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Feldtag 2018 in Wehnen - Weniger ist mehr beim Wasserschutz

Auf dem Feldtag „Landwirtschaft und Wasserschutz“ am 24.05.2018 auf den Versuchsfeldern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Wehnen informierten sich die landwirtschaftlichen Auszubildenden des dritten Ausbildungsjahres und die Fachschüler/innen der BBS Nordhorn und Lingen gemeinsam mit Vertreter/innen aus Land- und Wasserwirtschaft der Trinkwasserschutz-Kooperationen der VWG Oldenburg,  des OOWV  und des Wasserversorgungsverbandes Moormerland-Uplengen über Ergebnisse zur grundwasserschutzorientierten Landbewirtschaftung.

In seiner Begrüßung stellt Franz Jansen-Minßen als Leiter der Düngebehörde fest, dass der jüngste Nährstoffbericht für Niedersachsen nach dem neuen Düngerecht den Minderungsbedarf für Stickstoff in Höhe von 70.000 t Stickstoff und 27 kg N/ha ausweist. „Gerade die junge Generation von Landwirtinnen und Landwirten sollte die Unterstützung durch die Beraterinnen und Berater der Landwirtschaftskammer nutzen, damit sie die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere hinsichtlich der Gewässergüte, meistern können“, so Franz Jansen-Minßen.

An vier Stationen wurden aktuelle mehrjährige Ergebnisse gemeinsam von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie LBEG vorgestellt.

Auf dem Hofgelände informierte Karl-Gerd Harms über die Ergebnisse verschiedener Versuche der Gülleunterfußdüngung. Aus Sicht des Wasserschutzes und der Wirtschaftlichkeit sind durch eine Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes vor allem die Verbesserung der betrieblichen Nährstoffbilanzen  im Silomaisanbau positiv zu bewerten.

Auf einer weiteren Station auf dem Hof informierten Goßswinth Warnecke-Busch und Dorothea Flassig über die gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz und aktuelle Versuchsergebnisse. Zum Schutz des  Grundwassers hat die Landwirtschaftskammer verschiedene Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Hierbei geht es vorrangig darum, den Einsatz der Wirkstoffe „s-Metolachlor“ im Maisanbau, „Chloridazon“ im Rübenanbau und „Metazachlor“ im Rapsanbau im Rahmen der Unkrautbekämpfungsmaßnahmen zu reduzieren und durch weniger auswaschungefährdete  Wirkstoffe zu ersetzen. Ein Verzicht auf die genannten Wirkstoffe in Wasserschutzgebieten und Trinkwassergewinnungsgebieten ist möglich und praktikabel. Neue Auswertungen zeigen, dass PSM-Wirkstoffe und deren Abbauprodukte in den Messstellen von niedersächsischen Wasserversorgungsunternehmen und dem Gewässerkundlichen Landesdienst gefunden werden“, berichtet Andreas Roskam vom NLWKN. In neu angelegten Versuchen werden daher auch Kombinationen von mechanischer und chemischer Unkrautbekämpfung erprobt. Durch die Kombination mit mechanischen Pflanzenschutzmaßnahmen können die Aufwandmengen beim chemischen Pflanzenschutz reduziert werden. Eine Hacke und ein Striegel dienten als Anschauungsobjekt und zur Erläuterung der verschiedenen Aggregate und ihrer Wirksamkeit.

An zwei weiteren Stationen auf dem Versuchsfeld präsentierten Lena Affelt und Anne Fiedler (LBEG) und Marie Christin Albers (LWK), und Andreas Reichel und Tim Eiler von der LWK Versuchsergebnisse zum Zwischenfruchtanbau sowie zum grundwasserschutzorientierten Einsatz von Wirtschaftsdüngern. Neben den Ergebnissen zur Wirksamkeit der Gülle und den Auswirkungen auf Ertrag und Qualität werden auch Sickerwasseruntersuchungen auf Nitrat unter den verschieden Versuchsvarianten durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) durchgeführt.

Durch den Zwischenfruchtanbau kann Stickstoffauswaschung im Herbst verhindert werden. Dabei zeigt sich, dass die frühe Aussaat entscheidend ist und die N-Nachlieferung aus der Zwischenfrucht bei der N-Düngung der nachfolgenden Hauptfrucht entsprechend berücksichtigt werden sollte. Um Stickstoffeinträge ins Grundwasser zu vermeiden und anfallende Wirtschaftsdünger effizient zu nutzen, ist eine so präzise wie möglich am Pflanzenbedarf ausgerichtete Düngung unbedingt erforderlich. In dem Versuch zur organischen Düngung kann nach bisherigen Ergebnissen gezeigt werden, dass mit gut geplanter organischer Düngung auf den im Nordwesten langjährig organisch gedüngten Standorten weiterer Mineraldünger eingespart werden kann. Die Hackfrucht Mais kann Gülle-Stickstoff sehr gut in Ertrag umsetzen: Die Ergebnisse der LWK zeigen, dass hier weniger mehr ist. „Der Mais erzielt optimale Erträge und gute Rest-Stickstoffgehalte im Boden, wenn der Stickstoff-Düngebedarf nicht überschritten wird“, erläutert Tim Eiler, LWK.

Der heutige Tag hat gezeigt, wie wichtig und gleichzeitig anspruchsvoll die bedarfsgerechte Stickstoffdüngung im Maisanbau ist, um niedrige mineralische Reststickstoffgehalte im Boden in Wasserschutzgebieten zu erzielen, so die so Initiatorin Andrea Knigge-Sievers, LWK. Grundschutzmaßnahmen erfordern nach Meinung von Georg Kühling vom NLWKN Betriebsstelle Cloppenburg hohes Engagement der Landwirte und Kenntnisse über die Auswirkungen der Bewirtschaftung auf das Grundwasser. Dabei sollen wirtschaftliche Nachteile, die durch die grundschonende Bewirtschaftung entstehen, ausgeglichen werden.

Die Wasserschutzversuche und die heutige Veranstaltung werden durch das Land Niedersachsen – vertreten durch den NLWKN aus der Wasserentnahmegebühr finanziert.


 


Kontakt:
Andrea Knigge-Sievers
Telefon: 0441 801-431
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:
Marie-Christin Albers
Wasserschutzversuche im Rahmen der Landesweiten Aufgaben §28 NWG
Telefon: 0441 801-412
Telefax: 0441 801-440
E-Mail:


Stand: 30.05.2018