13085938 KB   Feldtag Hamerstorf 2017 Handout   - 1251 KB  
PDF: 28167 - 2662.73730469 KB   Station 1 Feldtag Hamerstorf 2017   - 2663 KB  
PDF: 28168 - 1985.83398438 KB   Station 2 Feldtag Hamerstorf 2017   - 1986 KB  
PDF: 28170 - 3363.52148438 KB   Station 6 Feldtag Hamerstorf 2017   - 3364 KB